Karate Kid Mr Miyagi

Pat Morita und Ralph Macchio in Karate Kid (1984) © Sony Pictures

Quelle: Vanity Fair

Millionen von Zuschauern entdecken aktuell das, was ich und einige andere Serienfans bereits seit 2018 wissen: "Cobra Kai", die Serienfortsetzung der Karate-Kid-Filmreihe, ist wirklich verdammt gut und mehr als nur ein Nostalgietrip, sondern eine interessante Weiterentwicklung der alten Charaktere. "Cobra Kai" war bereits die beliebteste Serie von YouTubes Bezahlplattform, erreichte dort aber dennoch nur einen Bruchteil der Zuschauer, die sie aktuell bei Netflix begeistert. Als klar wurde, dass YouTube aus dem Seriengeschäft ganz aussteigen und die Serie über die bereits abgedrehte dritte Staffel hinaus nicht produzieren würde, machten sich die Macher auf die Suche nach einer neuen Heimat, und Netflix schnappte zu. Nach "You" und "Lucifer" war "Cobra Kai" der neuste Volltreffer unter Netflix' fremderworbenen Serien und sie avanciert bereits zu den meistgeschauten Serien des Streamers.

"Cobra Kai" drehte den Spieß um und machte aus Daniels (Ralph Macchio) altem Widersacher Johnny (William Zabka) den Protagonisten. Macchio ist auch wieder dabei, ebenso wie Martin Kove als Johnnys alter Sensei John Kreese, böse wie eh und je. Es ist ein wirklich wundervolles Wiedersehen mit diesen Figuren Jahrzehnte später. Zugleich hat die Serie auch viele interessante neue Charaktere zu bieten, die zum Teil unerwartete Entwicklungen durchmachen.

Die größte Schlüsselfigur und der einzige Schauspieler, der in jedem der alten vier Filme aufgetreten ist, konnte leider nicht zurückkehren. Pat Morita, der sich als "auftragen, polieren" Mr. Miyagi in der Filmgeschichte verewigte, ist bereits 2005 verstorben. Morita wurde für seine Performance für einen Oscar nominiert.

Doch wenn es nach Sony und dem Produzenten Jerry Weintraub gegangen wäre, hätte Morita die Rolle gar nicht erst bekommen. Als Karate Kid in der Vorbereitung war, war Morita vor allem durch seine komödiantische Rolle als Matsuo "Arnold" Takahashi aus der Serie "Happy Days" bekannt und Karate-Kid-Macher konnten sich ihn nicht in einer ernsten, inspirierenden Rolle vorstellen. Das enthüllte Ralph Macchio bei einem Gespräch über seine Rollen und gab zu, dass sogar er selbst skeptisch war, als Moritas Name aufkam. Doch Regisseur John G. Avildsen setzte sich durch: (aus dem Englischen)

Ich wurde früh besetzt und dann ging alles darum, wer Mr. Miyagi spielen würde. Sie haben über Toshiro Mifune gesprochen, den großen japanischen Schauspieler, der kein Englisch konnte, was eine Herausforderung gewesen wäre. Und dann taucht plötzlich Arnold aus "Happy Days" auf einer Kassette auf, Pat Morita. Und das Studio wollte ihn nicht, der Produzent wollte ihn nicht, und ich dachte auch "Arnold aus "Happy Days?!" Aber John Avildsen sagte: "Ich habe ihn vorsprechen lassen, ich habe dich vorsprechen lassen, jetzt bringe ich euch in einen Raum zusammen. Pat Morita und ich setzten uns in einem Raum, schnappten uns die Drehbuchseiten, haben vorgelesen, und es war mühelos. Diese Magie, die man auf der Leinwand gesehen hat, fand am ersten Tag statt, an dem wir die Seiten zusammen gelesen haben. Er hatte Miyagi in seiner Haut, in seinen Gedanken, in seinem Bewusstsein, und ich hatte, aus was auch immer für einem Grund, das Yin für dieses Yang. Die Balance, buchstäblich die Balance, die der Anfang dieser Kinomagie war, die bis heute andauert.

Akira Kurosawas Stammdarsteller Toshiro Mifune als Miyagi ist eine faszinierende Vorstellung, doch letztlich war Morita wie geschaffen für die Rolle des strengen, aber warmherzigen Sensei, die ihn für den Rest seiner Karriere begleitet hat. Zum Glück hat Avildsen einige Jahre zuvor mit Rocky einen Riesenhit gehabt und den Regie-Oscar gewonnen, sodass er zu dem Zeitpunkt genug Einfluss hatte, um seine Wahl durchzusetzen.

Das komplette und sehenswerte Video von Macchio fidnet Ihr unten: