28 Months Later Danny Boyle

Cillian Murphy in 28 Days Later (2002) © Fox Searchlight Pictures

Quelle: The Independent

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Kurios, aber wahr: Der Film, der Zombies im Horrorgenre wieder aufleben ließ, war genau genommen gar kein Zombiefilm. Zwar ist die Verwechslung nicht schwer, doch die Unwesen in Danny Boyles 28 Days Later sind keine Untoten mit Hunger auf Menschenhirn, sondern Infizierte, die langsam an einem Virus, der sie extrem aggressiv macht, dahinsiechen.

Doch für die meisten Filmfans waren es natürlich auf den ersten Blick Zombies und dem Erfolg des Films haben wir sowohl Zack Snyders Remake Dawn of the Dead zu verdanken, der schnelle Zombies endgültig etablierte, als auch die gesamte darauffolgende Welle von Zombiefilmen und -Serien, die zusätzlich durch den Erfolg von “The Walking Dead” befeuert wurde.

Es war wohl auch diese Erwartung eines klassischen Zombiefilms, die dazu führte, dass mich 28 Days Later bei der Erstsichtung vor über 15 Jahren enttäuschte. Erst später habe ich den Film immer mehr zu schätzen gelernt. Sein erstes Sequel, 28 Weeks Later, mochte ich hingegen auf Anhieb und er gehört für mich zu den gelungensten Horror-Sequels überhaupt. Inszeniert wurde die Fortsetzung von Juan Carlos Fresnadillo und kam bei den Fans ähnlich gut an wie der erste Film. Seitdem hoffen sie auf den nahegelegten dritten Teil, der logischerweise 28 Months Later heißen würde. Das Ende von 28 Weeks Later stellte nämlich eine Ausbreitung der Seuche auf dem europäischen Kontinent in Aussicht und eröffnete damit interessante Möglichkeiten für die Fortführung der Reihe.

Doch zwölf Jahre nach 28 Weeks Later haben wir einen dritten Film immer noch nicht gesehen. Die Karrieren von Danny Boyle und Drehbuchautor Alex Garland haben sich seitdem phänomenal entwickelt. Boyle räume mit Slumdog Millionär bei den Oscars ab, Garland wechselte selbst ins Regiefach und inszenierte faszinierende Sci-Fi-Streifen Ex Machina und Auslöschung. 28 Months Later ist ein Projekt geblieben, auf das sie über die Jahre immer wieder angesprochen werden, doch zuletzt verlor Garland selbst den Glauben, dass der Film jemals kommen wird.

Das sieht Danny Boyle jedoch anders und verriet während eines Interviews anlässlich des Starts seines neuen Films Yesterday, dass Garland und er eine wirklich gute Idee für Teil 3 haben, und dass man nicht die Hoffnung aufgeben sollte: (aus dem Englischen)

Alex Garland und ich haben eine wundervolle Idee für einen dritten Teil. Sie ist wirklich gut. Der Originalfilm führte einen Aufschwung der Zombiefilme herbei und dieser spielt gar nicht darauf an. Es fühlt sich überhaupt nicht ausgelutscht an. Aber er (Garland) konzentriert sich gerade darauf, seine eigenen Filme zu drehen, also ist dieser Film in der Schwebe, aber es ist ein man-weiß-nie.

Auch wenn viele andere Online-Portale diese Meldung mit der Überschrift “28 Days Later: Teil 3 ist bestätigt” o. ä. berichten, muss man ehrlicherweise sagen, dass es so nicht stimmt. Das Einzige, was hier bestätigt wurde, ist, dass Boyle tendenziell Interesse hat und dass eine Idee existiert. Das ist besser als nichts und man könnte meinen, dass wo der Wille ist, auch der Weg sei. Doch faktisch wurde nichts bestätigt und der Film wird aktuell nicht aktiv entwickelt. Man kann nur hoffen, dass sich das irgendwann ändern wird. Wenn sie noch länger damit warten, kann er direkt 28 Years Later heißen.

Zum Abschluss noch das Herzstück von John Murphys großartigem Score des Originalfilms: