Der Astronaut – Project Hail Mary war ursprünglich fast vier Stunden lang

Nach einigen kleinen Achtungserfolgen wie The Beekeeper und Challengers – Rivalen ist Der Astronaut – Project Hail Mary der erste waschechte große Kassenhit für Amazon MGM Studios. Die Verfilmung von Andy Weirs gleichnamigem Roman begeistert seit einem Monat weltweit die Kinogänger, steht kurz davor, die 600-Millionen-Dollar-Marke an den weltweiten Kinokassen zu überschreiten, und gilt als erster wahrscheinlicher Oscarkandidat des Jahres. In vielerlei Hinsicht bedient sich Project Hail Mary desselben Erfolgsrezepts wie die erste Andy-Weir-Verfilmung Der Marsianer – Rettet Mark Watney: Beide Filme sind One-Man-Shows eines großen Hollywood-Stars, deren Charaktere mit Einfallsreichtum und Humor unüberwindbaren Hindernissen im Weltall trotzen. Und wie schon Matt Damon für Der Marsianer, wird auch Ryan Gosling für Project Hail Mary höchstwahrscheinlich mit einer Oscarnominierung belohnt werden, denn es ist Goslings charismatische und sympathisch uneitle Performance, die den Film trägt und abermals beweist, dass er einer der vielseitigsten Stars seiner Generation ist.

Neben Goslings Performance und seiner Chemie mit seinem außerirdischen Leinwandpartner Rocky ist die souveräne Regie von Phil Lord und Christopher Miller ein weiteres Highlight des Films. Es ist ihre erste Regiearbeit seit 22 Jump Street vor zwölf Jahren und seit Disney sie von Solo: A Star Wars Story feuerte. Mit Andy Weirs Roman und Drew Goddards Drehbuch (Goddard schrieb auch das oscarnominierte Skript Der Marsianer) hatten sie natürlich auch sehr dankbare Vorlagen, dennoch ist es eine beachtliche Leistung, einen zweieinhalbstündigen Film ohne große Actionsequenzen und mit nur einem einzigen Darsteller über weite Strecken zu inszenieren, ohne jemals Langeweile aufkommen zu lassen.

Mit einer Laufzeit von 156 Minuten zählt Project Hail Mary zu den längeren Blockbustern der letzten Jahre, doch Weirs fast 500 Seiten langen Roman auf diese Länge zu komprimieren, war für Lord und Miller bereits ein harter Kampf. Wie die beiden im Podcast Happy Sad Confused kürzlich enthüllten, war die Rohschnittfassung des Films, die sie ihren Familien, Freunden und Kollegen gezeigt haben, erheblich länger und nicht annähernd so gut. Miller erklärte: (aus dem Englischen)

Unsere erste offizielle Testvorführung verlief großartig, aber wir veranstalten schon viel früher Vorführungen für Freunde, Familie und andere Filmemacher und Autoren. Dieser Film war riesig. Als wir den Rohschnitt endlich auf unter vier Stunden gekürzt hatten, haben wir einigen befreundeten Filmemachern eine drei Stunden und 45 Minuten lange Fassung des Films vorgeführt, was ziemlich peinlich war.

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Lord fügte hinzu, dass es zwar nicht schwer war, die Laufzeit auf drei Stunden herunterzukürzen, die letzte halbe Stunde zu entfernen, sei aber mühsam gewesen:

Man weiß einfach nicht, wie die Szenen beim Publikum ankommen werden. Wir fanden alles charmant, aber manche dieser charmanten Elemente kamen nicht an. Das machte es wirklich einfach, den Film auf drei Stunden zu kürzen. Dann mussten wir uns ganz langsam auf zweieinhalb Stunden vorarbeiten.

Ob eine längere Version des Films später im Heimkino erscheinen wird, ist unklar, meiner Meinung nach aber auch nicht notwendig. Als jemand, der die Vorlage gelesen und den Film gesehen hat, kann ich nicht behaupten, dass mir irgendetwas in der Verfilmung fehlte. Ein Film entsteht bekanntlich nicht nur am Set vor den Kameras, sondern vor allem auch später im Schneideraum und dort haben Lord, Miller und ihr Editor Joel Negron tolle Arbeit geleistet.

Wie hat Euch Der Astronaut – Project Hail Mary gefallen, und hättet Ihr gerne eine längere Fassung des Films gesehen?

Quelle: Happy Sad Confused Podcast

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