Borderlands: Gefloppte Videospielverfilmung kommt diesen Monat zu Prime Video

Lange Zeit galten Videospielverfilmungen in Hollywood als Kassengift, nicht zuletzt dank Uwe Bolls Trash-Beiträgen in den 2000ern. Ausnahmen wie Mortal Kombat und Resident Evil bestätigten die Regel. Doch in den letzten vier Jahren hat sich der Wind gedreht und eine Goldene Ära von Film- und Serienadaptionen beliebter Videospiele wurde eingeläutet. Game-Adaptionen wie "The Last of Us", "Fallout", Uncharted, Super Mario Bros., Five Nights at Freddy’s und Indie-Überraschungshit Iron Lung begeisterten die Fans und manche sogar die Kritiker. Inzwischen drohen Videospielverfilmungen sogar den jahrelang dominanten Comicverfilmungen in puncto Popularität den Rang abzulaufen und werden in den nächsten Jahren sowohl die Kinoleinwände als auch die Fernsehbildschirme fluten, bis irgendwann ein neuer Trend sie verdrängt.

Doch auch heute wird nicht alles, was auf einem beliebten Videospiel basiert, automatisch zu Gold. Bestes Beispiel dafür ist Borderlands. Eigentlich hätte die Verfilmung der rabiaten postapokalyptischen Sci-Fi-Spielreihe ein Wendepunkt in Eli Roths Karriere werden sollen. Mit Borderlands wurde dem bis dahin für seine beinharten Horrorfilme wie Cabin Fever, Hostel und The Green Inferno bekannten Filmemacher das mit Abstand größte Budget seiner Karriere anvertraut, und mit dem "Chernobyl"– und "The Last of Us"-Showrunner Craig Mazin wurde ein renommierter Autor für das Drehbuch verpflichtet, der bereits ein beliebtes Videospiel sehr erfolgreich adaptierte. Das Ensemble aus Oscarpreisträgerin Cate Blanchett, Jamie Lee Curtis, Kevin Hart, Jack Black, Édgar Ramirez und Gina Gershon war zwar mit Blick auf die Charaktere, die sie verkörpern sollten, gewöhnungsbedürftig, aber durchaus namhaft.

Erste Probleme zeichneten sich jedoch ab, als eineinhalb Jahre nach dem Ende der Dreharbeiten im Juni 2021 komplette Funkstille rund um den Film herrschte. Im Januar 2023 wurden dann umfangreiche Nachdrehs angekündigt, die jedoch nicht von Roth, der mit seinem Slasher Thanksgiving beschäftigt war, beaufsichtigt werden sollten, sondern vom Deadpool-Regisseur Tim Miller. Kurios wurde es dann, als Mazin im Sommer desselben Jahres seinen Namen vom Projekt entfernen ließ. Sieben Autoren sollen stattdessen zum Drehbuch beigetragen haben. Auch der ursprüngliche Komponist des Films, Nathan Barr, wurde durch Steve Jablonsky ersetzt. Der endgültige Sargnagel für die Vorfreude der "Borderlands"-Fans war die Ankündigung des zahmen PG-13-Rating für den Film, dessen Spielvorlage alles andere als jugendfrei ist. Gerade von Eli Roth hätte das kaum jemand erwartet. Es war kaum verwunderlich, als später herauskam, dass der für ein R-Rating gedrehte Film in der Post-Production nachträglich entschärft wurde, um ein möglichst breites Publikum zu erreichen.

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Es kam, wie es kommen musste: Borderlands kam im Sommer 2024 in die Kinos, drei Jahre nach dem ursprünglichen Drehende, wurde in der Kritik gnadenlos verrissen und floppte spektakulär an den Kinokassen. Weltweit spielte er nur rund ein Viertel seines 120-Millionen-Dollar-Budgets ein. Gekrönt wurde das Fiasko von sechs Nominierungen für die Goldenen Himbeeren. Weil es jedoch auch das Jahr von Madame Web, Megalopolis und Joker: Folie à Deux war, ging Borderlands bei den Anti-Oscars leer aus.

Ob der Film die Schelte verdient hat, oder ob er als harmlose Unterhaltung dennoch was taugt, können Prime-Video-Abonnenten bald selbst beurteilen. Ab dem 22. Februar wird Borderlands bei dem Streamer erscheinen, der mit "Fallout" eine sehr gute postapokalyptische Videospielverfilmung im Angebot hat. Während deren Fans nach dem Ende der zweiten Staffel Anfang des Monats ungeduldig auf die dritte Season warten, können sie sich vielleicht die Zeit mit Borderlands vertreiben, denn ganz so schlecht wie sein Ruf, ist der Film tatsächlich nicht.

Hier ist der deutsche Trailer:

Quelle: Amazonm Prime Video Deutschland

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