Bruce Willis John Travolta

Bruce Willis und John Travolta in Pulp Fiction (1994) © Miramax

Quelle: Deadline

Seien wir mal ehrlich, weder John Travolta noch Bruce Willis haben sich in den letzten Jahren mit Ruhm bekleckert, was ihre Filme und Rollenwahl angeht. Gerade Willis, der die meiste Zeit in den Untiefen von Direct-to-DVD-Produktionen verbringt und bei diesen für 1-2 Tage am Set auftaucht, um für seine schlafwandelnde Performance einen Scheck zu kassieren, ist inzwischen nahezu zu einem Garanten für maue Unterhaltung geworden.

Es sah natürlich bei beiden mal ganz anders aus. Travolta und Willis gehörten nicht ohne Grund lange Zeit zu den größten Stars Hollywoods und haben über die Jahrzehnte in zahlreichen sehr erfolgreichen und bis heute extrem beliebten Filmen mitgespielt. Eine der unbestrittenen Sternstunden in den Karrieren beider Schauspieler bleibt Quentin Tarantinos Kultfilm Pulp Fiction, der seinerzeit Travoltas Karriere einen kräftigen neuen Schub gab. Der mit der Goldenen Palme prämierte Streifen ist ein Meilenstein der Filmgeschichte und wird bis heute häufiger zitiert als die meisten Filme seiner Ära. Travolta spielte mit seinem Co-Star Samuel L. Jackson neun Jahre später im Militärthriller Basic wieder zusammen, und mit Uma Thurman schwang er in Be Cool das Tanzbein. Eine erneute Zusammenarbeit mit Willis blieb jedoch bislang aus, doch das wird sich bald ändern.

Morgen werden auf der hawaiianischen Insel Maui die Dreharbeiten zum Actionthriller Paradise City unter der Regie von Chuck Russell (Eraser, Scorpion King) beginnen, in dem Willis einen eigenwilligen Kopfgeldjäger verkörpert, der sich auf einen Rachefeldzug durch die kriminelle Unterwelt von Hawaii begibt. Sein Ziel ist dabei der von Travolta gespielte Gangsterboss, der den Vater von Willis' Figur ermordet hat. Das Projekt soll sich stilistisch "Miami Vice" ähneln, mit Kopfgeldjägern anstelle von Polizisten. Die weibliche Hauptrolle spielt das thailändische Model und Schauspielerin Praya Lundberg.

Das klingt natürlich auf den ersten Blick ganz gut. Doch ich muss an dieser Stelle die Erwartungen vielleicht ein klein wenig herunterschrauben. Das Drehbuch zu Paradise City stammt von Corey Large und Edward Drake, die auch die beiden in der Kritik zerrissenen Sci-Fi-Filme Cosmic Sin und Breach mit Willis geschrieben haben. Large, der in Paradise City auch als Mitglied von Willis' Kopfgeldjäger-Truppe mitwirken wird, produzierte außerdem Willis-Rohrkrepierer wie First Kill, Marauders und Precious Cargo. Das spricht nicht gerade für den kommenden Film, auch wenn sie mit Russell zumindest einen soliden Regisseur an Bord haben. Immerhin klingt die Handlung ganz danach, als würde Willis nicht lediglich für einen Drehtag am Set vorbeischauen, sondern eine tragende Rolle spielen.