Eragon Serie

Jeremy Irons, Sienna Guillory Ed Speelers, Robert Carlyle und John Malkovich in Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter (2006) © 20th Century Studios

Quelle: Variety

Verfilmungen von beliebten Romanen haben es im Vergleich zu der Vorlage häufig nicht leicht, doch kaum eine hat so schlecht abgeschnitten wie die Adaption von Christopher Paolinis erstem "Eragon"-Roman "Das Vermächtnis der Drachenreiter". Nachdem die Herr-der-Ringe– und Harry-Potter-Filme in den frühen 2000ern das Fantasykino wiederbelebt hatten, wollte plötzlich jedes Studios ein eigenes Fantasy-Franchise haben. An Vorlagen mangelte es nicht, an guten Umsetzungen schon, und so sind viele Anläufe wie Mitternachtszirkus, Der goldene Kompass und Eragon bereits mit dem ersten Film im Keim erstickt. Keiner wurde jedoch von den Fans so sehr gehasst wie Eragon. Zugegeben, bereits Paolinis Romane, die er mit 15 zu schreiben begonnen hat, waren nicht gerade Meisterwerke der Fantasyliteratur und bedienten sich sehr großzügig bei Der Herr der Ringe und vor allem Star Wars. Der Schreibstil ließ häufig zu wünschen übrig, doch die Geschichten waren kurzweilig, packend und boten sich auch perfekt für eine filmische Umsetzung an.

Wie der Eragon-Film trotz seines $100-Mio-Budgets so massiv in die Hose gehen konnte, ist mir schleierhaft, doch es sagt vielleicht etwas aus, dass sein Erstlingsregisseur und dreifach oscarnominierte Effektekünstler Stefan Fangmeier seitdem keinen weiteren Film mehr gedreht hat. Trotz übler Verrisse war Eragon mit rund $250 Mio Einspiel an den Kinokassen sowie weiteren $88 Mio an DVD- und Blu-ray-Verkäufen alleine in den USA (es waren andere Zeiten!) kein Flop. Dennoch verzichtete Fox auf eine Fortsetzung mit der berechtigten Befürchtung, die extrem negativen Reaktionen würden die Einnahmen des Sequels einbrechen lassen.

Für gewöhnlich sind Filmfans sehr skeptisch, wenn es um Remakes geht, doch Rufe nach einer anständigen Neuverfilmung von Eragon und der Adaption der weiteren drei Romane aus Paolinis "Vermächtnis-Zyklus" wurden mit der Zeit immer lauter, insbesondere nachdem Disney die Rechte beim Aufkauf von Fox übernommen hat.

Jetzt wurden die Bitten endlich erhört, denn laut Brancheblatt Variety befindet sich eine "Eragon"-Serienadaption in einem frühen Entwicklungsstadium bei Disney+ und Paolini selbst fungiert als Co-Autor der Serie. Das ist schon mal ein gutes Zeichen für die Fans und wenn "Game of Thrones" uns etwas bewiesen hat, dann dass Fantasygeschichten mit Drachen auch auf Fernsehbildschirmen heutzutage spektakulär aussehen können.

Paolinis "Eragon" ist eine archetypische Heldenreise und handelt vom titelgebenden Bauernjungen, der in Besitz eines Dracheneis gelangt und erfährt, dass ihm ein großes Schicksal als Drachenreiter bestimmt ist, der den skrupellosen Herrscher der magischen Welt Alagaësia stürzen soll.

Es ist noch früh, um zu sagen, ob und wann die "Eragon"-Serie wirklich kommen wird, die Messlatte liegt nach dem Kinofilm jedenfalls sehr niedrig. Es wäre nicht das erste im Kino gescheiterte Fantasy-Franchise, das Disney+ als Serie rebooten würde. Eine "Percy Jackson"-Serienadaption, die deutlich näher an Rick Riordans Romanen über den jungen Halbgott sein soll, wird vom Streamer bereits produziert. Deren Produzent Bert Salke arbeitet übrigens auch an der "Eragon"-Serie.

Wen könnt Ihr Euch in den Hauptrollen der Serie gut vorstellen?