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Fantasy Filmfest 2014 Tagebuch – Tag 3

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Fantasy Filmfest 2014 Tagebuch Tag 3

Liebe Filmfutter-LeserInnen,

so langsam kommt das Fantasy Filmfest 2014 in Köln in Fahrt und dabei liegt noch so viel vor mir. Während früher Tag 3 bereits die Nähe zur Mitte des Festivals bedeutet hätte, befinden wir uns jetzt noch im ersten Viertel der Veranstaltung. Ich habe meine Müdigkeit und meinen eklatanten Schlafmangel überwunden und schleppte mich am Freitag direkt in die erste Vorstellung um 12:30. Zum Glück hat sich das gelohnt! Wie es so häufig ist, entpuppte sich ausgerechnet ein Film, an den ich im Vorfeld eigentlich gar keine Erwartungen hatte, als der vorläufige Höhepunkt des Filmfests. Dabei würde man Supremacy, einen Thriller um das leider immer noch hochaktuelle Thema "Rassenhass" gar nicht als einen typischen FFF-Film einstufen. Überhaupt ging es am dritten Tag deutlich bodenständiger zu. Keiner der drei Filme hatte eine übernatürliche Komponente und zwei sollen sogar auf wahren Tatsachen beruhen. Eben diese beiden gehören auch zu den bisher interessantesten Filmen des FFF 2014 und zeigen, dass es sich durchaus lohnt, wenn die Programmmacher auch über den "fantastischen" Tellerrand hinaus schauen. Eine ziemliche Enttäuschung war hingegen der dritte Film. Mehr gibt es, wie üblich, in unseren Kurzkritiken unten zu lesen.

 

 

TAG 3

Supremacy

Fantasy Filmfest 2014 Tagebuch Tag 3 SupremacyMan muss nur in den letzten Monaten die Nachrichten aus den USA verfolgt haben, damit einem wieder schmerzlich vor die Augen geführt wird, dass die Themen ethnische Ungleichheit und Rassenkonflikte auch 51 Jahre nach Martin Luther Kings "I have a dream"-Rede hochaktuell sind und es wahrscheinlich in 50 Jahren immer noch sein werden. Es ist auch ein Thema, das in Hollywood nahezu jedes Jahr aus unterschiedlichsten Perspektiven aufgegriffen wird, mal mehr, mal weniger erfolgreich. Es gibt eigentlich nichts, was diesbezüglich nicht bereits filmisch abgedeckt wurde und dennoch ist es wichtig, mit Filmen wie beispielsweise Ryan Cooglers Nächster Halt: Fruitvale Station die Menschen auf teils erschreckende Zustände zu erinnern. Auch Deon Taylors Supremacy betritt keineswegs Neuland, doch das, was er macht, macht er ausgezeichnet. Anstelle eines reinen Dramas präsentiert sich Supremacy als ein Home-Invasion-Thriller (was nah an den früheren horrorlastigen Filmen des Regisseurs liegt) mit starker Rassismus-Thematik.

Tully (Joe Anderson) ist ein Vollblut-Neonazi und ein hochrangiges Mitglied der Aryan Brotherhood. Nach 14 Jahren im Bau, wird er am Tag seiner Entlassung von der "Neonazi-Groupie" Doreen (Dawn Olivieri) abgeholt, die ihn zunächst zu seinem Bewährungshelfer und später zu seinen arischen Brüdern bringen soll. Doch nur Stunden nach seiner Freilassung sitzt Tully wieder in einem Schlamassel. Bei einer Verkehrskontrolle brennen ihm die Sicherungen durch und er erschießt einen schwarzen Polizisten. Auf der Flucht vor der Polizei, quartieren sich die beiden in einem Familienhaus ein, dessen Besitzer Afroamerikaner sind. Ohne Ausweg und mit immer schwindender Hoffnung auf Rettung durch seine Neonazi-Kumpanen, steigen die Spannungen und es entbrennt ein geistiger Machtkampf zwischen dem stoischen alten Patriarchen (Danny Glover) und dem von Hass, Zweifeln und Angst zerrissenen Tully.

Supremacy ist kein Film, an den man sich aufgrund seiner wendungsreichen Geschichte erinnern wird. Die Ereignisse entsprechen dem etablierten Muster von ähnlichen Filmen. Seine Stärke zieht er vor allem aus den Performances seiner Darsteller. Joe Anderson ist als unberechenbarer Fanatiker sehr überzeugend, doch der wahre Star hier ist Danny Glover. So gut hat man ihn lange nicht gesehen, vielleicht gar noch nie. Zwar hat er in Lethal Weapon schon lange behauptet, er sei "zu alt für diesen Scheiß", doch in Supremacy spielt er wirklich alt. Alt, gebrechlich, schwerfällig – seine Figur Walter ist physisch in keiner guten Verfassung. Doch innerlich lodern in ihm ein Feuer und eine eiserne Entschlossenheit, seine Familie aus der Situation heil herauszubringen. In jeder Szene zwischen ihm und Anderson brodelt es gewaltig unter der Oberfläche und man hat das Gefühl, dass der Timer jederzeit auf Null springt und die Bombe explodiert. Dadurch verliert der Film trotz der vorhersehbaren Entwicklungen niemals an Spannung und Tempo und die Wortgefechte zwischen den Figuren sowie die emotionale Achterbahn, die der Zuschauer gemeinsam mit den Charakteren miterlebt, sind spannender als die meisten Horror- oder Actionfilme. Es ist zwar einerseits schade, dass der starke Fokus auf Glover und Anderson dafür sorgt, dass Darsteller wie Derek Luke (als Walters entfremdeter Sohn, der als Polizist nach dem Pärchen sucht) und Julie Benz als dessen Ehefrau völlig verschwendet sind, doch andererseits möchte man auch keine Szene von Glover missen. 4/5

 

The Mule

Fantasy Filmfest 2014 Tagebuch Tag 3 The MuleAuf dem Fantasy Filmfest ist man mittlerweile gewohnt allerlei unangenehme, (meist im "guten" Sinne) widerliche Szenen zu sehen. Schließlich ist es eine Veranstaltung, die sich nicht vor Filmen scheut, die Tabus brechen und mit ihrem Gewaltfaktor die FSK später auf die Palme treiben. Meist haben diese Szenen, bei denen sogar manch ein hartgesottener Genrefan die Augen kurz abwendet, mit "kreativer" Verstümmelung des menschlichen Körpers zu tun. Abgeschnittene Zungen, herausgerissene Fingernägel, Häutung beim lebendigen Leibe…der kranken Fantasie der Filmemacher wurden hier keine Grenzen gesetzt. All das hat der australische Beitrag The Mule nicht. In der Tat bleibt der Film, bis auf die eine oder andere gelegentliche Gewalteinlage, relativ zahm. Nichtsdestotrotz gibt es in dem Film auch eine Szene, die mit jetzt schon konkurrenzlos als die ekligste von diesem Jahrgang genannt werden kann. Dabei hat es gar nichts mit Blut oder Gehirnmasse zu tun, verstümmelt wird niemand und eigentlich sieht man nicht einmal besonders viel. Doch das, was man nicht sieht, aber nur zu gut weiß, ist umso schlimmer. Das ist The Mule und im Grunde geht’s hier ums Kacken. Oder viel eher ums Nicht-Kacken.

Was nach sich nach niederem Trash anhört, ist eigentlich eine gut besetzte pechschwarze Krimikomödie, die von einer weniger hyperaktiven Guy Ritchie stammen könnte. Die Hauptfigur ist Ray Jenkins (Angus Sampson), der von seinem besten Kumpel Gavin (Sampsons Co-Star aus Insidious, Leigh Whannell) überredet wird, für einen Gangsterboss Koks aus Thailand in seinen Eingeweiden zu schmuggeln. Bei der Wiedereinreise ist Ray aber zu nervös, wird von der Polizei mit dringendem Verdacht festgenommen. Röntgen darf man ihn ohne seine Erlaubnis nicht. Die Drogenfahnder (allen voran repräsentiert durch Hugo Weaving als überbordernd sexistischer Klischee-Arschloch-Cop) dürfen ihn aber sieben Tage ohne Anklage in einem Hotelzimmer festhalten. Also heißt es für Ray, entweder seinen Kumpel verpfeifen, selbst in den Knast gehen oder die Backen wortwörtlich zusammenkneifen und sieben Tage einhalten. Sieben sehr lange Tage…

