Generation Z Serie

Ben Wheatley am Set von Free Fire (2016) © Film4 Productions/StudioCanal

Quelle: The Guardian

Immer wieder kommt es mal vor, dass man die Idee für einen kommenden Film oder eine Serie liest und sich denkt: "Wie geil ist das denn?!" Dass mir dieser Gedanke ausgerechnet bei einer Zombieserie kommen würde, hätte ich nicht erwartet. Ich meine, braucht die Welt wirklich noch eine Zombieserie? Gibt es etwas, was "The Walking Dead", "Z Nation" oder "iZombie" sowie unzählige Filme nicht abgedeckt haben?

Doch die vom britischen Channel 4 angekündigte sechsteilige Serie "Generation Z" ist nicht einfach irgendeine Zombieserie. Sie stammt von Ben Wheatley, dem vermutlich interessantesten und kreativsten britischen Independent-Filmemacher der letzten zehn Jahre. Auf sein Konto gehen Filme wie Kill List, Sightseers, A Field in England, High-Rise und Free Fire. In diesem mischte er häufig schwarzen britischen Humor mit Satire und einigen wirklich schockierenden Bildern. Vor allem hat sich Wheatley aber auch nie wiederholt und "Generation Z" klingt nach einem seiner besten Einfälle.

Die Serie ist vom aktuellen gesellschaftlichen und politischen Klima in Großbritannien inspiriert, das leider Gottes vermutlich noch viele Jahre die britische Film- und Serienindustrie prägen wird. Die Rede ist natürlich von Brexit, der größten europäischen Katastrophe des 21. Jahrhundert, für die Menschen selbst mehrheitlich gestimmt haben. "Generation Z" ist indirekt durch Brexit inspiriert, vor allem aber durch den darunterliegenden Generationenkonflikt in Großbritannien. Es ist kein Geheimnis, dass vor allem ältere und ländliche Einwohner des Landes für "Leave" stimmten und die jüngeren Städtler für "Remain". Diese Stimmung habe ich im Sommer 2016 kurz nach dem Brexit-Referendum bei einem Road Trip durch Südengland hautnah miterlebt. Wheatley macht aus dem Konflikt der Gedanken einen Konflikt zwischen Lebenden und Untoten.

In der satirischen Serie crasht ein Militärkonvoi mit einer toxischen Substanz an Bord in ein Altenheim in einer kleinen Provinzstadt, woraufhin sich dessen Bewohner in fleischfressende Zombies verwandeln. Gegen diese muss sich eine Gruppe junger Leute zur Wehr setzen. Okay, die Symbolik ist nicht gerade subtil, aber die Idee klingt dennoch super.

Wheatley wird alle sechs Folgen von "Generation Z" selbst schreiben und inszenieren. Fürs Fernsehen drehte er zuvor zwei "Doctor Who"-Folgen vor fünf Jahren. "Generation Z" wird nächstes Jahr gedreht und voraussichtlich Ende 2020 oder erst 2021 ausgestrahlt werden.

Produzent George Faber erklärt seine Sichtweise auf die Serie: (aus dem Englischen)

Was in Großbritannien aktuell passiert ist ein Bürgerkrieg in Zeitlupe. Unsere politische Klasse hat einen Weg gefunden, uns genau in der Mitte zu teilen und die Politik versteigt sich auf "wir gegen sie". Es gibt nichts dazwischen und was bleibt sind im Prinzip die Lebenden und die Toten.

Man kann eine Geschichte über die heutigen Vorgänge in der Gesellschaft durch Zombies erzählen, denn so nimmt man den Rassismus- und Xenophobiefluch von der Idee weg. Denn sie werden zu demokratischen Untoten.

In der Serie repräsentieren die Großeltern die Baby Boomer, die Eltern und Lehrer sind die Generation X, und die jüngeren Charaktere sind die titelgebende Generation Z, die sich mit steigenden Studienschulden, schlechten Aussichten auf dem Arbeitsmarkt, der Hoffnungslosigkeit, jemals ein eigenes Haus zu besitzen, und neuerdings auch mit Zombies herumplagen müssen.

Faber erklärt:

Unsere Helden müssen die alten fleischfressenden Zombies bekämpfen, die erst ihre Ressourcen gestohlen haben und nun ihr junges Fleisch wollen. Für diese Kids ist die Zombie-Apokalypse einfach eine weitere Hürde im Leben, die sie bewältigen müssen.

Okay, ich bin definitiv begeistert! Zum Abschluss noch der letzte Beitrag vom großartigen John Oliver zu Brexit: