Quelle: Universal Pictures

Noch lange bevor sie seinen Namen kannten, kannten viele Filmfans sein Gesicht. Neben Ron Perlman hat Danny Trejo eine der wiedererkennbarsten Visagen Hollywoods. Wenn man einen ultracoolen, taffen Mexikaner bzw. mexikanischstämmigen Charakter braucht, ist Trejo seit vielen Jahren für viele Filmemacher die erste Wahl. Nicht umsonst zählt seine Filmografie seit 1985 hunderte Film- und Serienrollen. Spätestens seit seiner Heldenrolle in Robert Rodriguez' Machete ist Trejo der ultimative Kultstar.

Trejos leg-dich-nicht-mit-mir-an-Ausstrahlung kommt nicht von ungefähr. Sein Leben hätte einen ganz anderen Verlauf nehmen können als den eines gefragten B-Movie-Stars. Als Kind wurde er von seinem Onkel aufgezogen, einem drogenabhängigen Räuber. Trejo nahm mit 12 erstmals Heroin, stieg früh ins Verbrecherleben ein, und landete mit 15 erstmals in einer Gefängniszelle. Es war nicht das letzte Mal. Bewaffnete Raubüberfälle und Drogenhandel brachten ihn weitere Male hinter Gittern, zuletzt für fünf Jahre in den Sechzigern. Der Knast härtete Trejo ab, doch bei seinem letzten Gefängnisaufenthalt entdeckte er das Boxen für sich, und sein Leben nahm eine Wende. Er wurde clean und engagierte sich als Betreuer in einem Rehabilitierungsprogramm für Drogensüchtige.

Per Zufall kam er zum Film, als ihn einer der Crew-Mitarbeiter vom Set von Runaway Train gebeten hat, ihn dort zu besuchen und mit der Versuchung des Kokains am Set zu helfen. Dort wurde ihm aufgrund seines Aussehens eine Statistenrolle angeboten. Als Drehbuchautor und Ex-Sträfling Edward Bunker Trejo als einen seiner Mitinsassen vom San-Quentin-Gefängnis wiedererkannte, schlug er vor, dass Trejo als Boxtrainer von Eric Roberts angeheuert wird. So nahm Trejos Karriere im Filmgeschäft ihren Lauf, mit ganz kleinen Schritten und winzigen Gastrollen, bis die Zusammenarbeit mit Robert Rodriguez, seinem Cousin zweiten Grades, an Desperado und From Dusk Till Dawn, ihn Millionen von Filmfans bekannt gemacht hat.

Über seinen wirklich ungewöhnlichen Werdegang von einem Junkie und Sträfling über Statistenrollen zu einem ikonischen Kult-Schauspieler und Motivationsredner wurde jetzt ein Dokumentarfilm mit dem Titel Inmate #1: The Rise of Danny Trejo produziert, inszeniert von Brett Harvey (Ice Guardians). Der Titel ist eine Anspielung darauf, dass Trejos frühe Filmcharaktere keinen Namen hatten, sondern einfach als "Gefängnisinsasse #1" im Abspann geführt wurden. Trejo selbst den ersten Trailer zur Doku enthüllt, in dem seine Co-Stars wie Cheech Marin und Michelle Rodriguez zu Wort kommen. Den Trailer samt Filmplakat könnt Ihr unten sehen:

Danny Trejo Doku PosterAngekündigt wurde Inmate #1 erstmals Anfang 2017. Letztes Jahr lief die Doku bereits auf einigen Filmfestivals in Kanada, Großbritannien und den USA. Am 7. Juli wird Universal den Film in den USA über Video-On-Demand veröffentlichen. Bereits am 22. Juni wird er international erscheinen, darunter in Großbritannien und Irland. Ob man ihn dann auch direkt in Deutschland sehen können wird, ist noch nicht bekannt. Für viele Fans des unverwechselbaren 75-jährigen Schauspielers dürfte Inmate #1 ein interessanter Blick auf einen der ungewöhnlichsten Lebensläufe Hollywoods sein.