Vaiana: Realverfilmung ab sofort bei Disney+ zu sehen

Dwayne "The Rock" Johnson ist weit gekommen. Seit seinem Schauspieldebüt vor 25 Jahren in Die Mumie kehrt zurück ist der ehemalige Profi-Wrestler zu einem der gefragtesten Superstars Hollywoods aufgestiegen. Seit 2016 führte Johnson fünfmal die Liste der bestbezahlten Schauspieler der Welt an – häufiger als jeder andere Hollywood-Star in den letzten 40 Jahren. Doch inzwischen drängt sich immer mehr die Frage auf, ob seine massiven Gagen noch gerechtfertigt sind. Nach mehreren großen Kassenflops in Folge hat Johnsons Ruf als Kassenmagnet Schaden genommen. Seine DC-Verfilmung Black Adam veränderte entgegen seines Versprechens nicht die Machthierarchie innerhalb des DCEU, und seine Hoffnungen, eine Schlüsselrolle im DC-Universum zu spielen, wurden durch dessen Reboot zunichtegemacht. Amazons Weihnachts-Blockbuster Red One floppte ebenso wie das Sportler-Biopic The Smashing Machine, das Johnson trotz positiver Kritiken nicht ins Oscar-Rennen brachte.

Sein neuester Film hätte eigentlich eine sichere Nummer sein müssen. In der Realverfilmung des Disney-Riesenhits Vaiana kehrte er als polynesischer Halbgott Maui zurück, dem er bereits in der animierten Version der Geschichte und deren Fortsetzung seine Stimme geliehen hatte. Der oscarnominierte Originalfilm war ein solider Erfolg in den Kinos, im Stream bei Disney+ explodierte seine Popularität jedoch regelrecht. Sie spiegelte sich in den Einnahmen des hastig von einer Serie zu einem Film überarbeiteten Sequels Vaiana 2 wider, das trotz deutlich gesunkener Qualität mehr als eine Milliarde US-Dollar an den weltweiten Kinokassen eingespielt hat. Was könnte also bei einer Realversion schiefgehen, nachdem Lilo & Stitch im Vorjahr zum Milliardenhit wurde?

Das dachte sich jedenfalls Disney und investierte 250 Millionen US-Dollar in den Film. Doch das Interesse an einer identischen Nacherzählung einer gerade einmal zehn Jahre alten Geschichte, deren animierte Fortsetzung vor zwei Jahren im Kino lief, hielt sich in Grenzen, und mittelmäßige Kritiken versetzten dem Realfilm den Todesstoß. Vaiana spielte diesen Sommer weltweit knapp 324 Millionen US-Dollar ein, gerade einmal halb so viel wie der Originalfilm und weniger als ein Drittel der Einnahmen von Vaiana 2. Es ist einfach nicht genug Zeit vergangen, um Nostalgie aufkommen zu lassen wie bei Aladdin, Der König der Löwen und Lilo & Stitch. Böse Zungen könnten gar behaupten, dass die zeitweise inflationäre Präsenz von Johnson in Blockbustern dem Publikum die Lust auf seine Filme vergehen ließ.

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Es wird geschätzt, dass Disney mit Vaiana bis zu 125 Millionen US-Dollar verlieren könnte. Doch hat der Film dieses ernüchternde Ergebnis eigentlich verdient? Der Realfilm fügt seiner Vorlage eigentlich nichts Neues hinzu, und bei einem so kurzen Abstand zwischen den Versionen fragt man sich schon, was das eigentlich soll. Das macht die Realverfilmung jedoch nicht zwingend zu einem schlechten Film. Newcomerin Catherine Laga’aia ist wunderbar besetzt und singt sich in der Titelrolle die Seele aus dem Leib. Ansonsten erwartet die Zuschauer derselbe CGI-Exzess wie in den allermeisten Disney-Neuverfilmungen. Wer’s mag…

Seit gestern können Disney+-Abonnenten ihr eigenes Urteil über den Film fällen. Denn Vaiana ist beim Streamer erschienen, 103 Tage nach seinem US-Kinostart. Das scheint sich als magische Zahl zwischen der Kinoauswertung und der Disney+-Veröffentlichung eines Disney-Films etabliert zu haben. Auch Lilo & Stitch, Alles steht Kopf 2, Captain America: Brave New World und The Fantastic Four: First Steps sind jeweils 103 Tage nach Kinostart bei Disney+ gelandet.

Hier ist der deutsche Trailer zu Vaiana:

Quelle: Disney+

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