Box-Office USA: Bester Animations-Starttag aller Zeiten für Minions

Quelle: Boxofficemojo

Die US-Kinocharts am Freitag standen eindeutig im Zeichen der Farbe Gelb. Minions hat, wie erwartet, das Box-Office im Sturm erobert und sogar noch etwas über den durchschnittlichen Erwartungen abgeschnitten. Mit beeindruckenden $46,2 Mio von 4301 Kinos am ersten Tag (von denen $6,2 Mio aus den Previews am Vortag stammten) eröffnete er nicht nur $11 Mio oberhalb von Ich – Einfach unverbesserlich 2, sondern brach auch den seit fünf Jahren bestehenden Startrekord eines Animationsfilms, der 2010 von Toy Story 3 mit $41,1 Mio am ersten Tag aufgestellt wurde. Damit hat der Film sichergestellt, dass das Minions/Unverbesserlich-Franchise von Universal noch viele Jahre lang gemolken werden kann. Besonders beeindruckend ist dabei, dass Minions im Vergleich zu großen Animationsproduktionen von DreamWorks, Disney und Pixar relativ geringe Produktionskosten von knapp $74 Mio trägt. Der Film wird außerdem als das erfolgreichste Spin-Off aller Zeiten in die Filmgeschichte eingehen. Verglichen dazu haben ähnliche Animations-Ableger wie Die Pinguine aus Madagascar ($83 Mio US-Gesamteinspiel) und Der gestiefelte Kater ($149 Mio US-Gesamteinspiel) nicht annähernd so gut abgeschnitten.

Während Minions den Starttag-Rekord für Animationsfilme problemlos für sich beanspruchen konnte, wird es am gesamten Startwochenende knapp werden. Der bisherige Rekord gehört Shrek der Dritte, der 2007 mit $121,6 Mio in den ersten drei Tagen gestartet ist. Das war allerdings im Mai, während der Schulzeit, weshalb sich der Film am Wochenende besser hielt, als es bei Minions der Fall sein wird. Folgt Minions am Samstag und Sonntag einem ähnlichen Verlauf wie Toy Story 3 (der im Juni 2010 startete), wird es auf ein Wochenende von knapp $124 Mio hinauslaufen. Wahrscheinlicher ist jedoch, angesichts des hohen Preview-Anteils und etwas schwächerer Mundpropaganda als bei Toy Story 3, dass der Film insgesamt frontlastiger sein wird. Ich gehe deshalb aktuell von $118-120 Mio aus, außer Universal legt es darauf an, den Rekord von Shrek zu brechen und sorgt für eine kleine Einspiel-Umverteilung. Auf jeden Fall kann man davon ausgehen, dass Minions als letzter großer Animationsfilm des Sommers noch eine lange Laufzeit vor sich haben wird. Ich – Einfach unverbesserlich 2 erreichte vorletztes Jahr in den USA $368 Mio und das sollte auch das Minimum für Minions sein. Jedoch ist sogar ein Einspiel von mehr als $400 Mio möglich, was ihn nach Avengers: Age of Ultron und Jurassic World zum dritten $400-Mio-Hit von 2015 machen würde. Für Universal geht damit auf jeden Fall die unglaubliche Erfolgssträhne weiter, zu der schon Riesenhits wie Fifty Shades of Grey, Fast & Fuious 7, Pitch Perfect 2 und Jurassic World beigetragen haben.

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Auch der zweite Patz der Kinocharts gehörte am Freitag einem Animationsfilm, und zwar Pixars Alles steht Kopf mit $5,4 Mio und einem Gesamteinspiel von $271,9 Mio nach 22 Tagen. Der Film hat mittlerweile Die Monster Uni hinter sich gelassen und ist bereits der vierterfolgreichste Pixat-Film aller Zeiten in den USA. Lediglich Toy Story 3 ($415 Mio), Findet Nemo ($380,8 Mio) und Oben ($293 Mio) sind noch vor ihm. Natürlich hat die direkte Konkurrenz von Minions Pixars Film stark zugesetzt, doch es sind Sommerferien und auf Dauer können zwei große Animationsfilme auf jeden Fall nebeneinander koexistieren. Am gesamten Wochenende wird der Streifen etwa $18-19 Mio erreichen. Spätestens nächstes Wochenende wird er dann die $300-Mio-Barriere als vierter Film dieses Jahr überwinden. Insgesamt winken ihm ebenfalls mehr als $350 Mio, doch gegenüber Minions wird er wohl den Kürzeren ziehen.

Jurassic World landete nur ganz knapp dahinter mit $5,3 Mio und brachte sein vorläufiges Gesamteinspiel in den USA auf beträchtliche $577,8 Mio. Auch hier erwarte ich für das Wochenende etwa $18-19 Mio. Das bedeutet entweder das sechst- oder siebtbeste fünfte Wochenendergebnis aller Zeiten. Spätestens nächsten Freitag wird er als vierter Film in der Box-Office-Geschichte die $600-Mio-Schallmauer durchbrechen. Aktuell liegt der Film immer noch knapp $40 Mio vor Marvel’s The Avengers im selben Zeitraum, der 2012 insgesamt $623 Mio eingespielt hat. Es deutet also alles darauf hin, dass Jurassic World in Nordamerika mindestens $650 Mio einspielen und vermutlich auch die $658 Mio von Titanic toppen wird.

Platz 4 ging an den Horrorfilm The Gallows mit $4,5 Mio. Für die Produktionsfirma Blumhouse ist der Film ein sofortiger Gewinner, denn das Budget betrug angeblich gerade einmal $100,000 (das deckte wahrscheinlich einen Catering-Tag am Set von Age of Ultron ab). Die Reaktionen der Zuschauer sind überwiegend negativ und der Film erhielt einen "C"-CinemaScore (äquivalent einer "3"). Daher wird The Gallows schnell fallen, am Wochenende vermutlich etwa $10-11 Mio einspielen und mit maximal $25 Mio aus den Kinos verschwinden.

Die Top 5 rundete Terminator: Genisys mit $4,1 Mio und $59,1 Mio nach zehn Tagen ab. Es ist eine wirklich schwache Zahl für einen Film, der das Terminator-Franchise wiederbeleben sollte. Sowohl Terminator 3 – Rebellion der Maschinen als auch Terminator: Die Erlösung spielte alleine in den ersten fünf Tagen mehr ein als das und sie hatten nicht den Vorteil von 3D-Ticketpreisen. Am Wochenende wird Genisys etwa $13-14 Mio einnehmen, also mindestens 50% runter vom letzten Wochenende und spätestens mit dem Verlust seiner IMAX-Leinwände an Ant-Man kommende Woche wird es für den Film unaufhaltsam bergab gehen. Sogar der Traum von $100 Mio (was an sich trotzdem noch schwach wäre) ist jetzt vorbei. Das beste Szenario hier ist ein US-Gesamteinspiel von $90-95 Mio.

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