Quelle: Sony Pictures

Obwohl Danny Boyle in den letzten 15 Jahren mit Filmen wie Slumdog Millionär, 127 Hours, 28 Days Later und Steve Jobs einen Regie-Oscar gewann und zu Weltruhm aufgestiegen ist, gilt für sehr viele seiner Fans seine genial-schräge Irwine-Welsh-Adaption Trainspotting – Neue Helden aus dem Jahre 1996 als der beste Film seiner gesamten Karriere. Neben Requiem for a Dream ist Trainspotting der ultimative Film über Drogenabhängigkeit und im Gegensatz zu Darren Aronofskys Streifen verfiel der Ton von Trainspotting nicht in komplett deprimierende Finsternis, sondern vermischte gekonnt und entsprechend der Vorlage des schottischen Kultautors Welsch die Tragik seiner Charaktere mit großartiger Komik. Selten haben sich der Schreibstil eines Autors und der Regiestil eines Filmemachers so perfekt ergänzt wie bei Welsh und Boyle. Aus Welshs eigensinniger Prose entstand ein auf Anhieb ein Kultfilm und machte aus Ewan McGregor einen Star.

Die Karrieren fast aller Beteiligten an dem Film entwickelten sich sehr gut, insbesondere von Boyle. Doch seit Irwine Welsh 2002 den Fortsetzungsroman „Porno“ publizierte, verging kaum ein Interview mit Boyle, bei dem nicht das Thema des Sequels zu Trainspotting angesprochen wurde. Für gewöhnlich ist es am besten, wenn man Kultfilme in Ruhe lässt, doch in diesem Fall liegt ja sogar schon eine literarische Fortsetzung vor. Boyle zeigte immer wieder Interesse, wollte aber, dass seine Darsteller im echten Leben genau so altern wie die Charaktere in Welshs Roman, der zehn Jahre nach Trainspotting spielt. Doch 2006 kam und ging und „Porno“ blieb unverfilmt. So häufig wie Boyle über die Jahre die Fans und Journalisten mit Plänen zum Trainspotting-Sequel vertröstet hat, habe ich das Thema irgendwann als einen „Hellboy 3“– oder „Dredd 2“-Fall abgeschrieben – viele Gerede, aber keine Fortschritte.

Doch auch ich werde manchmal gerne überrascht und eines Besseren belehrt, denn dieses Jahr liefen endlich die Kameras am Set des eigenwillig betitelten T2: Trainspotting (ob James Cameron seinen Segen dafür geben musste?), der alle Darsteller des Originalfilms zusammenbrachte. Richtig gelesen: Ewan McGregor, Johnny Lee Miller, Ewen Bremner, Robert Carlyle, Kelly Macdonald und Shirley Henderson kehren allesamt nächstes Jahr als Renton, Sick Boy, Spud, Begbie, Diane und Gail zurück! Auch hinter der Kamera hat sich wenig verändert. Boyle führt wieder Regie und John Hodge, der schon zu dem als unverfilmbar geltenden Originalroman das Drehbuch schrieb, verfasste auch das Skript für Teil 2. Für die Bilder ist diesmal Kameramann Anthony Dod Mantle verantwortlich, der für Boyles Slumdog Millionär einen Oscar gewann.

Sony wird T2: Trainspotting am 16.02.2017 in den deutschen Kinos veröffentlichen und unten könnt Ihr den ersten Langtrailer zum Film sehen, der zeigt, dass Danny Boyles virtuoser Regiestil seit dem Original vor 20 Jahren intakt geblieben ist. Und ich muss sagen: es bereitet mir einfach Freude, diese kaputten Gestalten wiederzusehen:

T2: Trainspotting spielt genau 20 Jahre nach dem Ende des ersten Films und soll nur lose auf dem Inhalt von „Porno“ beruhen, denn Boyle erklärte selbst vor einiger Zeit, dass er den Roman für deutlich schwächer als „Trainspotting“ hält. Soll mir Recht sein, denn ich freue mich vor allem auf ein Wiedersehen mit den Jungs aus Edinburgh und bin zuversichtlich, dass Boyle und Hodge ihren Biss nach 20 Jahren nicht verloren haben.

Unten findet Ihr das offizielle Poster zum Film, dessen Setting mich an die beste Szene aus dem Originalfilm erinnert…

Trainspotting 2 Trailer & Poster