Es gab wahrscheinlich noch keinen Film in der Geschichte, der seine Spannung über die nahezu gesamte Laufzeit aus der Fragestellung bezogen hat, ob die Hauptfigur es schafft, tagelang den Stuhlgang zurückzuhalten. Lasst Euch eins sagen: es ist kein angenehmer Anblick und schnell wird es auch dem Zuschauer irgendwie unangenehm – noch bevor die ekligen Szenen kommen. Sampson macht als grundsympathischer loyaler Loser eine gute Figur und man leidet mit ihm (fast zwangsläufig) mit. Der ganze Film ist auf Sampsons Mist (sorry, aber der musste sein) gewachsen – er war außerdem Drehbuchautor und Co-Regisseur. Die Geschichte von Ray wird in Australiens Teilnahme am America’s Cup (einem Segelturnier) gespiegelt. In beiden Fällen ist es ein mühsames Rennen um den Sieg, in Rays Fall wird das Rennen zwischen ihm und seinem Verdauungstrakt ausgetragen. Das klingt zwar alles nach Komödie unter der Gürtellinie, doch der Film bedient sich eigentlich kaum des Fäkalhumors. Stattdessen gibt es einige schwarzhumorige Einlagen, u. a. von Weaving und "Fringe"-Veteran John Noble. Leider ist die Gangster- und Mafiageschichte, die sich parallel zum Hauptplot um Rays Klo-Abstinenz abspielt, nicht sonderlich interessant oder spannend, sodass der Film eigentlich am interessantesten ist, wenn er ins Hotelzimmer zurückkehrt. Zwar passiert ausgerechnet in diesen Szenen eigentlich am wenigsten, doch nur in diesen hat man wirklich eine Figur zum Mitfiebern (und Mitekeln). 3,5/5

 

Open Windows

Fantasy Filmfest 2014 Tagebuch Tag 3Nick (Elijah Wood) ist ein Riesenfan der erfolgreichen Schauspielerin Jill Goddard (Sasha Grey) und der Betreiber einer Fansite, die ihr gewidmet ist. Bei einer Online-Verlosung gewinnt er ein Date mit Jill und freut sich natürlich wie ein Schneekönig. Er ist in die Stadt des Treffens angereist, das Hotelzimmer ist gebucht. Doch kurz vor dem geplanten Date, hackt sich ein mysteriöser Fremder namens Chord in seinen Rechner ein und informiert ihn, dass Jill das Treffen aus einer Laune heraus abgesagt hat. Nick ist am Boden zerstört, doch Chord zeigt ihm mittels virtuoser Hacking-Techniken, dass er auch so der Schauspielerin folgen kann. Er hackt sich in ihr Handy ein, in ihr Notebook, in die Überwachungskameras ihres Hotels – und verlangt von Nick dafür nur kleine Gefallen. Doch je mehr sich Nick auf das Spiel einlässt, desto drastischer werden die Forderungen. Die Flucht nach vorne bleibt sein einziger Ausweg. Sind sein Leben und das von Jill in Gefahr und wem kann man überhaupt trauen?

Das ist der Inhalt des komplett über Überwachungskameras und Webcams in Desktop-Optik und in Echtzeit erzählten Thrillers von Nacho Vigalondo. Eigentlich kann das Format als eine Abwandlung der "Found Footage"-Form angesehen werden. Doch nachdem das Gefühl der Innovation sich nach 15-20 Minuten gelegt hat, wirkt die Darstellung nur noch gimmickhaft und, wie bei vielen "Found Footage"-Filmen, ab einem bestimmten Punkt einfach nur noch unglaubwürdig, insbesondere wenn Kameras genutzt werden, um unwahrscheinliche 3D-Abbildungen zu erschaffen. Leider enden die Unglaubwürdigkeit und Realitätsferne nicht damit, sondern fangen da wohl eher an. Wirken die Ereignisse am Anfang lediglich unwahrscheinlich und etwas übertrieben, steigert sich der Film gegen Ende zum grotesk Lächerlichen, wenn plötzlich ein Twist nach dem anderen aus der Tashe gezogen wird und man sich fragen muss, ob M. Night Shyamalan hier beim Drehbuch beratend tätig war. Ich verstehe es schon, das Hacken selbst ist wahrscheinlich zu langweilig, um realistisch dargestellt zu werden, doch die Handlungen und Machenschaften in diesem Film haben mit dem echten Hacken vermutlich in etwa so viel zu tun wie Bubble Tea mit einem edlen Darjeeling. Nacho Vigalondos Timecrimes, der vor einigen Jahren bei den Fantasy Filmfest Nights lief, ist vielleicht der am besten durchdachte und in sich logisch geschlossene Zeitreisefilm aller Zeiten – eine Rarität im Subgenre. Umso schockierender ist es, wie sehr sich Open Windows von dessen klarer Struktur unterscheidet und eine bescheuerte Wendung mit der nächsten zu toppen versucht.

Nicht alles ist schlecht. Was dem Film an Logik und Dichte mangelt, wird zumindest teilweise durch atemlose Spannung wettgemacht. Auch die beiden Hauptdarsteller liefern  sympathische Performances ab und Sasha Grey scheut sich nicht davor, ihre Karriere als Pornosternchen mit einigen leichten Seitenhieben auf die Schippe zu nehmen. Doch wenn der finale Twist sich im Film offenbart, ist es einfach nicht mehr möglich, sich auf die positiven Aspekte zu besinnen. Es ärgert, dass die Macher sich offensichtlich für so clever halten, dass sie dabei nicht merken, wie dämlich das alles eigentlich ist. Jeder weiß, dass der beste Weg zwischen A und B eigentlich eine direkte Linie ist, doch bei Open Windows wählt man den Ansatz, dass der Weg von A nach B über D, E und L führt und am Ende einfach bei C landet. 2/5

 

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Nach dem kurzen Ausflug in die "reale Welt" (okay, bei Open Windows ist der Begriff nur bedingt anwendbar), wird es am vierten Tag wieder horrorlastiger. Let Us Prey und It Follows versprechen, die Zuschauer das Fürchten zu lehren und das Thriller-Remake 13 Sins (zu dem wir später auch ein Interview mit dem Regisseur Daniel Stamm für Euch führen werden) stellt  ähnliche moralische Fragen an die Zuschauer wie der letztjährige FFF-Erfolg Cheap Thrills.

Fantasy Filmfest 2014 Tagebuch – Tag 2

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Fantasy Filmfest 2014 Tagebuch Tag 2

Liebe Filmfutter-LeserInnen,

Der zweite Tag des Fantasy Filmfests 2014 in Köln ist vorüber und obwohl ich bereits einige in Ansätzen ziemlich interessante Filme gesehen habe, fehlt mir unter den ersten sechs Streifen ein wirkliches Highlight. Doch das ist nicht weiter schlimm, denn mich erwarten ja noch zehn Tage und mehr als 30 weitere Filme und erfahrungsgemäß habe ich selten meinen Festival-Favoriten in den ersten Tagen gesehen. Vielleicht hängt das ja auch mit der Grundstimmung zusammen – man braucht schon Zeit, um in diese verrückte, vom Alltag weit entfernte und doch so wunderbare FFF-Stimmung hineinzukommen. Auch wenn die vier Filme von Tag 2 sich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht unter meinen Lieblingen am Ende befinden werden, haben sie mich dennoch durch ihre unterschiedlichen Genres ins Fantasy Filmfest 2014 wirklich "hineingezogen".

Zu sehen gab es nämlich einen obligatorischen Asia-Actioner, eine schräg-überdrehte Horrorkomödie mit Gastauftritten diverser Genre-Stars und zwei Filme, die man zwar mit dem selben Satz beschreiben könnte ("Eine seltsame sexy Frau lockt männliche Opfer in den Tod und zieht sich dabei häufig aus"), die aber dennoch kaum unterschiedlicher sein könnten. Hier begegneten sich Hochglanz-Trash und hohe Filmkunst. Los geht’s mit unserem zweiten Eintrag:

 

TAG 2

The Divine Move

Fantasy Filmfest 2014 Tagebuch 127 Millionen Menschen weltweit spielen das hochkomplexe japanische Strategie-Spiel Go, 22 Millionen davon in Asien. Deutschland ist immerhin Nummer 1 unter den westeuropäischen Ländern, was die Verbreitung von Go angeht (danke Wikipedia!). Ich gehöre allerdings nicht zu den Eingeweihten. Zwar habe ich davon schon gehört, würde das Brett und die schwarzen und weißen Go-Steinchen wiedererkennen und weiß rudimentär, dass er darum geht, die Einheiten des Gegners mit eigenen Steinen zu umschließen, doch hier endet auch mein Wissen um das Spiel, dessen meisterliche Beherrschung angeblich Jahre an Übung erfordert. Könnte ich Go spielen, dann hätte ich vermutlich auch dem südkoreanischen Streifen The Divine Move mehr abgewonnen, denn Go spielt hier eine sehr tragende Rolle und verleiht dem Film und dessen Struktur (vermutlich) eine philosophische Tiefe, die ich mit meinem Kenntnisstand einfach nicht durchdringen kann. Go als Metapher für das Leben? Vielleicht. Da mir aber die zahlreichen im Film erwähnten Spielzüge und die Strategien mir genau so viel sagen, wie Fachbegriffe aus der Quantenphysik, kann ich das nicht mit Sicherheit behaupten.

Doch keine Sorgen, auch den Go-ignoranten Zuschauern wird hier was geboten – und zwar eine Art Ocean’s Eleven mit vielen blutigen Kampfeinlagen. Bereits die ersten Filmszenen ziehen den Zuschauern atemlos ins Geschehen hinein. Jung Woo-sung spielt Tae-seok, einen Go-Profi, der  seinem spielsüchtigen Bruder bei einem illegalen Go-Spiel hilft. Doch die bösen Buben betrügen noch besser und die beiden verlieren. Nicht nur das Spiel – Tae-seok verliert ein Auge, und sein Bruder sein Leben. Der Mord wird Tae-seok in die Schuhe geschoben. Sieben Jahre sitzt er ein, wird noch besser in Go und lässt aus sich zudem eine Kampfmaschine ausbilden (in Südkorea können wirklich alle Martial Arts, oder?). Sobald er auf freiem Fuß ist, versammelt er ein Team (mit illustren Codenamen wie Drinking Christ oder Carpenter), um es dem Gangsterboss Sal-soo (Lee Beom-soo) heimzuzahlen. Doch anstatt die böse Bande einfach totzuprügeln (wozu der Held offensichtlich in der Lage wäre), gilt offensichtlich das Motto, sie alle erst einmal in Go zu blamieren.

Geprügelt wird viel, Blut fließt reichlich (nach Yellow Sea und New World wird hier wieder die Annahme bestätigt, dass südkoreanische Gangster Schusswaffen hassen müssen und stattdessen nur mit Messern und Macheten kämpfen). Noch mehr Zeit wird jedoch mit den Go-Spielen verbracht. Zwar tut der Regisseur sein Bestes, um auch diese spannend für den Zuschauer zu gestalten. Das gelingt aber nur teilweise und gerade in diesen Momenten verliert der Film dann einen Go-unbedarften Zuschauer wie mich. Die Action ist dafür toll choreographiert, doch leider nach einem starken, düsteren Einstieg in den Film, verfällt er häufig leider Albernheiten à la Ocean’s Eleven und Co. Mit jenen Filmen ist natürlich nichts verkehrt, doch der Ton schwankt hier zu sehr zwischen düsterem Rachethriller, einem "Heist-Movie" und einer philosophischen Überlegung über Go. Ich schiebe es mal auf kulturelle Unterschiede. 3/5

 

Under the Skin

Fantasy Filmfest 2014 Tagebuch 2"Man muss sich auf den Film einlassen". Mit diesen Worten wurden die Zuschauer im recht vollen Kinosaal von den Veranstaltern in die Aufführung von Under the Skin verabschiedet. Da wurden wirklich wahre Worte gesprochen. Ich habe es versucht, wirklich versucht, mich auf das Erlebnis einzulassen. Und es ist ein Erlebnis, anders kann man den Film kaum beschreiben. Obwohl dem allgemeinen Eindruck in den Medien vor der Veröffentlichung des Films zufolge, der Streifen auch "Scarlett Johansson ist nackt – Der Film" heißen könnte, ist das in Under the Skin wirklich nebensächlich (okay, für manche vielleicht nicht). Ja, sie ist nackt und das auch nicht zu wenig. Aber wer den Film wirklich nur wegen Frau Johanssons Reizen anschauen möchte, wäre wahrscheinlich mit entsprechenden Internet-Clips besser bedient. Ob die Nacktheit der Schauspielerin der Story dient, kann ich nicht beurteilen, denn das würde voraussetzen, dass ich den Film voll und ganz verstanden habe – und das wäre schon beinahe anmaßend. Under the Skin ist nicht, wie ihm das sicherlich einige vorwerfen werden, inhaltslos. Er erzählt sehr wohl eine Geschichte und hat auch eine Aussage. Doch er ist nicht dazu gedacht, in jeder Minute verstanden zu werden, sondern sollte erlebt werden.

Hypnotisch. Auf die Gefahr hin, dasselbe zu sagen, wie fast jede andere Kritik zu dem Film, benutze auch ich dieses Wort. Meditativ. Geheimnisvoll. Nachdenklich. Mit all diesen Adjektiven kann man Under the Skin beschreiben. Doch auch Worte wie prätentiös, abgehoben, sperrig, zäh und bedeutungsarm werden sicherlich fallen. Wer Recht hat, liegt hier, mehr denn je, im Auge des Betrachters. Die Wahrnehmung eines Films hängt immer von der Person, dem Denken und der Gefühlswelt des Zuschauers ab, doch sehr selten reflektiert ein Film seine Zuschauer so sehr wie Under the Skin. Das passt, denn es ist eine Geschichte über die Menschlichkeit und was diese ausmacht – eine philosophische Frage, auf die jeder eine andere Antwort hat und mit der viele sich schlicht nicht auseinandersetzen möchten. Scarlett Johansson ist hier nicht nur außerirdisch schön, sondern sie spielt auch eine Außerirdische, die die Aufgabe hat, mit ihren Reizen, Männer in eine Falle zu locken, wo sie von ihren "Auftraggebern" konsumiert werden. Das ist eigentlich auch schon der gesamte inhaltliche Abriss, der im Vorfeld eine neue Version des Erotik-Horrors Species vermuten ließ. Ja, so wäre Species vielleicht auch geworden, hätte Alejandro Jodorowsky ihn inszeniert. Nach einem Drehbuch von David Lynch. Auf LSD. Jodorowsky hat einst über seinen Film El Topo gesagt: "Wenn du großartig bist, dann ist El Topo ein großartiger Film. Bist du beschränkt, dann ist El Topo auch beschränkt". Im Falle von Under the Skin, gebe ich zu, dass ich nach dieser Logik offensichtlich zumindest etwas beschränkt bin. Denn bei all den wirklich beeindruckenden und einnehmenden Bildern, der unter die Haut (!) gehenden Musikuntermalung von Mica Levi und Scarlett Johanssons enigmatischem Spiel (in Lucy war sie trotzdem noch besser!), bleibt es stellenweise auch ein frustrierender, abweisender Film, zu dem ich besonders gegen Ende, während des menschlichen "Erwachens" der Hauptfigur, immer weniger den Zugang gefunden habe.

Ich bewundere den Film, doch ich liebe ihn nicht. Ich zieh den Hut vor den Machern und der mutigen Hauptdarstellerin, doch als Experiment ist Under the Skin für mich nicht völlig gelungen. Ich habe versucht mich auf ihn einzulassen, wirklich, aber in der Beziehung zwischen mir und diesem Film mangelte es irgendwann einfach an Gegenseitigkeit. 3,5/5

Suburban Gothic

Fantasy Filmfest 2014 Tagebuch 3Auf den ersten Blick hat der neue Film von Richard Bates Jr. mit seinem Regiedebüt Excision (einer meiner Favoriten beim Fantasy Filmfest 2012) nicht viel zu tun. Anstelle von zutiefst schwarzhumorigem, blutigen, in der Realität begründeten Psychohorror einer verstörten Seele, wird den Zuschauern eine beinahe familienfreundliche, bunte Horrorkomödie voller Skurrilitäten und Genreverweise serviert. Schaut man genauer hin, merkt man aber, dass sich eine Thematik durch beide Filme zieht. Der Regisseur mag Außenseiter. Schwarze Schafe, die sich nicht in die Gesellschaft, nicht einmal in die eigene Familie, einfügen können. AnnaLynne McCords Pauline in Excision war eine Außenseiterin der extremen Art. Raymond in Suburban Gothic ist eigentlich ein netter und meistens umgänglicher Kerl, der bloß nach seinem Wirtschaftsstudium keinen Job finden kann und daher zurück bei seinen Eltern in der verhassten Vorstadt einziehen muss. Mit seinem ausgefallenen Kleidungsstil (mit einer Vorliebe für bunte Schals), seiner gut artikulierten Sprechweise und seiner Großstadt-Mentalität wird er schnell als Weichei oder "Schwuchtel" abgestempelt und fällt in der konservativen Vorstadt auf wie ein bunter Hund. Doch es gibt noch etwas, das Raymond von allen anderen unterscheidet. Er kann Geister sehen und diese teils albtraumhaften Visionen lassen ihn seit seiner Rückkehr nicht in Ruhe. Hat es etwas mit einem Kindesskelett zu tun, das auf dem Grundstück des Hauses seiner Eltern gefunden wird? Mit der feschen Barkeeperin Becca (Kat Dennings), die nie ein Blatt vor den Mund nimmt, macht er sich auf, das Mysterium zu lösen.

Mit "Gothic" hat Suburban Gothic eigentlich nicht viel zu tun. Vielleicht wäre er ja gerne wie Beetlejuice, doch dazu ist der Film einfach nicht frech genug und wirkt trotz diverser netter Ideen leider häufig "heruntergekurbelt". Bates Jr. verleiht dem Film durch stark übersättigte Farben einen interessanten Look, vor dessen Hintergrund einige CGI-Effekte leider sehr billig wirken. "Criminal Minds"-Star Matthew Gray Gubler und Kat Dennings, die ihren bissigen Humor bereits in "2 Broke Girls" gut unter Beweis stellt, machen ein dynamisches Paar her, doch ihre Manierismen und Exzentritäten sind auch häufig an der Grenze zum Nervigen. Ray Wise als strenger Arschloch-Vater macht hier die beste Figur, während die kurzen Gastauftritte von Jeffrey Combs (Re-Animator)und Trash-König John Waters das Werk etwas veredeln. Doch im Gegensatz zum cleveren und unter die Haut gehenden Excision, hat Suburban Gothic den filmischen Nährwert einer bunten Bonbontüte.  Für eine Horrorkomödie ist er nicht durchgehend lustig genug; für eine Satire über den Horror der US-amerikanischen Vorstädte (seit jeher ein beliebtes Thema in Horrorfilmen) bleibt er zu sehr an der Oberfläche. Hier werden Erinnerungen an Odd Thomas wach. Beide sind anspruchslos unterhaltsam, jedoch ist Suburban Gothic stellenweise zu bemüht "cool". Bei einem Filmabend mit Genre-geneigten Freunden wäre Suburban Gothic wahrscheinlich kein Fehlgriff, doch es gibt auch keinen wirklich Grund, sich unbedingt für ihn zu entscheiden.  2,5/5

 

Nurse 3D

Fantasy Filmfest 2014 Tagebuch 4Nein, Nurse 3D ist kein guter Film per se. Ich glaube, diese Behauptung wird wohl kaum einer aufstellen. Aber als sexy Trash-Film hat er im Rahmen der Midnight-Madness-Reihe beim Fantasy Filmfest seinen perfekten Platz gefunden. Zudem eignete sich Nurse 3D als perfektes Gegenprogramm zum künstlerisch abgehobenen Under the Skin. Auch hier geizt der weibliche Star nicht mit den Reizen und hat es auf Männer abgesehen. Ob dahinter aber irgendeine Aussage stecken soll, ist hingegen zweifelhaft. Eine feministische Emanzipationsbotschaft ist schwer zu finden, wenn man bedenkt, wie sehr die Kamera vor allem die wohlgeformten Körper der beiden Hauptdarstellerinnen Paz de la Huerta und Katrina Bowden liebt. Während Bowden aber noch (halbwegs) züchtig bedenkt im Film bleibt, steht de la Huerta weiterhin zu ihrer offensichtlich exhibitionistischen Ader und verbringt einen beträchtlichen Anteil der Laufzeit splitternackt. Beschweren wird sich darüber wohl kaum einer und die Vorwürfe der stetigen Prüderei in US-amerikanischen Filmen bleiben hier einem auch im Halse stecken.

De la Huerta spielt Abby, eine Krankenschwester, deren Hobby es ist, Männer zum Fremdgehen zu verführen und sie dafür mit dem Tod zu bestrafen. Neuerdings hat aber eine Frau ihr Interesse geweckt, die Anfängerin Danni (Bowden). Als diese aber nach einer heißen Nacht mit viel Alkohol nichts mehr von Abby wissen will, brennen der Männermörderin die Sicherungen durch.

Nurse 3D weiß, was es ist, und bewegt sich auch strikt in diesem Rahmen. Man sollte aber auch keine Spaßgranate von der ersten bis zur letzten Minute erwarten. Die erste Stunde ist überraschend zurückhaltend und nicht annähernd zu blutig und trashig, wie der Film einen gerne glauben lassen würde. Erst in den finalen 20 Minuten geht der Spaß so richtig (blutig) los und erst dann kommen dann auch die spärlichen 3D-Effekte wirklich zum tragen. Leider geht das auch mit einigen mäßigen CGI-Effekten einher. Paz de la Huerta verblüfft durch das schläfrig-monotone Herunterbeten von ihrem Dialog. Soll es Absicht gewesen sein oder war sie beim Dreh einfach nur high? Wahrscheinlich etwas von beidem. Katrina Bowden hat nicht viel zu tun, außer hübsch auszusehen und das meistert sie vorbildlich. Schade nur, dass der Film lange braucht, um in Fahrt zu kommen und die Ereignisse sich dann so schnell überschlagen, dass es gerade dann vorbei ist, wenn es am meistem Spaß gemacht hat. Können wir bitte eine Fortsetzung haben? 3/5

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Am dritten Tag wird es weniger phantastisch und stattdessen bodenständig und realitätsbezogen. Gewalttätige Neo-Nazis, Drogenschmuggler und verrückte Hacker statt Aliens und Geistern – Euch erwarten Kurzkritiken zu Supremacy, The Mule und Open Windows.

Fantasy Filmfest 2014 Tagebuch – Tag 1

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Fantasy Filmfest 2014 Kritiken

Liebe Filmfutter-LeserInnen,

Alle Jahre wieder, heißt es doch so schön. Schon wieder ist ein Jahr rum und wir berichten in unserem bewährten Tagebuch-Format vom Fantasy Filmfest in Köln. Wer neu dabei ist und sich die Ausgaben aus den letzten Jahren anschauen möchte, kann dies hier tun. Das Konzept ist simpel. Ich werde zu jedem Tag des Fantasy Filmfests in Köln Kurzkritiken zu den Filmen schreiben, die ich an dem Tag jeweils gesehen habe und nach unserem 5-Sterne-Schema bewerten. Zu machen dieser Filme wird es später bei uns auch Langkritiken geben (beispielsweise bei The Rover und Under the Skin). Da aber nicht alle davon von mir stammen werden, kann es durchaus sein, dass es dort Abweichungen in der Wertung geben wird

Was uns dieses Jahr erwartet ist auf jeden Fall ein abwechslungsreiches Programm, in dem heftige Horrorschocker, abgehobene Filmkunst, schräge Komödien, Weltuntergangsdramen und blutige Action Seite an Seite stehen (unsere ausführliche Vorschau gibt es hier). Werwölfe, Vampire, Geister, Serienkiller, Kannibalen, Außerirdische, fiese Polizisten und eine männermordende Krankenschwester mit einer Abneigung gegen viel Kleidung erwarten mich und damit auch Euch in den nächsten 12 Tagen. Einfach wird es sicher nicht, schon das bisherige 8-Tage-Format des Fantasy Filmfests zehrte stark an meinen Kräften, denn für unsere Leser versuche ich möglichst viele Highlights aus dem Programm mitzunehmen und darüber zu berichten. Diesmal dauert der Spaß vier Tage länger, sodass ich mich bereits mit reichlich Kaffeegetränken und Energy Drinks eingedeckt habe und mit einer Mischung aus großer Aufregung und leichtem Grauen den nächsten 11 Tagen entgegensehe. Doch zum Glück habe ich bereits zehn Jahre an FFF-Erfahrungen hinter mir, die es mir möglich gemacht haben, sechs Filme an einem Tag im dunklen Kinosaal zu sehen und ohne dabei den Verstand zu verlieren. Dabei gilt immer – je abwechslungsreicher das Programm, desto schneller vergeht die Zeit. Und dieses Jahr sieht es jetzt schon nach sehr guten Voraussetzungen aus.

So auch am ersten Tag, an dem die einzige Gemeinsamkeit der beiden gezeigten Filme war, dass sie nicht sonderlich viel Humor enthielten (abgesehen von dem der unfreiwilligen Art wie im zweiten Film). Den Auftakt machte in Köln nach einer (wie immer netten) Begrüßung durch die Veranstalter ein australischer Endzeit-Streifen. Nach dem wirklich gewöhnungsbedürftigen The Congress letztes Jahr, griffen die Veranstalter dieses Mal auf etwas Bewährtes zurück für die Opening Night. Endzeitfilme haben eine Tradition beim Fantasy Filmfest und es ist nicht lange her, dass mit Carriers ein bereits post-apokalyptischer Film das Festival eröffnet hat. Wie auch Carriers, wird The Rover sein Publikum mit Sicherheit spalten und wer gerne wieder Spaß à la Severance, Sightseers oder Black Sheep (allesamt auch Eröffnungsfilme aus vergangenen zehn Jahren) möchte, ist hier eindeutig fehl am Platze. Als Eröfnungsfilm fand ich ihn jedoch definitiv nicht unpassend. Mehr zu The Rover und dem zweiten Film des ersten Tags, gibt es unten, im ersten Eintrag unseres FFF-Tagebuchs 2014.

TAG 1

The Rover

Fantasy Filmfest 2014 Kritiken 1Endzeitszenarien aus Australien lassen bei einem Filmfan automatisch die Gedanken in Richtung Mad Max gleiten. Dass Down Under in puncto post-apokalyptische Welten noch mehr zu bieten hat, zeigt Regisseur David Michôd, der vor einigen Jahren mit seinem Gangsterdrama Animal Kingsom für Furore gesorgt hat. Auch wenn das Ergebnis kein Meisterwerk ist und sicherlich nicht wie die Mad-Max-Reihe in die Annalen der Filmgeschichte eingehen wird, zeugt The Rover in fast jeder Minute von Michôds Regietalent und seinem Auge, die traurige Schönheit in der Tristesse zu finden. Denn eigentlich lässt sich der Film und die darin erschaffene Welt mit einem Wort beschreiben – trostlos. Angesiedelt in Australien zehn Jahre nach dem ominösen "Kollaps", folgt der Zuschauer dem von Guy Pearce mit einer Extraportion an Stoizismus gespielten Mann, dessen Namen wir erst im Abspann des Films erfahren. Eine Dreier-Bande stiehlt seinen einzigen Besitz in dieser gottverlassenen Welt, seinen Rover, und er setzt alles, aber auch wirklich alles daran, sein Auto zurückzuholen. Begleitet wird er dabei, zunächst unfreiwillig, von Rey (Robert Pattinson), einem minderbemittelten Mitglied der Gang, die den Rover gestohlen hat. Rey wurde nach einem Überfall totgeglaubt zurückgelassen und soll jetzt helfen, das Versteck der Bande ausfindig zu machen.

Wem schon Ryan Goslings Figur aus Drive oder Only God Forgives zu unnahbar und distanziert war, sollte einen Bogen um The Rover machen, denn die verbalen Äußerungen von Guy Pearces Figur sind so karg, wie die Landschaft um ihn herum. Nur gelegentlich gewährt er Einblicke in seine zerstörte Seele, meist durch ein intensives Augenspiel, und lässt einen wundern, weshalb Pearce nach L.A. Confidential nicht zu einem größeren Filmstar geworden ist. Seine Figur ist kein klassischer Antiheld und wird in keinster Weise sympathisch dargestellt. In einer Welt, in der alle Gesetze des menschlichen Miteinanderlebens längst verfallen sind, hat auch er keine Probleme über Leichen zu gehen. Ob seine Opfer es "verdienen" oder nicht, bleibt dabei völlig irrelevant. Das Herz des Films, wenn es denn eins hat, ist Pattinsons Rey, der abermals zeigt, dass Twilight einfach keine gute Bühne für sein durchaus vorhandenes Talent war. Die außerordentlich langsame Annäherung zwischen zwei Männern ist das Kernstück des Films, die Jagd nach dem Rover bleibt bestenfalls zweitrangig. Rey soll anfangs nur helfen, das Auto wiederzufinden, doch stattdessen lässt er die Hauptfigur seine verlorengeglaubte Menschlichkeit wiederzuentdecken – zumindest das, was davon noch übrig ist.

Michôd inszenierte mit The Rover einen bildgewaltigen Film, in dem die staubigen australischen Locations grandios in Szene gesetzt und mit einem eigenwilligen und teils verstörenden Sound unterlegt wurden. Es gibt keine Frage, dass der Film auf die große Leinwand gehört (wo er in Deutschland leider nicht landen wird). Trotzdem bleibt in dem Film etwas auf der Strecke. Nachdem Michôd die deprimierende und nihilistische Grundstimmung des Films etabliert hat, kommt leider nicht mehr viel. Alles ist trist, trostlos, hoffnungslos, traurig, verloren und kaputt. Und auch wenn es scheint, als gäbe es vielleicht noch etwas oder jemanden, der einen aus der Trostlosigkeit und Einsamkeit herausholen könnte, wird auch das nicht von Dauer sein. Alles ist schlecht. Darüber hinaus hat der Film eigentlich nicht viel zu sagen und trägt damit trotz sehr guter Ausgangsvoraussetzungen zum Endzeit-Genre trägt letztlich nichts Neues bei. Insbesondere die Auflösung am Ende verfehlt ihre Wirkung und lässt einen kalt. Vielleicht dann doch lieber Mad Max nächstes Jahr. 3,5/5

 

Wer

Fantasy Filmfest 2014 Kritiken 2Eine US-amerikanische Urlauberfamilie wird in der Nähe von Lyon Opfer von einem grausamen Angriff, der die Mutter schwerverletzt zurücklässt und ihrem Ehemann und ihrem Sohn das Leben kostet. War es ein Mensch oder ein Tier – das ist die große Frage. Aufgrund der vagen Aussagen der Mutter über ein behaartes Wesen mit riesigen Händen wird der Außenseiter Talan Gwynek aufgrund seiner sonderbaren körperlichen Erscheinung verhaftet und als potenzieller Täter den Medien vorgestellt. Das ruft die ambitionierte Anwältin Kate Moore (A.J. Cook aus Final Destination 2) auf den Plan, die gemeinsam mit ihrem Team, zu dem auch ihr Ex Gavin gehört, beweisen will, dass Talan aufgrund einer seltenen erblichen Krankheit physisch gar nicht dazu in der Lage sein konnte, die Morde zu begehen. Dazu muss er jedoch in einer Klinik bestimmten Tests unterzogen werden und hier geht der Spaß erst los…

Ich weiß eigentlich nicht, warum ich in einen Film von William Brent Bell reingegangen bin und einen guten Horrorfilm erwartet habe. Immerhin hat der Mann bereits zwei Werke verbrochen, die mir 180 Minuten an Lebenszeit gestohlen haben – Devil Inside und Stay Alive. Aber gemäß dem englischen Sprichwort "Third time is the charm" und in der Hoffnung nach langer Zeit wieder einen interessanten, ernsthaften Werwolf-Film zu sehen, in dem auch keine Vampire mitmischen (glitzernd oder nicht), habe ich mich auf Wer eingelassen. Doch leider hat Bell seit seinen letzten desaströsen Ausflügen ins Horrorgenre wenig dazugelernt und so ist Wer eine Mischung aus unfreiwilligem Humor, inkompetenter Inszenierung und langweiligen Charakteren geworden. Immerhin rundet er in dieser Hinsicht Bells Horrortrilogie des Grauens damit auch perfekt ab.

Wer lässt sich Zeit, bevor es hier wirklich zur Sache geht. Viel Zeit. Di erste Hälfte des 90-minütigen Films ist mehr "CSI" denn Horror. Die Ermittlungen von Kates Team bringen eine Verschwörungskomponente um Landkäufe und Nuklearabfall in den Film rein, für den Fall, dass die Werwolfthematik alleine den Zuschauer nicht bei Laune halten kann. An sich ist es ja kein Problem, sich mit dem Zeit zu lassen, um die Figuren und ihre Konstellationen zu entwickelt. Filme wie Descent – Abgrund des Grauens oder Wolf Creek sind mit diesem Ansatz auch gut gefahren. Nur leider sind die Hauptcharaktere von Wer dermaßen schablonenhaft gestaltet, dass man als Zuschauer einfach keinerlei Interesse und Sympathien für sie aufbringen kann. Die Protagonistin hat kürzlich ihren Vater verloren und fühlt mit dem Verdächtigen mit, ihr Ex sehnt sich immer noch nach ihr und der dritte im Bunde ist ein Hacker, der aufgrund irgendwelcher frühen Handlungen nicht in die USA zurück darf. All das wird kurz angerissen, den Zuschauern vor der Nase gewedelt und dann genau so schnell wieder fallengelassen. Nicht besser macht es auch die Regie der angeblich spannenden Momente des Films, der größtenteils in "Found Footage"-Optik präsentiert wird, ohne dass jedoch tatsächlich jemand das Geschehen filmen soll. Das geht teilweise ins Absurde, wenn uns ein Video von dem Angriff auf die amerikanische Familie gezeigt wird, bei dem unklar ist, wer das Video denn bitteschön gedreht haben soll, wenn Papa, Mama und Kind vor der Kamera von einer Bestie zerfleischt werden. Auch der ständige Griff zu billigen "Buh!"-Schreckmomenten, wenn ein Hund plötzlich über die Straße läuft oder Fledermäuse aus einer Höhle fliegen, nervt schnell.

