Ready or Not 2 (2026) Kritik

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Ready or Not 2: Here I Come, USA 2026 • 108 Min • Regie: Matt Bettinelli-Olpin, Tyler Gillett • Drehbuch: Guy Busick, R. Christopher Murphy • Mit: Samara Weaving, Kathryn Newton, Sarah Michelle Gellar, Shawn Hatosy, David Cronenberg, Elijah Wood • Kamera: Brett Jutkiewicz • Musik: Sven Faulconer • FSK: n.n.b. • Verleih: Searchlight Pictures • Kinostart: 09.04.2026 • Website

Gerade noch hat Grace (Samara Weaving) das teuflische Versteckspiel überlebt, schon sieht sie sich einem neuen Überlebenskampf ausgesetzt. Radio Silences „Ready or Not 2“ setzt unmittelbar da an, wo der Vorgänger geendet hat und weitet das Konzept aus: Die Heldin hat mit dem Untergang der Familie Le Domas und ihrer finalen Scheidung einen einmaligen Präzedenzfall geschaffen, der weitere Familien zum Handeln aufruft. Mit größerem Setting, mehr Jagenden und einer Extra-Protagonistin in Gestalt von Graces Schwester Faith (Kathryn Newton) veranstaltet das Regie-Duo Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett nach zwei „Scream“-Ausflügen und dem Vampirreißer „Abigail“ eine weitere blutig-schwarzhumorige Hatz.

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Nach der ereignisreichen Ehe-Annullierung muss Grace zunächst reanimiert und ins Krankenhaus gebracht werden. Doch nicht nur wird sie von der Polizei als Täterin verdächtigt, auch bleibt ihr nur wenig Zeit für die Genesung. Kurz nach dem Eintreffen ihrer entfremdeten Schwester werden sie und Faith von Handlangern des Danforth-Clans entführt. Der mysteriöse Mr. Le Bail ist mit dem Ausgang des Spiels nicht zufrieden und die Regeln besagen, dass nun eine der einflussreichsten internationalen Familien Grace töten muss, um auf die prominente Position der Le Domas aufzurücken. Die leiderprobte Frau muss an der erneuten Tortur freiwillig teilnehmen, weshalb Faith als Druckmittel gleich mit aufs Feld geschickt wird …

Horrorfans werden direkt erfreut feststellen, dass „Ready or Not 2“ sowohl große als auch fast in Vergessenheit geratene Genre-Gesichter vor die Kamera lockt. Body-Horror-Ikone David Cronenberg („Cabal – Die Brut der Nacht“) ist zwar nur in einer kurzen Rolle als gealtertes Danforth-Oberhaupt zu sehen, dafür vereinigt das Werk erneut die „Faculty“-Co-Stars Elijah Wood und Shawn Hatosy als namenlosen Anwalt bzw. Danforth-Nachfahren Titus. Als Titus' Schwester gibt sich „Buffy“-Darstellerin Sarah Michelle Gellar die Ehre. Das Aushängeschild des Films ist natürlich die als frische Scream-Queen etablierte Samara Weaving, die abermals physisch alles in ihre kämpferische Figur steckt. Kathryn Newton ist seit ihren Einsätzen in „Paranormal Activity 4“, „Freaky“ und „Abigail“ zwar ebenfalls horrorerfahren, gerät hier aber trotz temperamentvollem Auftreten leider in den Schatten Weavings.

„Ready or Not 2“ eignet sich erneut als amüsantes Splatter-Abenteuer für den entspannten Kinoabend, kann aber dem straffen Prequel nicht das Wasser reichen. Das Problem des Films ist, dass er zwar die Geheimzutaten des Originals verdoppelt und in einen Topf wirft, das Feuer aber nur auf halbe Stufe stellt. Diesmal platzen noch mehr Körper in bester Grand-Guignol-Manier und es jagen noch mehr fiese Gestalten die Geschwister auf einem noch größeren Grundstück, doch sind die Vertreter der Familien mit Ausnahme der Danforths recht langweilige Möchtegern-Killer. „Ready or Not 2“ erinnert mit seinem Konzept sehr an das „John Wick“-Franchise, in dem ja auch verschiedene Assassine den Kopf der Titelfigur fordern. In dem Radio-Silence-Universum ist es allerdings verboten, Konkurrenten – auch versehentlich! – aus dem Weg zu räumen, was sich in Anbetracht der wehrhaften Grace als gar nicht so leichtes Unterfangen erweist. Diese Regel und eine im Verlauf folgende Klausel bringen etwas frischen Wind in die bewährte Formel.

Mit einem durch Tränengas erschwerten Zweikampf zu Bonnie Tylers Hit „Total Eclipse of the Heart“ und einem diabolisch-bösen Finale mitsamt gehorsamer Ziege bietet „Ready or Not 2“ genug Highlights, um einige Längen und flache Gags wieder gutzumachen. Denn ganz ehrlich: Das lose Magazin im Killer-Gewehr ist ein alter Hut und auch der während strenger Ansprachen auf seinem Smartphone daddelnde Teenager funktioniert nur einmal. Eine schillernde Gestalt, wie die von Nicky Guadagni gespielte, axtschwingende Tante im ersten Teil, bekommt man diesmal leider nicht geboten.

Erneut stehen die Superreichen und Unantastbaren als herzlose Verschwörer da, und dieses Feindbild ist auch weiterhin äußerst willkommen. Anders als in Graces vorheriger Tour de Force veranschaulicht der actionlastige Nachfolger nun, dass Klassen- und Geschlechterkampf eng beieinander liegen. Natürlich sind es vor allem die Männer, die gleich zu den Waffen greifen, während die weiblichen Kontrahentinnen auch weniger brachiale Wege zum Ziel suchen oder direkt dem blutigen Konflikt entfliehen. Die schlaue Wahl haben hier die getroffen, die lebend aus der Nummer rauskommen.

Radio Silences solidem Nachschlag fehlen letztlich etwas dynamischere Bösewichte und der klaustrophobische Thrill des Originals lässt sich auf dem riesigen Anwesen nicht besonders gut replizieren. Dennoch lohnt sich der leicht ausgefranste Höllen-Ritt schon wegen Samara Weavings erneuter Power-Performance sowie ihrem frechen Sidekick, der im Fall eines weiteren Sequels hoffentlich etwas mehr ausgearbeitet wird.


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Ready or Not 2: Here I Come, USA 2026 • 108 Min • Regie: Matt Bettinelli-Olpin, Tyler Gillett • Drehbuch: Guy Busick, R. Christopher Murphy • Mit: Samara Weaving, Kathryn Newton, Sarah Michelle Gellar, Shawn Hatosy, David Cronenberg, Elijah Wood • Kamera: Brett Jutkiewicz...Ready or Not 2 (2026) Kritik