Kultregisseur Joe Begos dreht einen brutalen Zorro-Film

Bei einem hochangesehenen und wohlhabenden Müßiggänger, der ein Doppelleben als maskierter Kämpfer für die Gerechtigkeit führt, denken viele vermutlich zunächst an Bruce Wayne und sein Alter Ego Batman. Es ist aber auch die Beschreibung eines anderen literarischen Helden, der zwei Jahrzehnte älter ist als Batman und als einer der zentralen Einflüsse bei der Erschaffung des DC-Superhelden gilt. Don Diego de la Vega alias Zorro feierte sein Debüt 1919 in Johnston McCulleys Groschenroman "Der Fluch von Capistrano" und wurde nur ein Jahr später von Douglas Fairbanks im Stummfilm-Klassiker Der Zeichen des Zorro im Kino verkörpert. Der Erfolg des Films popularisierte den Charakter und McCulley schrieb bis zu seinem Tod drei weitere Novellen und Dutzende Kurgeschichten über Zorro. Weitere Verfilmungen u. a. mit Fairbanks, Tyrone Power und zuletzt Antonio Banderas folgten.

Seit Zorros letztem Auftritt in Die Legende des Zorro sind mehr als 20 Jahre vergangen. In der Zwischenzeit wurden zwar zwei "Zorro"-Serien angekündigt, darunter eine, in der seine Tochter in die Fußstapfen ihres Vaters tritt, doch keine wurde bisher verwirklicht. Jetzt sind aber gleich zwei konkurrierende Filmprojekte über Zorro in Planung: L.A. Confidential-Autor Brian Helgeland adaptiert für Sony Quentin Tarantinos Crossover-Comic "Django/Zorro" (wir haben berichtet), während Kultregisseur Joe Begos ein eigenes Zorro-Projekt mit dem Titel They Call Him Zorro angekündigt hat, das sich zwar an McCulleys Werken orientieren wird, jedoch mit einem modernen Einschlag und Horrorelementen.

Wer die neon- und blutdurchtränkten Filme von Begos wie Bliss, VFW oder Christmas Bloody Chrismas kennt, kann schon erahnen, dass sein Zorro-Film denkbar weit entfernt von jeder klassischen Adaption der Vorlage sein wird. Produzent Gregory Chambet von WTFilms hat angekündigt, dass Begos' Zorro mehr mit düsteren Rächern wie The Punisher und The Crow gemeinsam haben wird. In dem Film wird Diego Vega von korrupten Stadtbeamten für ein Verbrechen verantwortlich gemacht, das er nicht begangen hat. Er kann aus dem Gefängnis fliehen und beginnt einen gnadenlosen, kompromisslosen Rachefeldzug gegen Korruption und Kriminalität im heutigen Los Angeles. Die Medien finden schnell einen Namen für den maskierten Selbstjustizler, der in einem schwarzen El Camino unterwegs ist und mit Ketten, Macheten, Elektrosägen und einer abgesägten Schrotflinte bewaffnet ist: Zorro.

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Begos, der alle seine bisherigen Filme auf 16mm gedreht hat, wird They Call Him Zorro auf 35mm aufnehmen. In der Pressemittelung verspricht er handgemachte Effekte und einen ähnlichen Old-School-Vibe wie bei RoboCop und Leben und Sterben in L.A. Der Film soll komplett in Los Angeles gedreht werden, wo auch einige von Begos' Lieblings-Actionfilmen wie Terminator 2 und Heat entstanden sind. Aktuell läuft die Suche nach einem hispanischen Hauptdarsteller für die Titelrolle.

Als großer Fan des Regisseurs – sogar seines polarisierenden letzten Films Jimmy and Stiggs – bin ich sehr gespannt darauf, was er aus einer angestaubten Kultfigur wie Zorro machen wird. Eins steht fest: Es wird sicherlich nicht für jeden Geschmack sein.

Quelle: Deadline

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