Quelle: Stargate Studios

Am 24. März erscheint die Streaming-Plattform Disney+ endlich auch in Deutschland und mit ihr auch die erste Staffel von "The Mandalorian", der allerersten "Star Wars"-Realserie. Mussten die Fans in den USA noch immer eine Woche auf die neue Folgen warten, bekommen wir in Deutschland dank dem verzögerten Disney+-Launch die komplette achtteilige Season über den titelgebenden Kopfgeldjäger und seine Abenteuer mit dem ultrasüßen Baby Yoda (ja, ich weiß, dass das nicht der offizielle Name der Figur ist).

"The Mandalorian" wird von den Star-Wars-Fans mehr bejubelt als alles, was Lucasfilm seit dem Erwerb durch Disney produziert hat, und soll den Geist der alten Filme wundervoll einfangen. Dass es die erste nicht-animierte Serie aus dem Universum ist, verleiht dem Projekt natürlich einen besonderen Reiz. Doch es ist nicht die erste "Star Wars"-Realserie, die ursprünglich geplant wurde. Während der Star Wars Celebration 2005 kündigte George Lucas "Star Wars: Underworld" an, eine Serie die zeitlich zwischen Die Rache der Sith und Eine neue Hoffnung spielen würde. Sie sollte nicht hauptsächlich von dem Konflikt zwischen dem Imperium und den Rebellen oder den Sith und den Jedi handeln, sondern von der kriminellen Unterwelt von Coruscant. Als Vorbild für das Setting und die Atmosphäre nannte Lucas die Noir-Filme der Vierziger.

Mehr als 100 "Star Wars: Underworld"-Episoden waren geplant und mindestens 50 Drehbücher wurden fertiggestellt. "Battlestar Galactica"-Schöpfer Ronald D. Moore war einer der Autoren, der an der Serie gearbeitet hat und er beschrieb ihre Maßstäbe als gigantisch. An diesen scheiterte sie vermutlich auch, denn die von den Autoren erdachten Szenarien waren einfach zu kostspielig zu produzieren, sodass sich kein TV-Sender für die Serie fand. Trotz fortgeschrittener Entwicklung legte Lucasfilm das Projekt auf Eis. Als Disney das Studio 2012 aufgekauft hat, wurde "Star Wars: Underworld" erneut in Betracht gezogen, jedoch letztlich endgültig verworfen.

Vor wenigen Tagen machte dann überraschend ein Video im Internet die Runde, das angeblich eine fünfminütige Testaufnahme aus "Star Wars: Underworld" sowie deren Making-Of zeigte. Da der Clip an einen aufwändig produzierten Fanfilm erinnerte, gab es auch Skepsis, doch mehrere Insider-Quellen bestätigten die Authentizität des Videos, das Ihr Euch unten anschauen könnt:

Man sollte im Kopf behalten, dass es keine Szene aus der Serie selbst ist, sondern ein sogenanntes Proof of Concept. Dabei handelt es sich um ein Video, das speziell dafür produziert wurde, um die Idee und den Look der Serie potenziellen Käufern zu zeigen. Star-Wars-Produzent Rick McCallum gab die Aufnahmen bei der Effektefirma Stargate Studios, die u. a. an "Doctor Who" und "24" gearbeitet hat, in Auftrag. Es fanden sich jedoch offenbar auch nach diesem Video keine Abnehmer für die Serie. Angeblich soll Lucasfilm an einer neuen Technologie gearbeitet haben, mit der man die Produktionskosten deutlich senken, dabei aber den Big-Budget-Look beibehalten könnte.

Der Look der Serie erinnert mehr an Blade Runner denn an Star Wars. Ansonsten kann man anhand des Videos eigentlich wenig über das Potenzial der Serie sagen, außer dass sie vermutlich ganz anders als "The Mandalorian" geworden wäre.

In der Serie sollten viele bekannte Star-Wars-Charaktere als Nebenfiguren auftauchen, darunter Lando Calrissian, Han Solo, Chewbacca, Boba Fett, Darth Vader und Imperator Palpatine. Für Palpatine war sogar eine Liebesgeschichte angedacht, bei der ihm das Herz von einer Bandenchefin gebrochen worden wäre. So sollte der Sith-Lord menschlicher dargestellt werden als bisher. Das ebenfalls verworfene Videospiel "Star Wars: 1313" wäre direkt mit der Serie verknüpft gewesen.

Obwohl "Star Wars: Underworld" nie produziert wurde, war die ganze Arbeit der Autoren nicht umsonst. Mehrere ihrer Ideen sollen bei den neuen Filmen wiederverwertet worden sein, darunter die Handlung von Rogue One, das erste Treffen von Chewbacca und Han Solo und die Szene, in der Lando den Millennium Falken an Han verliert. Die letzten zwei wurden in Solo: A Star Wars Story umgesetzt.