Box-Office Deutschland – Die Croods startet ordentlich

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Box-Office Deutschland - 21.-24.03.2013 Zusammenfassung und Analyse

Quelle: Insidekino

Es kehrt keine Ruhe ein. Nach vier breiten Starts vorletzte Woche, kamen am letzten Wochenende weitere fünf Filme in mehr als 100 Kinos, ein sechster verfehlte die Marke lediglich um vier Kinos. Interessanterweise waren nur zwei dieser Film US-amerikanisch. Zwei kamen aus Frankreich, einer aus Norwegen und einer war eine einheimische Produktion. Nur einer der Neuzugänge konnte aber wirklich überzeugen. Trotz viel Bewegung in den Charts, erreichten lediglich drei Filme am regulären Wochenende (Donnerstag bis Sonntag) 100,000 Besucher, zwei davon schon alte Hasen. Gegenüber der Vowoche ging es um 8% hinauf, verglichen mit dem Vorjahr musste die Gesamtbesucherzahl der Top 10 aber um 1% nachgeben.

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An der Spitze der Charts startete das neuste Animationsabenteuer von DreamWorks, Die Croods, welches bis Sonntag 419,000 Zuschauer in seine 728 Kinos lockte. Etwa 357,000 davon sahen den Film am regulären Wochenende, der Rest in zahlreichen Previews. Auch wenn der Start an und für sich nicht besonders großartig erscheinen mag (fünf Filme starteten alleine dieses Jahr besser in Deutschland), ist es dennoch der beste Start für einen Animationsfilm in Deutschland, der nicht einem etablierten Franchise (wie Cars, Madagascar, Shrek oder Ice Age) entstammt, seit Ich – Einfach unverbesserlich im Herbst 2010! Die Croods lockte mehr Besucher zum Start vor dien Leinwände als Rio, Drachenzähmen leicht gemacht, Ralph reicht’s und sogar Merida – Legende der Highlands. Als wäre das schon nicht beeindruckend genug, hat Die Croods auch bis Hanni & Nanni 3 am 9. Mai keine große Konkurrenz um sein Familienpublikum zu befürchten und befindet sich damit in bester Lage, um eine lange Laufzeit zu entwickeln. Da fast die gesamte Republik momentan in Osterferien ist, wird auch das einen großen Beitrag leisten. Man muss dabei natürlich auch das Wetter im Auge behalten. Sobald dieser scheinbar unendlich lange Winter zu Ende geht und endlich wärmere Temperaturen eintreffen, wird das insbesondere die Familienfilme hart treffen. Dennoch erwarte ich eine sehr lange Spieltzeit für Die Croods und eine Gesamtbesucherzahl von mehr als 2 Mio.

Vom Thron gestossen, fand sich Die fantastische Welt von Oz an seinem dritten Wochennde auf Platz 2 der Charts wider. Der Fantasyfilm litt natürlich unter direkter Konkurrenz von Die Croods, verlor 35% seiner Besucher von der Vorwoche und erreichte am Wochenende so zusätzliche 127,000 Kinogänger. Seine vorläufige Gesamtbesucherzahl brachte er nach 18 Tagen auf solide 716,000. Auch Oz wird stark von Ostern und einem Mangel an Konkurrenz profitieren. Dem Film ist 1 Mio weiterhin sicher und er könnte es auch auf 1,1-1,2 Mio Besucher bringen. Kein Überflieger, aber dennoch ein respektabler Erfolg hierzulande.

Auch in der vierten Woche setzte sich der Erfolg von Hänsel & Gretel: Hexenjäger beeindruckend fort. Der Film platzierte sich auf Rang 3 der Charts und erreichte knapp 100,000 Kinogänger (-38%). Damit knackte er mit Leichtigkeit als fünfter Film von 2013 die 1 Mio-Zuschuermarke und ist mit 1,1 Mio Besuchern bereits der dritte FSK16-Film, dem es dieses Jahr gelang (nach Django Unchained und Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben). G.I. Joe – Die Abrechnung wird dem Film dieses Wohenende mit Sicherheit deutlich zusetzen, doch auch wenn er jetzt hart abfallen sollte, Hänsel & Gretel hat bereits mehr erreicht, als die meisten dem Film zugetraut hätten. Wer hätte schließlich gedacht, dass der ab 16 Jahen freigegebene Horror-Actioner erfolgreicher in Deutschland sein wird als Die fantastische Welt von Oz, Prometheus und Dark Shadows? Hier erwarte ich insgesamt mehr als 1,3 Mio Zuschauer.

Der zweitstärkste Neustart der Woche war der deutsche Film Ostwind, der mit 109,000 Zuschauern (inkl. Previews) von 393 Kinos Platz 4 belegte, davon 87,000 am eigentlichen Wochenende. Es ist ein solider Start, denn der Film verlor sicherlich einige potenzielle Zuschauer an Die Croods am Wochenende und auch mit Rubinrot hatte er durhaus Konkurrenz. Solche Filme haben in der Regel eine lange Laufzeit und ich sehe nicht, wieso das bei Ostwind anders sein sollte. Eine halbe Million Besucher kann er, insbesondere dank Ostern, mit Sicherheit erreichen.

Von Ostwind und Die Croods hart getroffen, fiel Rubinrot an seinem zweiten Wochenende um 39% auf etwa 70,000 Zuschauer, was gerade noch für Platz 5 der Charts gereicht hat. Bis dato wurde die Verfilmung des deutschen Fantasyromans von knapp 239,000 Zuschauern gesehen. Auch wenn der Verleiher sich das bestimmt etwas besser vorgestellt hat, wird der Film sich in den kommenden Wochen dank Ostern und dem eingangs erwähnten Mangel an Familienfilmen in den kommenden Wochen noch erholen. Auch für Rubinrot wird die 500,000-Marke fallen und vielleicht bring er es gar auf 700,000 Zuschauer.

