Noah Hawley wollte mit seinem Star-Trek-Film den Fokus weniger auf Action legen

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Star Trek 4 Hawley

© CBS Television

Quelle: Observer

Zusammen mit Co-Autor Robert Orci hat Alex Kurtzman J.J. Abrams geholfen, Star Trek 2009 mit durchschlagendem Erfolg in die Kinos zurückzubringen. Nachdem die beiden auch Star Trek into Darkness geschrieben haben, setzten sie bei Star Trek Beyond aus. Doch für Kurtzman führte der Weg schnell zu Star Trek zurück. Mit "Star Trek: Discovery" brachte er die erste "Star Trek"-Serie seit zwölf Jahren ans Laufen und wurde zum (unter Trekkies durchaus umstrittenen) Architekten des neuen "Star Trek"-Serienuniversums, zu dem inzwischen auch "Star Trek: Picard", die Animationsserie "Star Trek: Lower Decks" und demnächst auch die Christopher-Pike-Serie "Star Trek: Strange New Worlds" gehören. Kurtzman selbst hat kürzlich bestätigt, dass die Zukunft der "Star Trek"-Serien bis 2027 durchgeplant ist.

Wer jedoch neue Abenteuer der Enterprise-Crew auf der Kinoleinwand sehen möchte, schaut ins Ungewisse. Nachdem die Gehaltsverhandlungen mit Chris Pine und Chris Hemsworth zusammengebrochen sind, wurde das geplante reguläre Sequel, gemeinläufig Star Trek 4 genannt, auf Eis gelegt. Quentin Tarantino trug seine eigene Idee für einen R-rated-Star-Trek-Film an Paramount heran, doch die anfängliche Begeisterung ist mit der Zeit auch verflogen. Hoffnung schöpften die Fans vor fast genau einem Jahr, als Noah Hawley, Schöpfer der Serie "Fargo", als Regisseur und Autor eines neuen Star-Trek-Films angekündigt wurde. Schnell hat sich herauskristallisiert, dass es sich dabei nicht um einen neuen Film mit der Crew um Chris Pine und Co, sondern eine ganz neue Geschichte handeln würde. Hawley versprach die von den Fans lange ersehnte Rückkehr zu den Wurzeln von Star Trek.

Doch leider liegt inzwischen auch dieses Projekt auf Eis, denn Paramount evaluiert aktuell, wo die Zukunft von Star Trek im Kino liegen kann. Hawley hat kürzlich bestätigt, dass sein Film zwar eine Verbindung zum bekannten Kanon haben würde, jedoch eine brandneue Crew im Mittelpunkt gehabt hätte. In einem neuen Interview erklärt er, dass er von den actionbetonten letzten Filmen weg und hin zum ruhigeren, intellektuellen Star Trek wollte: (aus dem Englischen)

Was ich an "Star Trek" liebe, ist, dass es keine Kriegsgeschichte ist. Es ist keine Geschichte über das Recht der Stärkeren. Es ist eine Geschichte über den Entdeckergeist. Es ist eine Geschichte über kreatives Problemlösen. Mein Lieblingsmoment in ganz Star Trek ist in Der Zorn des Khan, wenn Kirk seine Lesebrille aufsetzt, um Khans Schutzschilde herunterzufahren. Es ist ein kurzer Augenblick, der so beflügelnd ist, weil er sein bestes Werkzeug einsetzt, seinen Verstand.

So sehr ich die Chris-Pine-Filme mag, in ihnen ging es vor allem darum, von einem Ende des Schiffs zum anderen zu rennen, um ein Feuer zu löschen, um irgendein Ding zu stoppen, und bevor er durchatmen konnte, musste er wieder was Anderes tun. Das sind viel mehr Actionfilme, und was ich wollte, was, zu der Idee zurückzukehren, dass die Menschheit ihr Existenzrecht im Universum rechtfertigt, indem sie ihre besten Qualitäten an den Tag legt.

Ich denke, seine Aussage entspricht exakt den Vorwürfen, die viele alteingesessene Fans den neuen Filmen gemacht haben. Das Problem ist dabei die moderne Mainstreamtauglichkeit. Star Trek war seit den Sechzigern erfolgreich, doch bis zum Abrams-Reboot war es steht eine Nische von Fans. Abrams' Film war der erste der Reihe, den man als waschechten Blockbuster bezeichnen konnte. Es war ein großer, effektreicher Film, der ein breites Publikum erreichte und begeisterte, doch dafür musste Paramount auch ein hohes Budget investieren. Und da liegt wohl die Crux. Trotz der neuen Erfolge blieb die Reichweite von Star Trek weiterhin begrenzt und das zeigte sich an Star Trek Beyond, der zwar nicht wenig eingespielt hat, aber einfach zu teuer war, um Profit für das Studio abzuwerfen. Die Frage ist, ob die Kinogänger nach den letzten effektreichen Filmen eine Rückkehr zum kleineren, weniger auf Spektakel ausgelegten Star Trek, wie Hawley ihn sich vorstellt, akzeptieren würden.

Erschwerend kommt außerdem hinzu, dass Hawleys Plotidee zu seinem Film angeblich von einem Virus handelte, das die Hälfte des Lebens im Universum auslöscht – schlechtes Timing!

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