Send Help: Sam Raimis Survival-Horror kommt zu Disney+

Ein wirklich talentierter Filmemacher braucht kein großes Budget, um zu zeigen, was in ihm steckt. Mit sehr geringen Mitteln, aber viel Herzblut und unbändiger Kreativität schrieb der junge Sam Raimi vor über 40 Jahren Horrorfilmgeschichte und legte mit Tanz der Teufel den Grundstein für eines der beliebtesten Horror-Franchises aller Zeiten. Die ersten zwei Fortsetzungen inszenierte Raimi selbst, inzwischen fungiert er jedoch als Produzent und Hüter der Reihe, die dieses Jahr mit Evil Dead Burn im Kino weitergehen wird. Nach dem Erfolg der Filme wollte sich Raimi jedoch nicht auf ein Genre festlegen lassen und zementierte seinen Ruf als vielseitiger Filmemacher mit dem düsteren Superheldenfilm Darkman, dem cleveren Neo-Noir-Thriller Ein einfacher Plan, dem Western Schneller als der Tod, dem Baseball-Drama Aus Liebe zum Spiel und dem Horrorthriller The Gift – Die dunkle Gabe.

Obwohl Raiki als Blockbuster-Regisseur vollkommen unerprobt war, erhielt er Anfang der 2000er die Chance seines Lebens, als ihm die Regie des allerersten Spider-Man-Kinofilms anvertraut wurde. Spider-Man kam 2002 in die Kinos, brach in den USA alle bisherigen Startrekorde an den Kinokassen und gilt bis heute, zusammen mit seinem ersten Sequel, als eine der besten Marvel-Verfilmungen überhaupt. Als der geplante vierte Teil von Raimi durchfiel, weil das Studio das Franchise lieber rebooten wollte, kehrte Raimi 2009 erstmals seit vielen Jahren zu dem Genre zurück, in dem seine Karriere begonnen hatte. Mit der rasanten Horrorkomödie Drag Me to Hell zeigte er, was er seit Evil Dead dazugelernt hatte, ohne die manische Energie und den schrägen Humor seiner Frühwerke zu verlieren.

Seit Drag Me to Hell sind nunmehr 17 Jahre vergangen, in denen Raimi lediglich bei der Pilotfolge von "Ash vs. Evil Dead" und zwei Filmen im Regiestuhl saß: dem Zauberer-von-Oz-Prequel Die fantastische Welt von Oz und dem MCU-Sequel Doctor Strange in the Multiverse of Madness. Trotz seiner zahlreichen Blockbustererfolge zieht es Raimi jedoch immer wieder zum Genrekino zurück. Dieses Jahr feierte er endlich sein erhofftes Horror-Comeback mit dem Survival-Schocker Send Help. Im Vorfeld wurde der Film als eine Mischung aus Cast Away – Verschollen und Misery beschrieben und dieses Versprechen erfüllt er auf ganzer Linie.

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Rachel McAdams (Wie ein einziger Tag) spielt in dem Film die hochtalentierte, aber sozial unbeholfene Unternehmensstrategin Linda Liddle, die auf eine hochverdiente Beförderung hofft. Der sexistische neue CEO des Unternehmens, Bradley Preston, gespielt von Dylan O’Brien (Maze Runner), befördert jedoch stattdessen einen alten Kumpel, der bei der Firma neu angefangen hat. Als bei einer Geschäftsreise nach Bangkok das Flugzeug abstürzt und Linda und Bradley als einzige Überlebende auf einer einsamen Insel stranden, wendet sich plötzlich das Blatt. Der verwöhnte und verletzte Bradley, der keinerlei Überlebens-Skills in der Wildnis besitzt, ist auf Linda angewiesen, die sich überraschend als Survival-Expertin entpuppt und bestens mit der neuen Situation zurechtkommt. Erstmals in ihrem Leben ist sie wirklich in ihrem Element und genießt die neu gewonnene Macht.

Das Machtspiel zwischen Linda und Bradley ist höchst unterhaltsam, spannend und stellt die Sympathien der Zuschauer immer wieder auf die Probe. Und natürlich wäre es kein Sam-Raimi-Horrorfilm, wenn nicht Blut und andere Körperflüssigkeiten fließen würden. Es wird fies und in einer Szene insbesondere für die Herren der Schöpfung ausgesprochen unangenehm.

Im Januar kam Send Help in die Kinos und wurde zu einem kleinen Überraschungshit an den Kinokassen. Am 7. Mai kommt der Film auch zu Disney+ und ist für jeden (nicht sehr zimperlichen) Filmfan ein Muss. Gerade solche originellen Filme, die kein Sequel, Prequel, Remake oder Reboot sind und auf keiner Comic-, Videospiel- oder Romanvorlage basieren, sollten besonders unterstützt werden.

Hier ist der deutsche Trailer zu Send Help:

Quelle: Disney+

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