Ein Mordsteam belegte Platz 6 am Wochenende mit 79,000 Zuschauern (inkl. Sneaks und Previews) von 208 Kinos. Scheinbar hat der Erfolg von Ziemlich beste Freunde Omar Sys neuem Film nur mäßig geholfen. Allerdings wäre er ohne den Riesenhit von 2012 wahrscheinlich mit gerade einmal halb soviel Besuchern gestartet. Positive Mundpropaganda wird hier ein Gesamtergebnis von mehr als 300,000 Zuschauern ermöglichen.

Nachtzug nach Lissabon blieb weiterhin die erste Wahl unter den Arthouse-Kinogängern und legte den besten Rückgang in der gesamten Top 20 hin. Nur 13% seiner Zuschauer verlor die Bestselleradaption gegenüber der Vorwoche und erreichte am Wochenende weitere 61,000 Kinogänger. Insgesamt wurde der Film nach 18 Tagen von 289,000 Besuchern gesehen. Die Zeichen deuten alle auf eine sehr lange und erfolgreiche Laufzeit hin. Unter seinem Zielpublikum genießt der Film sehr positive Mundpropaganda und wird noch in vielen Arthouse-Kinos mit Sicherheit lange gespielt werden. Auch im Open-Air-Kino wird Nachtzug nach Lissabon ein Renner sein. Hier sind auf lange Sicht mindestens 700,000 Zuschauer zu erwarten.

Kokowääh 2 hielt sich auch in der 7. Woche ordentlich und baute nur 30% ab. Nach weiteren 55,000 Zuschauern hat der Film schon mehr als 2,4 Mio Besucher in die Kinos gelockt. Nur noch weniger als 50,000 fehlen ihm, um Der Schlussmacher zu überholen und sich auf #2 der erfolgreichsten Filme von 2013 in Deutschland zu platzieren. Til Schweiger ist und bleibt eben ein Publikumsmagnet! Nach den Open-Air-Vorstellungen im Sommer könnte er sogar auf 2,7 Mio kommen.

Die französische Liebeskomödie Der nächste, bitte! belegte am Wochenende Platz 9 mit 55,000 Zuschauern. Einschlielich der Sneaks und Previews wurde der Film bis Sonntag von 70,000 Kinogängern gesehen. Im Gegensatz zu den Familienfilmen wird es im Bereich der romantischen Komödien demnächst viel Kon kurrenz geben. Sowohl Kiss the Coach als auch Das hält kein Jahr! zielen auf das gleiche Publikum ab. Deshalb wird Der nächste, bitte! nicht mehr als 250,000 Kinogänger erreichen.

Die Top 10 rundete Immer Ärger mit 40 mit 51,000 (-41%) Besuchern ab. Nach seinem zweiten Wochenende ist die Komödie nur noch wenig von 200,000 Besuchern entfernt. Wie auch Der nächste, bitte! wird auch der neue Film von Judd Apatow an Konkurrenz in den kommenden Wochen leiden und nicht einmal 400,000 Zuschauer erreichen.

Django Unchained verließ nach 10 Wochen schleißlich die Top 10. Mit einem Rückgang von nur 26% legte er aber wieder ein tolles Ergebnis hin. Etwa 44,000 Zuschauer sahen ihn am Wochenende in den Kinos. Damit ist der Film von Quentin Tarantino nur noch etwa 5,000 Besucher von 4,2 Mio entfernt. Der immense Erfolg des Films ist immer noch schwer zu glauben und ich bezweifle nicht, dass er noch eine ganze Weile lang unterhalb der Top 10 erfolgreich laufen wird. Django Unchained wird seine Laufzeit hierzulande mit etwa 4,4 Mio Besuchern beenden und höchstwahrscheinlich auch am Jahresende einer der fünf erfolgreichsten Filme von 2013 sein.

Spring Breakers startete am Wochenende in 128 Kinos mit 45,000 Zuschauern (inkl. Sneaks). Wahrscheinlich wird sich der Film als ziemlich frontlastig herausstellen und somit könnten sogar 150,000 Besucher insgesamt eine Herausforderung darstellen.

3096 Tage knackte die 400,000-Marke und wurde bislang von etwa 440,000 Zuschauern gesehen. Eine halbe Million liegt jetzt in der Reichweite des Films.

Les Misérables erreichte indes 500,000 Besucher und könnte es auf lange Sicht sogar noch auf 600,000 bringen.

Jack and the Giants brach am zweiten Wochenende völlig zusammen, verlor 58% gegenüber der Vorwoche und steht nach 11 Tagen bei gerade mal 116,000 Besuchern. Dass das groß vermarktete Fantasyabenteuer hierzulande nicht einmal 200,000 Zuschauer erreichen wird, ist einfach nur peinlich.

Der oscarnominierte norwegische Film Kon-Tiki erreichte zum Start 23,000 Zuschauer (inkl. Sneaks) in 96 Kinos.

Life of Pi – Schiffbruch mit Tiger erreichte nach einer langen Laufzeit endlich 2,1 Mio Besucher. Im Sommer wird der Film sicherlich noch einen Anschub durch die Open-Air-Vorstellungen erhalten und könnte vielleicht sogar 2,2 Mio Besucher knacken.