Links: Harrison Ford und Sean Connery in Indiana Jones und der letzte Kreuzzug (1989) © Lucasfilm/Walt Disney Studios
Rechts: Harrison Ford in Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels (2008) © Lucasfilm/Walt Disney Studios

Quelle: ReelBlend

Quentin Tarantino ist die Personifizierung des Traums vieler Filmnerds: Obwohl er nie eine Filmhochschule besucht hat und sich sein Wissen über das Kino als leidenschaftlicher Fan während seiner Arbeit bei einer Videothek angeeignet hat, gilt er als einer der interessantesten und einflussreichsten Filmemacher der Gegenwart. Ausgezeichnet mit zwei Drehbuch-Oscars und der Goldenen Palme, bezieht Tarantino seine Inspiration von unzähligen Filmemachern vor ihm und hat daraus dennoch eine eigene, unverwechselbare Machart entwickelt, deren Markenzeichen seit Pulp Fiction von unzähligen anderen Regisseuren mal besser, mal schlechter imitiert werden.

Doch Tarantino dreht nicht nur gerne Filme (auch wenn sein nächster Film laut eigener Aussage sein letzter werden soll), er schaut sie auch noch sehr gerne und redet gerne über wie, wobei er sich weder mit Lob noch mit Kritik ein Blatt vor den Mund nimmt. Auch wenn sich seine Meinung häufig mit der der Mehrheit deckt und er von Filmen schwärmt, die auch generell sehr beliebt sind – wie zuletzt Top Gun: Maverick – dürfte seine jüngste Meinungsäußerung hinsichtlich des besten und schlechtesten Indiana-Jones-Films bei vielen Indy-Fans auf wenig Verständnis stoßen.

Bei einem Podcast bezeichnete Tarantino Spielbergs Der weiße Hai als großartigsten Mainstream/Popcorn-Film aller Zeiten. So weit, so gut. Als zweitbesten Spielberg-Film traf er jedoch eine überraschende Wahl: Indiana Jones und der Tempel des Todes, der er für seine düsteren Momente schätzt: (aus dem Englischen)

Er (Spielberg) reizt die Grenzen aus, er erschafft das PG-13-Rating; der Film ist so cool, dass er eine neue Altersfreigabe erschaffen hat. So grausam der Film ist, gibt es einen Comedy-Aspekt; es gibt immer noch Humor, nur nicht ganz so viel wie im ersten.

Nicht einmal Spielberg selbst würde da mitgehen, da er Der Tempel des Todes als schlechtesten Indiana-Jones-Film bezeichnet hat. Tatsächlich kann ich mich in der Hinsicht Tarantino aber anschließen. Es ist zwar nicht der zweitbeste Spielberg-Film für mich, aber der beste Indy-Film, auch wenn diese Meinung wenig verbreitet ist.

Absolut nicht nachvollziehen kann ich jedoch, die darauffolgende Äußerung des Kultregisseurs, in der er den dritten Film, Indiana Jones und der letzte Kreuzzug als schlichtweg langweilig und schlechter als Das Königreich des Kristallschädels bezeichnet, der gemeinhin als schwächstes Indy-Abenteuer gilt: (aus dem Englischen)

Ich mag Kristallschädel mehr als den einen mit Sean Connery. Ich mag den einen mit Sean Connery nicht. Ich mag den gar nicht. Es ist so ein langweiliger Film. Er ist langweilig! Und er ist kein interessanter Charakter. Der Witz wird sofort gemacht. Es ist wie Stop! Oder meine Mami schießt!

Für viele Indiana-Jones-Fans ist Der letzte Kreuzzug nahezu gleichwertig mit dem ersten Film und für manche sogar besser. Ich finde den vierten Film nicht einmal so schlimm wie viele andere, doch ihn über den dritten zu stellen, klingt für mich absurd. Aber so ist es eben mit Meinungen. Es gibt sicherlich auch irgendwo einen Menschen auf dem Planeten, der Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben besser findet als die ersten vier Filme.