Quelle: Warner Bros. Home Entertainment

Wie bei vielen anderen, war es Der weiße Hai, der bei mir die Faszination mit (zugegebenermaßen im Kino falsch repräsentierten) Meeres-Raubtieren weckte. Die Messlatte von Spielbergs Meisterwerk an minimalistisch erzeugter Spannung hat zwar kein anderer Haifilm seitdem erreicht, doch für Filme über die Killerfische habe ich seit jeher eine große Schwäche. Renny Harlins Deep Blue Sea, in den ich mich 1999 noch als 13-Jähriger ins Kino eingeschlichen habe, ist vermutlich mein größtes Guilty Pleasure im Genre. Der Film und besonders seine CGI-Effekte sind nicht besonders gut gealtert, doch als blutiger Popcorn-Spaß mit Monsterhaien und einem der überraschendsten Horrorfilmtode überhaupt ist er sehr kurzweilig. So hätte auch MEG sein können, war aber eine eher zahme, lahme Nummer.

Fast 20 Jahre nach dem ersten Deep Blue Sea kam Warner auf die Idee, den bekannten Titel für ein günstiges Direct-to-DVD-Sequel auszuschlachten, in dem sich genetisch manipulierte, hochintelligente Bullenhaie an einem Büffet aus Wissenschaftlern sattgefressen haben. Gerade im Vergleich zu den kürzlich zuvor veröffentlichten Haifilmen wie The Shallows oder 47 Meters Down im Kino war Deep Blue Sea 2 trotz seines R-Ratings eher schwach und reichte auch an seinen Vorgänger nicht heran.

Doch der Titel hat seine Wirkung erfolgreich entfalten. Deep Blue Sea 2 war ein kommerzieller Hit und der dritte Film ließ keine weiteren zwei Jahrzehnte auf sich warten, sondern kommt bereits diesen Sommer ins Heimkino. Warner wird Deep Blue Sea 3 in den USA am 28. Juli über Video-On-Demand und am 25. August als Blu-ray veröffentlichen. Der Film setzt die Ereignisse des zweiten Teils mit neuen menschlichen Charakteren, aber den gleichen entflohenen Bullenhaien (im Originalfilm waren es noch Makohaie) fort, und lässt die Großen Weißen Haie ihnen diesmal Gesellschaft leisten. Den Trailer zum Film und das Blu-ray-Cover findet Ihr unten:

Deep Blue Sea 3 Trailer Blu-rayDen Größenverhältnissen auf dem Cover nach zu urteilen, könnte man meinen, es handle sich eher um ein MEG-Sequel als um Deep Blue Sea 3

Der deutsche Veröffentlichungstermin des Sequels steht noch nicht fest. Der zweite Film wurde 2018 jedoch im selben Monat hierzulande auf den Markt gebracht wie in den USA.

Wie seine beiden Vorgänger hat Deep Blue Sea 3 ein R-Rating erhalten. Im schlimmsten Fall kann man also zumindest noch auf blutiges Hai-Gemetzel hoffen. Die bekannteste Darstellerin des Films ist Tania Raymonde (Texas Chainsaw 3D). Sie spielt die angesehene Meeresbiologin Emma Collins, die gemeinsam mit ihrer Crew mitten im Ozean in einem Labor oberhalb einer versunkenen Stadt arbeitet, wo sie das Paarungsverhalten der Großen Weißen Haie beobachten. Doch die genetisch manipulierten Bullenhaie aus Deep Blue Sea 2 treiben dort ebenfalls ihr Unwesen und wollen ihre eigene Evolution vorantreiben, indem sie sich mit den größeren und schnelleren Weißen Haien fortpflanzen. Zugleich gibt es natürlich wieder einen geldgeilen Geschäftsmann, der in den Bullenhaien den Schlüssel zur Intelligenzsteigerung sieht und daraus Profit schlagen will. Nichts Neues in der Welt der egoistischen, profitorientierten Horrorfilm-Charaktere. Ich denke, ich kann bereits erraten, welches Schicksal ihn befallen wird.

Auch wenn es eigentlich nach Deep Blue Sea 2 keinen Grund gibt, sich auf einen dritten Teil besonders zu freuen, ist dessen Regisseur John Pogue immerhin ein gutes Zeichen. Er inszenierte den halbwegs atmosphärischen Gruselfilm The Quiet Ones mit Jared Harris und Olivia Cooke. Letzten Endes ist es immer noch ein Haifilm und daher ein Muss für mich über kurz oder lang. Schlimmer als 47 Meters Down: Uncaged kann er eigentlich nicht werden.

Unten als Reminder noch die beste Szene aus dem Original-Deep Blue Sea: