Fred Ward tot

Fred Ward in Tremors – Im Land der Raketenwürmer (1990) © Universal Pictures

Quelle: Variety

Charakterdarsteller Fred Ward, der wegen seines hartgesottenen Auftretens und seiner rauen Stimme häufig in Rollen von Armee- oder Strafverfolgungsbehördentypen besetzt wurde, ist vergangenen Sonntag im Alter von 79 gestorben. Das gab sein Pressesprecher bekannt. Die Todesursache ist nicht enthüllt worden.

Wie viele Film- und Horrorfans im Besonderen bringe ich Ward hauptsächlich mit seiner Rolle im kultigen Monsterfilm Tremors – Im Land der Raketenwürmer aus dem Jahr 1990 in Verbindung, in dem er als Earl Bassett neben dem jungen Kevin Bacon die Hauptrolle gespielt und unterirdische Riesenwürmer gejagt hat. Ward kehrte auch in der sechs Jahre später direkt für den Heimkinomarkt produzierten Fortsetzung Tremors 2 zurück, überließ die weiteren Sequels aber seinem Co-Star Michael Gross.

Doch Wards vielseitige Film- und Fernsehkarriere umfasste viel mehr als nur seine Auftritte in den Tremors-Filmen. Bevor er seine Berufung als Schauspieler in den Siebzigern entdeckte, diente Ward drei Jahre lang bei der US Air Force, arbeitete als Holzfäller in Alaska, war später als Hausmeister und Schnellrestaurant-Koch tätig und versuchte sich als Boxer. Nach seinem Studium der Schauspielerei Anfang der siebziger Jahre in New York, zog Ward nach Rom, wo er sein Geld anfangs als Synchronsprecher englischer Fassungen von italienischen Filmen verdiente. Diese Arbeit führte auch zu seiner ersten Rolle in der Miniserie "The Age of the Medici" (1973) des gefeierten Neorealisten Roberto Rossellini. Nach einem Auftritt in Rossellinis TV-Film Descartes zog Ward in seine kalifornische Heimat zurück, wo er 1979 in Don Siegels Flucht von Alcatraz (OT: Escape from Alcatraz) in seiner ersten großen Filmrolle neben Clint Eastwood besetzt wurde.

Die Achtziger brachten Ward dann seine größeren Rollen und Zusammenarbeiten mit vielen prominenten Regisseuren. So trat er 1981 in Walter Hills Die letzten Amerikaner (OT: Southern Comfort) auf und spielte 1983 eine Nebenrolle in Mike Nichols' Silkwood neben Meryl Streep. Zwischen den beiden Filme ergatterte er im Zeitreise-Abenteuer Timerider – Das Abenteuer des Lyle Swann (OT: Timerider: The Adventures of Lyle Swann) seine erste Hauptrolle, der Film floppte jedoch an den Kinokassen.

In einer seiner bekanntesten Rollen verkörperte Ward 1983 den tragisch verstorbenen Astronauten Gus Grissom im Filmklassiker Der Stoff, aus dem die Helden sind (OT: The Right Stuff). Zwei Jahre später versuchte man mit Remo Williams – Unbewaffnet und gefährlich (OT: Remo Williams: The Adventure Begins) vom James-Bond-Regisseur Guy Hamilton einen Actionstar aus Ward zu machen, doch der Film ging sowohl in der Kritik als auch an den Kinokassen unter.

Im selben Jahr, in dem Tremors in dei Kinos kam, spielte Ward eine seiner anspruchsvolleren Rollen im Erotikdrama Henry & June an der Seite der jungen Uma Thurman. Eine Schlüsselrolle spielte er 1992 in Robert Altmans dreifach oscarnominierten Satire The Player. Ein Jahr später trat er auch in Altmans Ensemblefilm Short Cuts auf.

In den letzten zwei Jahrzehnten seiner Karriere wurden Wards Rollen zunehmend kürzer, seine charismatische Ausstrahlung hinterließ jedoch meist immer noch einen bleibenden Eindruck, wann auch immer er zu sehen war. Zu seinen Spätwerken gehörten u. a. die Actionthriller Armored und 2 Guns, die Actionkomödie 30 Minuten oder weniger (OT: 30 Minutes or Less), der Comedyhit Road Trip sowie Gastrollen in Serien wie "Grey’s Anatomy", "Leverage" und "Emergency Room". Seine finale Rolle spielte Ward in der zweiten "True Detective"-Staffel als alkoholkranker Vater von Colin Farrells Hauptfigur.

Kevin Bacon zollte über Twitter seinem Tremors-Kollegen Tribut: