Quelle: A24

Schwarzweiß-Filme sind heutzutage natürlich nicht so verbreitet wie in den Vierzigern oder Fünfzigern. Es ist genau 60 Jahre her, seit die Mehrheit der in einem Jahr produzierten Hollywood-Filme nicht in Farbe war. Doch der Schwarzweiß-Film ist keineswegs tot und erlebt gerade seit rund zehn Jahren eine kleine Renaissance, meist prestigeträchtige Auteurfilmen mit sehr persönlichen kleinen Geschichten vorbehalten, die regelmäßig im Oscar-Rennen auftauchen, wie beispielsweise The Artist, Das weiße Band, Cold War und Roma. Dieses Jahr sind es gleich mehrere Schwarzweiß-Filme, die als ernstzunehmende Oscarkandidaten gelten, darunter Kenneth Branaghs Belfast, Rebecca Halls Regiedebüt Passing, Joel Coens Alleingang The Tragedy of Macbeth und Mike Mills' C’mon C’mon. Alle diese vier Filme erhielten bislang sehr positive Kritiken. Zum letzteren hat der US-Verleih A24, der bei den Oscars bereits u. a. mit Moonlight und Lady Bird mitgemischt hat, einen brandneuen Trailer veröffentlicht, bei dem jedem Cineasten warm ums Herz werden sollte.

In C’mon C’mon spielt Oscargewinner Joaquin Phoenix in seiner ersten Rolle seit Joker den liebenswerten Radiojournalisten Johnny, in dessen Obhut sein frühreifer Neffe Jesse (Woody Norman) anvertraut wird. Auf einer Reise quer durch das Land lernen sich die beiden besser kennen. Gaby Hoffman ("Transparent") und Scoot McNairy (Argo) spielen in dem Film ebenfalls mit. Robbie Ryan diente als Kameramann und könnte für seine Arbeit seine zweite Oscarnominierung nach The Favourite erhalten. Der Film sieht jedenfalls herzerwärmend, rührend und einfühlsam aus.

In den USA wird C’mon C’mon bereits kommendes Wochenende in ausgewählten Kinos starten, um sich für die nächsten Oscars zu qualifizieren. Bei uns soll er von DCM Filmdistribution erst am 24.03.2022 veröffentlicht werden. Bis dahin werden wir wissen, ob Phoenix seinen zweiten Oscar oder zumindest seine fünfte Nominierung einheimsen konnte.