Lisbeth Salander Claire Foy

Claire Foy in "Crossbones" (2014) © NBC

Quelle: Sony Pictures

Man sollte nicht immer alles für bare Münze nehmen, was Stars in Interviews sagen. Im Mai tauchte das Gerücht auf, dass die Britin Claire Foy, Star der gefeierten Netflix-Serie "The Crown", in der Verfilmung von David Lagercrantz' Roman "Verschwörung" als Hackerin Lisbeth Salander in die Fußstapfen von Noomi Rapace und Rooney Mara treten würde. Rogue-One-Star Felicity Jones wurde als ihre Haupt-Konkurrentin für die Rolle genannt. Daraufhin hat Foy das Gerücht vehement dementiert und erklärte, sie habe nichts davon gehört.

Vier Monate später.

Claire Foy wird von Sony Pictures offiziell als neue Lisbeth Salander angekündigt. So viel also dazu.

Mit 32 Jahren ist Foy die älteste Schauspielerin, die die Rolle von Salander aufnehmen wird, was aber nicht unpassend ist, da "Verschwörung" das vierte Buch der Millennium-Reihe ist und nach den Ereignissen spielt, die die Zuschauer aus der schwedischen Film-Trilogie mit Rapace kennen. Foy feierte ihr Filmdebüt 2011 in Der letzte Tempelritter an der Seite von Nicolas Cage, doch ihr großer Durchbruch kam mit "The Crown", in der sie die junge Königin Elizabeth II spielt. Für die Rolle gewann Foy einen Golden Globe und ist aktuell auch für einen Emmy nominiert.

Fede Alvarez, der Regisseur des letztjährigen Überraschungshits Don’t Breathe, inszeniert Verschwörung, der in der englischsprachigen Fassung The Girl in the Spider’s Web heißt. Der Film soll am 25.10.2018 in die deutschen Kinos kommen. In dem Roman nehmen Mikael Blomkvist und Lisbeth Salander den Kampf gegen eine international agierende kriminelle Organisation auf. Der Fall wird für Lisbeth schnell persönlich.

Es ist schon ein wenig kurios, dass Sony nach David Finchers grandiosem Remake Verblendung das zweite und dritte Buch einfach überspringt und stattdessen den ersten Millennium-Roman verfilmt, der nicht von Larsson geschrieben wurde. Ein Beweggrund ist vermutlich, dass man jegliche Vergleiche zu den schwedischen Filmen vermeiden möchte und gewissermaßen mit einer unbeschriebenen Tafel anfängt. Sehr schade finde ich, dass wir nie eine Fortsetzung mit Daniel Craig und Rooney Mara sehen werden, denn nicht nur fand ich sie als das Duo Blomkvist/Salander großartig, Finchers Film war dem schwedischen Vorgänger deutlich überlegen und näher dran an dem Roman. Nichts umsonst kassierte der Film fünf Oscarnominierungen, darunter eine für Mara für ihre furchtlose Performance als Lisbeth. Aber ich schätze, dass ein Sequel ohne Fincher, Craig und Mara für Sony auch deutlich kostengünstiger zu produzieren sein wird.

Natürlich war auch Noomi Rapace großartig in der Rolle (auch wenn Mara optisch eine bessere Passung war), sodass die Messlate für Claire Foy nach zwei tollen Darbietungen wirklich hoch liegt. Mit "The Crown" hat die Britin großes Talent gezeigt.