Deep Blue Sea 2

© Warner Bros. Pictures

Quelle: Moviehole

Steven Spielbergs Der weiße Hai gilt nicht nur als einer der ersten echten Sommer-Blockbuster, sondern, neben Alfred Hitchcocks Die Vögel, auch als einer der Meilensteine des Tierhorrorfilms. Mehr als 40 Jahre nach seiner Veröffentlichung ist Der weiße Hai in diesem Subgenre immer noch unerreicht, die meisterhafte Regie lässt einen die Gefahr durch den titelgebenden Killerfisch nie vergessen, auch (und gerade wenn) er nicht zu sehen ist.

Der gigantische Erfolg hatte natürlich zur Folge, dass über die Jahre alle möglichen Filmemacher auf die Haifilm-Welle aufgesprungen sind, meist mit sehr kostengünstig produzierten, trashigen Streifen, denen eben all die Merkmale fehlten, die Der weiße Hai ausgemacht haben. Es würde mich nicht wundern, wenn in den letzten 40 Jahren mehr Horrorfilme mit Haien produziert wurden als mit allen anderen tödlichen Tieren zusammengenommen. Gerade in den letzten zehn Jahren überschwemmten wieder Trashproduktionen der Marke Sharknado und 2-Headed Shark Attack den Markt und machten die einst beängstigend wirkenden Haie zu schlecht computeranimierten Witzfiguren. Dass weiterhin Interesse an hochwertig produzierten Kinofilmen über tödliche Haie besteht, zeigten die Erfolge von The Shallows und 47 Meters Down aus diesem und letztem Jahr.

Neben der direkten Fortsetzung Der weiße Hai 2, ist der erfolgreichste Film aus dem Subgenre Deep Blue Sea, der 1999 unter der Regie von Renny Harlin (Stirb langsam 2) in die Kinos kam. Es war noch eine Zeit, in der tatsächlich $60 Mio Budget für einen Haifilm ausgegeben wurden. Die Investition machte sich bezahlt und Deep Blue Sea spielte weltweit mehr als $160 Mio ein. Allein in Deutschland sahen mehr als 1,2 Mio Zuschauer den Film im Kino, was bei einem Hai-Horrorfilm heutzutage kaum vorstellbar wäre. Deep Blue Sea war im Prinzip auch nichts anderes als ein teures B-Movie und hat Kinogängern einen Riesenspaß bereitet (Samuel L. Jacksons Todesszene bleibt unvergessen!). Setzte Spielbergs Film noch auf langsamen, atmosphärischen Spannungsaufbau, war Deep Blue Sea ein rasanter, blutiger und actionreicher Spaß, bei dem hyperintelligente Riesenhaie die Besatzung eines überfluteten Unterwasser-Forschungslabors jagten.

Im Gegensatz zu Der weiße Hai zog Deep Blue Sea nicht sofort eine Fortsetzung nach sich, doch 2009 kam es fast dazu. Der Low-Budget-Filmemacher Jack Perez (Mega-Shark vs. Giant Octopus) wurde mit dem Sequel beauftragt, das von Warner Bros. für nur $5 Mio Budget direkt fürs Heimkino produziert werden sollte und hatte die irrwitzige Idee, bei der eine Armee-Spezialeinheit gegen Haie antreten sollte, die durch Experimente mit Waffen ausgerüstet wurden (Torpedos, Maschinengewehre). Das war dann für Warner doch zu viel des Guten und man hielt die Fortsetzung für nicht umsetzbar.

Die Details zu diesem nie verwirklichten Sequel wurden erst vor drei Monaten bekannt und kaum kamen Leute aus dem Rätseln heraus, wie ein Film mit schwerbewaffneten Haien ausgesehen hätte, erreicht uns jetzt die Meldung, dass Deep Blue Sea 2 tatsächlich kommt. Genau genommen begannen in Kapstadt bereits die Dreharbeiten zum Sequel. Doch bevor sich die Fans des ersten Films auf ein großes, neues Leinwandabenteuer mit superklugen Haien (und vielleicht sogar mit Thomas Jane!) freuen, hier ein kleiner Dämpfer: Deep Blue Sea 2 wird vom US-Kabelsender SyFy produziert. Das ist der Sender, der Filme wie Sand Sharks, Ghost Shark, Avalanche Sharks und die Sharknado-Reihe zu verantworten hat. Den Rest könnt Ihr Euch vermutlich dazudenken. Im Vergleich hierzu werden die Haieffekte des 18 Jahre alten Deep Blue Sea vermutlich wie aus Avatar aussehen.

Darin Scott, in dessen Filmografie sich auch das vierte (!) Sequel der House-Party-Filmreihe findet, führt bei Deep Blue Sea 2 Regie und Michael Beach ("Third Watch") spielt eine der Hauptrollen. Zum restlichen Cast und dem Plot gibt es momentan noch keine Details, doch ich tippe darauf, dass im Streifenviele Menschen von dürftig animierten Haien gefressen werden und Pixel-Blut dabei spritzen wird. Gewagte Vorhersage, ich weiß…

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