Jean Marc Vallee tot

Jean-Marc Vallée am Set von Demolition © 2016 Searchlight Pictures

Quelle: Deadline

Die Filmwelt hat unerwartet einen großen Künstler verloren. Der in Montreal geborene frankokanadische Filmemacher Jean-Marc Vallée wurde am zweiten Weihnachtstag in seiner Hütte außerhalb von Quebec City tot aufgefunden. Es wird angenommen, dass er einen Tag zuvor schon gestirben ist. Seine Pressesprecherin hat bestätigt, dass die Todesursache ein Herzinfarkt war. Der Regisseur war für seinen sehr gesundheitsbewussten und sportorierntierten Lebensstil bekannt, rauchte nicht und trank auch keinen Alkohol.

Kanadas Premierminister Justin Trudeau hat eine offizielle Beileidsbekundung angesichts des Verlusts eines der meistgefeierten kanadischen Filmemacher der letzten Jahre veröffentlicht:

Nach einer Reihe sehr positiv aufgenommener Kurzfilme feierte Jean Marc-Vallée 1995 mit dem französischsprachigen Film Gabrielles schwarze Liste (OT: Liste noire) sein in der Kritik und an den kanadischen Kinokassen erfolgreiches Spielfilmdebüt. Daraufhin zog Vallée nach Los Angeles, wo er die Low-Budget-Filme Los Locos mit Mario Van Peebles und Loser Love mit Laurel Holloman inszenierte. Nach einer sechsjährigen Filmpause kehrte er mit dem von seiner eigenen Jugend inspirierten Coming-Of-Age-Drama C.R.A.Z.Y. – Verrücktes Leben nach Quebec zurück und landete dort damit einen weiteren französischsprachigen Hit. Produzent Martin Scorsese rekrutierte Vallée für die Regie des Historienfilms Victoria, die junge Königin (OT: The Young Victoria) mit Emily Blunt in der Hauptrolle. Der Film erhielt 2010 drei Oscarnominierungen.

Ein Jahr später wurde Vallées französischsprachiges Drama Café de Flore mit Vanessa Paradis in der Hauptrolle veröffentlicht. Sein endgültiger Durchbruch gelang Vallée 2013 mit dem auf wahren Begebenheiten beruhenden Drama Dallas Buyers Club, der seinen Darstellern Matthew McConaughey und Jared Leto Oscars einbrachte. Der Film selbst war in der Kategorie "Bester Film" nominiert und Vallée erhielt eine Nominierung für den Filmschnitt unter dem Pseudonym John Mac McMurphy.

Der Erfolg von Dallas Buyers Club öffnete Vallée viele Türen in Hollywood und auch sein nächster Film, das Dramas Der große Trip – Wild erhielt Oscarnominierungen für seine Darstellerinnen Reese Witherspoon und Laura Dern. Mit beiden arbeitete er auch an der HBO-Serie "Big Little Lies" zusammen, deren erste Staffel er komplett inszeniert hat. Vallée kehrte für die zweite Season nicht zurück, setzte jedoch seine Zusammenarbeit mit HBO als Regisseur der Miniserie "Sharp Objects" mit Amy Adams fort.

Vallées letzter Kinofilm, Demolition mit Jake Gyllenhaal, erschien 2016. Zum Zeitpunkt seines Todes bereitete er seinen nächsten Film, eine Filmbiografie von John Lennon und seiner Beziehung mit Yoko Ono. Universal produziert das Projekt, das demnächst in Kalifornien gedreht werden sollte. Der Film hätte Vallée vermutlich wieder in die Oscar-Konversation gebracht.

Matthew McConaughey, Shailene Woodley und andere Schauspielerinnen und Schauspieler, die mit Vallée zusammengearbeitet haben, brachten über soziale Medien ihren Schock und Trauer über den tragischen Verlust zum Ausdruck:

 

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