Gal Gadot Cleopatra

Patty Jenkins und Gal Gadot am Set von Wonder Woman 1984 © 2020 Warner Bros. Pictures

Quelle: Deadline

Wonder Woman 1984 ist einer der letzten Blockbuster, die für dieses Jahr noch terminiert sind, und soll nach aktuellem Stand am 23. Dezember bei uns anlaufen. Die Erwartungen an die Fortsetzung zur DC-Verfilmung sind hoch. Der erste Film gilt für viele als eine der besten DC-Adaptionen seit Nolans Dark-Knight-Trilogie und einer der bisherigen Höhepunkte des wechselhaften DCEU. Auch an den Kinokassen lief es für die Amazone aus Themyscira mit mehr als $800 Mio Einspiel, davon mehr als $400 Mio alleine aus Nordamerika, mehr als rund. Gerade der beträchtliche Anteil des Umsatzes, der aus den USA stammt, ist der Hauptgrund, weshalb Wonder Woman 1984 erst starten wird, wenn der nordamerikanische Kinomarkt wieder mehr oder weniger komplett zur Verfügung steht. Einen gestaffelter Start á la Tenet ist sehr unwahrscheinlich.

Der erste Wonder Woman hat Hauptdarstellerin Gal Gadot zum Superstar gemacht, und Filmemacherin Patty Jenkins, für die es ihr erster Film seit dem Drama Monster von 2003 war, zur bestbezahlten Regisseurin Hollywoods, denn für die Fortsetzung hat sie satte $7 Mio kassiert. Während wir noch auf ihre zweite Zusammenarbeit warten, haben die beiden bereits einen neuen Film in Planung, der von einer realen, aber ebenso legendären und sagenumwobenen Frau handeln wird. Gadot wird die Hauptrolle im Historienfilm Cleopatra über die letzte Pharonin Ägyptens spielen, der von Jenkins inszeniert wird. Die mächtige Frau, der Liebesbeziehungen mit Julius Caesar und Marcus Antonius nachgesagt werden, ist die vermutlich bekannteste Herrscherin der Antike, die ihre Faszination bis heute noch ausübt. Viele Schauspielerinnen, darunter Vivien Leigh, Sophia Loren und Monica Bellucci, verkörperten Kleopatra auf der Leinwand. Am bekanntesten ist jedoch Joseph L. Mankiewicz' neunfach oscarnominierter Monumentalfilm mit Elizabeth Taylor in der Rolle. Der Film war zwar seinerzeit ein großer Erfolg, während der Produktion trieb er jedoch 20th Century Fox beinahe in den finanziellen Ruin. Inflationsbereinigt bleibt Cleopatra bis heute einer der teuersten Filme aller Zeiten.

Trotz der legendär schwierigen Produktion ist Hollywood seit Jahren wieder an einem großen Kleopatra-Film interessiert, und jahrelang war er bei Sony in Entwicklung. Am nächsten kam er vor fast zehn Jahren an seine Verwirklichung dran mit David Fincher (Gone Girl) als Regisseur und Oscarpreisträgerin Angelina Jolie als Kleopatra. Aus zeitlichen und Budgetgründen ist der Film jedoch nicht zustandegekommen. Der neue Cleopatra-Film basiert auf Gadots eigener Idee, und sie wird ihn über ihre Produktionsfirma Pilot Wave mitproduzieren. Gadot hat "Altered Carbon"-Schöpferin Laeta Kalogridis mit dem Drehbuch beauftragt. Kalogridis schrieb bereits das Skript zu Oliver Stones Historienepos Alexander mit. Außerdem war sie die Autorin von Shutter Island und Co-Autorin von Alita: Battle Angel.

Mehrere Studios waren sofort an dem Dream Team Gadot und Jenkins interessiert, und nach einem Zoom-Meeting, bei dem Kalogridis ihre Drehbuchideen dargelegt hatte, ging Paramount als Sieger hervor. Was dem Studio den Ausschlag gegeben hat, war Paramounts Bereitschaft, einen Big-Budget-Kinofilm möglichst schnell zu produzieren. Gadot und Jenkins hoffen, dass Cleopatra ihr nächster gemeinsamer Film werden wird, bevor Warner die beiden höchstwahrscheinlich für Wonder Woman 3 zurückbringen wollen wird. Eine so große, internationale Produktion, die vermutlich einige Massenszenen beinhalten wird und nicht Teil eines etablierten Franchises ist, ist insbesondere in der aktuellen Corona-Situation ein großes Risiko. Daher Hut ab an Paramount, dass sie es auf sich nehmen. Aus meiner Sicht könnte es wieder mehr Monumentalfilme im Kino geben. Gladiator hat das Genre Anfang der 2000er wiederbelebt, doch das Revival dauerte leider nicht lange an.

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