Zugute halten muss man dem Film, dass er versucht, der Ernsthaftigkeit der Werwolf-Thematik stets treu zu bleiben, auch wenn die Erklärungen von Mondeinflüssen auf den Wassergehalt des menschlichen Körpers lachhaft klingen. Sehr gelungen sind außerdem die überraschend blutigen Moment ein der zweiten Filmhälfte, die nahezu komplett handgemacht sind und zeigen, dass zumindest einige talentierte Leute an dem Film arbeiteten. Besonders unangenehm – eine Szene die (möglicherweise unabsichtlich) Erinnerungen an Luis Buñuel weckt. Wer sich jedoch auf interessanten Transformationsszenen freut, sei gewarnt – der Werwolf hier ist einfach ein sehr behaarter Mann, der bei Vollmond einfach noch etwas haariger wird. 1,5/5

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In der morgigen Ausgabe des Fantasy Filmfest Tagebuchs 2014 werden neben hoher Arthouse-Kunst auch 3D-Trash und Asia-Action geboten. Ihr könnt euch auf Kritiken zu The Divine Move, Suburban Gothic, Nurse 3D und das potenziell frühe Festival-Highlight Under the Skin freuen.

Sex Tape (2014)

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Sex Tape (2014) Filmkritik

Sex Tape, USA 2014 • 94 Min • Regie: Jake Kasdan • Mit: Cameron Diaz, Jason Segel, Rob Corddry, Ellie Kemper, Rob Lowe, Jack Black FSK: ab 12 Jahren • Kinostart: 11.09.2014Deutsche Website

Cameron Diaz und Jason Segel haben einen Film gemacht, in dem sie reichlich Sex und so einige Dummheiten machen. Was tun mit der einzige Kopie? Nachdem sie das Werk in voller Länge angesehen haben, ist das keine Frage: mit dem Hammer drauf hauen, im Mixer schreddern, verbrennen und anschließend die Kleinteile vergraben! Die Szene kommt spät in Jake Kasdans verklemmter Familienkomödie, aber dafür identifiziert man sich wenigstens dieses eine Mal mit den Protagonisten.

Sex Tape (2014) Filmbild 1Ähnlich unbarmherzig wie das verheiratet-mit-Kids-in-der-Vorstadt-Pärchen Jay (Jason Segel) und Annie (Cameron Diaz) das titelgebende Resultat eines Abends ohne Kinder und Alltagshektik möchte man mit Kasdans Kino-Pendant verfahren. Wie viel die zweite Zusammenarbeit nach „Bad Teacher“ des Trios aus Regisseur und Hauptdarstellern mit dem peinlichen Amateurclip gemeinsam hat, hat offenbar keiner von ihnen mitgekriegt. Der filmische Dreier war wohl einfach zu geil. Voll geil, im humoristischen und expliziten Sinne, will „Sex Tape“ unbedingt sein und gibt sich dabei unabsichtlich selbst die Blöße. „Was ist unsere Story?“, fragt Annie, bevor Jay und sie die sturmfreie Bude zum Pornodrehort machen. „Story? Ich glaub', das ist nicht so wichtig.“ Dieser Glaube leitete Co-Drehbuchautor Segal augenscheinlich auch bei der Arbeit am Plot. Ein echtes Sex Tape könnte kaum monotoner und repetitiver sein als die teils akrobatischen, teils schmerzhaften Aktionen des die alte Leidenschaft vermissenden Pärchens. Auf jedem Gag wird bis zum Überdruss herumgeritten; Spannung kommt angesichts der Abstrusität des Vorgangs (irgendein erwachsenes Paar hat sich beim Sex gefilmt – na und?!) gar nicht erst auf. Der Verbreitungsweg des via iPad gefilmten Drei-Stunden-Epos ist so glaubhaft wie das Szenario „nymphomane Hausfrau verführt potenten Handwerker“.

Sex Tape (2014) Filmbild 2Dass eine Bloggerin und ein Radio-DJ nicht mal technische Grundschritte kennen, wirkt umso absurder, umso häufiger sie diverse Produkte von Apple in die Kamera halten oder deren Qualität betonen. Wenn es in dem keine nackte Brust, geschweige denn mehr als Slapstick-Rammeln enthüllenden Klamauk etwas zu zensieren gibt, dass ist es das penetrante Product Placement. Annie und Jay verschenken an ihren kompletten Bekanntenkreis iPads, an die ungewollt der Privatfilm geschickt wird. Mit dem Nachbarpärchen (Ellie Kemper, Rob Corddry) jagen beide den iPads hinterher und holen schließlich gegen YouPorn aus. Die Auswirkungen moderner Technik auf die Intimsphäre des Einzelnen hätte eine nette Folie für bissige Satire abgegeben. Fast alle nutzen wir täglich Geräte und Netzwerke, ohne sie richtig zu begreifen und unsere freiwillig, heimlich oder automatisch synchronisierten, kopierten und dispensierten Daten sind nie hundertprozentig vor Zugriffen geschützt. Unsere größte Angst ist nicht etwa Totalüberwachung im Orwell’schen Sinne, sondern sich öffentlich zu blamieren. Genau das tun die Charaktere: nicht etwa mit ihrer Freizügigkeit, sondern ihrer Biederkeit. Auf Sexfilm-Schnitzeljagd bringt das Paar nicht nur sich in Gefahr, sondern seine Kinder.

Die müssen andererseits mit einer Beinahe-Kamikaze-Aktion Jays davor bewahrt werden, Mami und Papi nackt zu sehen. Regisseur Kasdan schätzt physische Gags: Übereinander herfallen ist lustig, noch lustiger hinfallen oder runterfallen. Besonders Jay wird malträtiert, quasi zur Strafe für seine Fahrlässigkeit mit dem Privatvideo. Letztes ist mehr „Jackass“ als „Deep Throat“, aber die geläuterten Protagonisten zahlen für die Geheimhaltung trotzdem; ein Bußgeld im finanziellen und moralischen Sinne.

Fazit

Paare, die trotz Kindern und Karriere Spaß an Sex haben, sind lächerlich, verantwortungslos und überhaupt: Die sollten sich was schämen! Das tun beide dann auch ausgiebig angesichts der für US-Amerikaner offenbar schockierenden Enthüllung, dass ihre Kinder nicht der Storch gebracht hat. „Ich schaue noch ab und zu Pornos.“, gesteht Annie einmal, „Aber die Qualität der Drehbücher hat echt nachgelassen.“ Nicht nur bei Pornos.

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Schoßgebete (2014)

Schoßgebete, D 2014 • 93 Min. • Regie: Sönke Wortmann • Drehbuch: Oliver Berben, Charlotte Roche (Vorlage) • Mit: Lavinia Wilson, Jürgen Vogel, Juliane Köhler, Anna Stieblich, Pauletta Pollmann • FSK: ab 16 Jahren • Kinostart: 18. September 2014 • Deutsche Website

Handlung

Elizabeth Khiel (Lavinia Wilson) ist Hausfrau, Mutter und Ehefrau. Und das in Perfektion – zumindest ist das ihr Wunsch. Doch die einzige Frucht ihres Versuchs, eine perfekte Frau in jeglicher Hinsicht abzugeben, ist in eine Neurose, die zahlreiche Ängste vereint. Hervorgerufen wird diese durch einen Schicksalsschlag in ihrer Jugend. Ab dort beginnt sie auch, Sex als Allheilmittel, insbesondere in Bezug auf eine funktionierende Ehe, einzusetzen. Ihr Mann Georg (Jürgen Vogel) profitiert davon. Er kann so seine Vorlieben vollends mit ihr ausleben. Eine gute Mutter für ihre Tochter Liza (Pauletta Pollmann) zu sein gelingt ihr da nicht so gut. Doch dafür gibt es ja noch ihren Ex Stefan (Robert Gwisdek), der sich ab und an um die Kleine kümmert. Dadurch hat sie auch etwas mehr Zeit für sich, die sie unter anderem in der Praxis von Frau Drescher (Juliane Köhler) verbringt. Eine scheinbar aussichtslose Therapie einer Neurotikerin, wie sie im Buche steht.

Kritik

Eins vorweg: Nein, ich habe den Roman von Charlotte Roche nicht gelesen. Nachdem ich den Film gesehen habe, bin ich der Meinung, dass es die richtige Entscheidung war. Denn der Film sieht sich wie ein Buch. Das Einzige, was beweisen kann, dass es sich tatsächlich um einen Film handelt, ist die Tatsache, dass Video und Audio mitgeliefert werden. Das Medium Film wird nicht hinreichend benutzt, um dem Inhalt des Buchs eine neue Plattform zu bieten. Sicherlich dürfte die Vorlage auch für einen Sönke Wortmann keine einfache Herausforderung gewesen sein. Man hätte das Buch dann lieber Buch sein lassen sollen.

Schoßgebete (2014) Filmbild 2Der Film kann nicht rezensiert werden, ohne ein Wort über Charlotte Roche zu verlieren. Offensichtlich geht es in Schoßgebete nur um ihre höchst eigensinnige Sicht auf die Welt. Diese Sichtweise wird dem Zuschauer in sehr langatmigen und teilweise stark ausartenden Monologen präsentiert. Auch wenn Elizabeth Kiehl Dialoge mit ihrem Mann, ihrer Tochter oder ihrer Psychologin führt, letztendlich steht einzig und allein die neurotische Mutter im Mittelpunkt des gesamten Films. Die Nebencharaktere bringen den Film kaum bis gar nicht voran. Dadurch fällt die tolle Besetzung mit Jürgen Vogel, Juliane Köhler und Anna Stieblich gar nicht auf. Im Umkehrschluss heißt das, dass Lavinia Wilson in diesem Kontext ihre Rolle perfekt spielt. Ihre Mimik und Gestik, die sie der Hauptrolle der Elizabeth verleiht, verstärken den Eindruck, dass das gesamte Projekt Roche-zentriert sein soll.

So hat der Film auch inhaltlich nicht viel zu bieten. Im Gegensatz zu „Feuchtgebiete“ war ich überrascht, dass die Ekelszenen sich lediglich auf die Fadenwürmer beschränken. Gott sei Dank! Durch die schonungslose Offenheit und teils absurden Ansichten ist Schoßgebete dennoch verstörend. Das erschwert die Identifikation mit der Hauptdarstellerin ungemein. Besonders in den hochemotionalen Momenten glaubt man, die Gefühle von Elizabeth nachempfinden zu können. Und im nächsten Moment geht es dann um Sexpraktiken, die sie richtig geil machen, und darum, wie beschissen die Medien ihrer Meinung nach sind. Und schon fühlt man sich von Elizabeth wieder entfremdet. Ab und an sorgt das auch mal für einen Lacher, aber insgesamt funktioniert es nicht, da die Sprünge zu absurd sind. Hinzu kommt, dass Interpretationen ihrer Gedanken und Äußerungen überhaupt nicht gewollt sind. Sie sagt es, sie meint es, so ist es, und weiter geht’s im Protokoll. Äh, was hat sie gerade noch alles gesagt? Das wiederum macht es so schwer, ihren endlosen Monologen zu folgen.

Schoßgebete (2014) Filmbild 1Wie bereits die erste Buchverfilmung von Charlotte Roche soll der Film provozieren. Er enthält eine große Portion Gesellschaftskritik, die sich vor allem an das bornierte Spießertum richtet. Es geht weiterhin um – eine höchst eigene Interpretation von – Emanzipation und Feminismus, für den sie schon des Öfteren öffentlich kritisiert wurde, unter anderem von Alice Schwarzer. Kein Wunder, dass Schwarzer auch im Film erwähnt wird. Darüber hinaus werden unwichtige Details nicht ausgespart. So entwickelt sich der Film am Ende zu einem Softporno. Alles in allem wird unwahrscheinlich viel erzählt, aber dennoch bleibt der Film nichtssagend. Gute Ansätze wie der Autounfall als Ursache für ihre Neurose werden sofort durch belanglose Reaktionen im Keim erstickt. Es wird also nicht nur im Allgemeinen provoziert, sondern die Nerven des Zuschauer im Besonderen.

Fazit

Die Verfilmung von Schoßgebete kann nicht überzeugen. Schuld daran dürfte die Vorlage sein, die sich nicht für eine Verfilmung eignet. Es ist keine echte Entwicklung der Charaktere nachzuvollziehen, eine Handlung existiert nicht, der Zuschauer wird zum Zuschauen verdammt, statt zum Nachdenken animiert. Einzig die Leistung von Lavinia Wilson muss man würdigen. Sie hat Charlotte Roches Ansichten in Perfektion auf die Leinwand gepresst. Die echte Frau Roche sehe ich da lieber in Fernseh-Talkshows, in denen auch mal andere zu Wort kommen dürfen.

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The Riot Club (2014)

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The Riot Club (2014) Filmkritik

The Riot Club, GB 2014 • 107 Min • Regie: Lone Scherfig • Mit: Sam Claflin, Max Irons, Douglas Booth, Natalie Dormer, Holliday Grainger, Sam Reid, Ben Schnetzer • FSK: n. n. b. • Kinostart: 9.10.2014 • Offizielle Facebook-Seite

Yuppie. Schnösel. Feiner Pinkel. Geck. Lackaffe. Von Beruf: Sohn. Das sind die Stempel, wenn man die Burschen-Schar in dem exklusiven „Riot Club“ an der University of Oxford klassifizieren möchte. Das Bühnenstück „Posh“ von Laura Wade („Colder Than Here“, „Breathing Corpses“) wird von der dänischen England-Enthusiastin Lone Scherfig („Zwei an einem Tag“, „An Education“, „One Day“) auf die Leinwand gebracht. Das funktioniert mindestens genau so gut wie beispielsweise „Gott des Gemetzels“ und besser als bei „Chatroom“. Dabei gewinnt der Kinogänger einen abgründigen Einblick in die Welt der elitären Clubs, die scheinbar immer wieder namhafte Figuren der Gesellschaft hervorbringen. Englands Premiere David Cameron ist ein solches Exemplar, ist doch „The Riot Club“ in Anlehnung an den wahrhaft existierenden „Bullingdon Club“ geschrieben worden.

The Riot Club (2014) Filmbild 3Hinter dem „Riot Club“ stehen kluge, gutaussehende und elitäre Jungspunde, die zur Elite ihrer Zierde gehören. Das Universitätsleben ist nicht nur geprägt von Lernen und wissenschaftlicher Arbeit, sondern auch von Exzess, Suff und Drogenkonsum von skandalösem Ausmaß. Dafür steht dieser Club schließlich auch mit seinem Namen. Für den entstandenen Schaden in Restaurants und Bars wird lapidar und flapsig mit großen Mengen Bargeld bezahlt, um das gemeine Volk wieder milde zu stimmen. Doch der Club braucht neue Mitglieder, um wieder vollzählig sein zu können. Die zwei Erstsemester Miles (Max Irons) und Alistair (Sam Claflin, „Tribute von Panem“-Franchise) werden schließlich auserwählt. Für Alistair keine Frage, denn sein Bruder war bereits Präsident des Clubs. Der eher aus dem oberen Drittel der Mittelschicht stammende Miles entscheidet sich trotz von seiner Freundin Lauren (Holliday Grainger) geäußerter Bedenken ob seiner arroganten neuen Freunde, für eine Mitgliedschaft. Das traditionelle Club-Dinner in einer angemieteten, abgelegenen Lokalität bildet den jährlichen Höhepunkt. Doch wozu alkohol- und drogengetränkte Überheblichkeit führen kann, ist den Club-Mitgliedern in dem Moment der extrem ausartenden Situation anscheinend nicht bewusst. Ob "Einer für alle, alle für einen" dann noch gilt, wird sich zeigen.

The Riot Club (2014) Filmbild 2Den aufstrebenden jungen Männern, die abseits der Universität beinah rituellem Hedonismus und Ausschweifungen frönen, ist scheinbar nichts heilig; außer ihnen selbst und der Club. Nicht umsonst ziert das Filmposter der Slogan „Verwöhnt. Reich. Sexy. Verdorben.“. Zugegebenermaßen macht das neugierig auf das berüchtigte Club-Leben, das offensichtlich nur den reichsten, besten und klügsten Gentlemen vorbehalten ist. Klassenunterschiede sollen kein Hindernis darstellen, um sich bis an die Spitze zu arbeiten. Dabei reproduzieren sich Klassen, Hierarchien und sozialer Status doch nach wie vor meist durch die unmittelbaren Umwelteinflüsse. Viel mehr als durch Geld, definiert sich „Klasse“ durch die Haltung, Position und Einstellung in und zur Gesellschaft. Die Akteure des „Riot Clubs“ stacheln sich gegenseitig an, besser als der ganze Rest der Gesellschaft zu sein. Die Integrität eines jeden Menschen wird schonungslos von der unantastbaren Torheit und Arroganz dieser vielleicht zukünftigen Machthaber und „Zu-Sagen-Haber“ mit Füßen getreten. Interessant ist die Frage, ob es sich einfach nur um harte Partys handelt, oder ob Vieles mitgenommen wird, wenn man letztendlich älter ist und an den Knotenpunkten von Justiz, Wirtschaft oder Politik sitzt.

The Riot Club (2014) Filmbild 1Die Inszenierung der Dänin Lone Scherfig ist wie bei der Adaption eines Theaterstücks üblicherweise zu erwarten auf wenige Schauplätze beschränkt. Der Großteil des Films wird von dem jährlichen Dinner des Clubs eingenommen. Hier gipfeln gewandte Borniertheit, bodenlose Niederträchtigkeit, und persönliche Hahnenkämpfe wohlstandsverwahrloster Kids in ein schwarzes, aus dem Ruder laufendes „Tischgespräch“. Sollte doch eigentlich der Sinn eines Dining Clubs im angeregten, intellektuellen Austausch über Welt zu finden sein, liegt er hier viel mehr auf einer narzisstischen Selbstaufwertung und dem Herabsetzen anderer. Sicherlich bedient sich die Regisseurin ein paar kleineren Kniffen, um die Eskalation zu provozieren, doch bleiben alle Akteure stets glaubhaft und überzeugend. Vielleicht ist es gut mit der Dänin, einen unvoreingenommenen Standpunkt auf dem Regiestuhl sitzen zu haben. Nur zu gern nimmt man die Einladung an, durch das Bullauge in die Welt eines Elite-Dining-Clubs zu schauen und sich dem wütenden, wortreichen Streifzug überheblicher Snobs durch die britische Gesellschaft anzuschließen. "Carpe Fucking Diem" – mit jeglicher Konsequenz.

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Box-Office Welt – Planet der Affen dank China wieder an die Spitze

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Box-Office Welt - 29.-31.08.2014 Zusammenfassung und Analyse

Quellen: Screendaily, Rentrak

Immer häufiger erweist sich China heutzutage als der profitabelste Markt für Hollywood-Blockbuster außerhalb der USA und manchmal sogar profitabler als die USA, wie bei Transformers: Ära des Untergangs). Aus Filmen, die schon überall erfolgreich ist, kann eine gute Performance in China einen wirklich großen Blockbuster machen und in manchen Fällen einen Film vor einem finanziellen Verlust bewahren. Das ist im Falle von Planet der Affen – Revolution nicht nötig gewesen, doch der $47-Mio-Start in China sorgte dafür, dass der Streifen am Wochenende international die $400-Mio-Marke überquerte und weltweit $600 Mio. Es ist ein phänomenaler Start und zeigt, wie schnell der chinesische Markt in den letzten Jahren gewachsen ist. Noch vor drei Jahren spielte Planet der Affen – Prevolution in China insgesamt $30,8 Mio ein und das galt damals schon als gut. Der Start von Planet der Affen – Revolution ist der zweitbeste des Jahres in China und der viertbeste aller Zeiten für einen nicht-chinesischen Film (nach den letzten beiden Transformers-Streifen und Iron Man 3). Ein solches Startwochenende verspricht ein Gesamteinspiel oberhalb von $100 Mio in China. Das gelang dieses Jahr bereits drei Hollywood-Filmen in China (Transformers: Ära des Untergangs, X-Men – Zukunft ist Vergangenheit und The Return of the First Avenger).

Insgesamt spielte der neue Planet der Affen am Wochenende $51,5 Mio ein, was locker ausreichte, um wieder Platz 1 der internationalen Kinocharts zu erobern. Das Sequel hat bis dato $408,2 Mio international eingespielt, bereits etwa 34% mehr als sein Vorgänger, der bei $305 Mio landete. Das zeigt, dass der erste Film auf jeden Fall der Reihe eine große Fangemeinde verschafft hat und angesichts der Beliebtheit von Teil 2, könnte der dritte Streifen weltweit an der $1-Milliarde-Marke kratzen. China wurde nach einem Wochenende bereits zum zweiterfolgreichsten Markt des Films außerhalb von Nordamerika, doch am erfolgreichsten ist er weiterhin in Großbritannien, wo er bei $54,1 Mio nach sieben Wochen steht. Das ist genug für Platz 2 der Jahres-Charts und liegt beeindruckende 69% vor dem ersten Film. Sogar Blockbuster wie Man of Steel, Gravity und Transformers 3 hat der Film in Großbritannien bereits hinter sich gelassen. Sehr erfolgreich läuft er auch in Frankreich, wo er mit $32 Mio der erfolgreichste Hollywood-Film des Jahres ist und Teil 1 bereits um 8% übertroffen hat. In Südkorea spielte der Streifen $30,6 Mio ein, 77% mehr als sein Vorgänger. Mehr als $20 Mio nahm er auch in Brasilien, Russland und Mexiko ein. Mit Japan (wo der erste Film auch ein Hit war) und Venezuela in petto, wird Planet der Affen – Revolution mindestens $500 Mio international einspielen und mehr als $700 Mio weltweit. Das bedeutet eine Verbesserung von mindestens 45% gegenüber dem weltweiten Ergebnis des Vorgängers.

Für einen Film, der eigentlich nicht zu den typischen Big-Budget-Hollywood-Blockbustern gehört, bleibt Lucy außerordentlich stark. Scarlett Johanssons abgefahrener Sci-Fi-Actioner spielte letztes Wochenende weitere $31,2 Mio ein und steht jetzt bei $151,6 Mio außerhalb von USA und Kanada. Für Johansson ist das jetzt schon ihr größter Hit außerhalb des Marvel-Universums. Auch für den Regisseur Luc Besson wird es schon bald sein umsatzstärkster Film sogar außerhalb von USA/Kanada. Der mit Abstand stärkste Markt für den Film bleibt natürlich Frankreich. Dort büßte Lucy in der vierten Woche nach Umsatz denkbar knapp den Spitzenplatz ein (gewann aber nach Besuchern wieder). Mit $3,3 Mio am Wochenende, brachte Lucy das Einspiel in Frankreich auf $34,9 Mio und ist bereits der dritterfolgreichste Film des Jahres in dem Land. Nach nur vier Wochen hat Lucy in Frankreich mehr eingenommen als Filme wie X-Men – Zukunft ist Vergangenheit und Die Tribute von Panem – Catching Fire während ihrer gesamten Laufzeit. Die Aussichten stehen gut für ein Gesamtergebnis von mehr als $40 Mio in dem Land.

Doch auch anderswo läuft es super für Lucy. In Mexiko überzeugte der Film mit einem Nummer-1-Start und $4,1 Mio. Auch in Brasilien startete er mit $2,6 Mio auf Platz 1. In Japan reichte es zwar nur für Platz 3 aus, doch da spielte der Film am ersten Wochenende immerhin auch $2,7 Mio ein. In Großbritannien blieb der Film mit $3,3 Mio auf Platz 1 und steht jetzt bei $13,3 Mio. Nach nur zehn Tagen überholte der Fiom dort Die Bestimmung – Divergent, 300: Rise of an Empire und G.I. Joe – Die Abrechnung. Deutschland hat $13 Mio nach drei Wochen beigesteuert, Australien $13,2 Mio nach fünf Wochen (mehr als Godzilla). Alles in allem läuft Lucy trotz eines Budgets von $40 Mio weltweit auf Blockbuster-Niveau. Starts in China, Russland, Italien, Südkorea, Argentinien und zahlreichen kleinen Märkten stehen noch aus. Lucy hat damit sehr gute Chancen auf mehr als $300 Mio außerhalb von Nordamerika und mehr als $420 Mio weltweit. Das macht den Film definitiv zu den größten Überraschungserfolgen des Jahres und zeugt von Johanssons Zugkraft in richtigen Rollen.

Marvels Guardians of the Galaxy genoss wieder ein solides internationales Wochenende mit $19,7 Mio. Das brachte das internationale Einspiel des Streifens auf $273,1 Mio. Damit hat der Film international bereits Iron Man, Captain America: The First Avenger und Thor überholt. Auch Iron Man 2 wird bald hinter ihm sein. Die besten Zahlen kamen am Wochenende aus Deutschland, wo Guardians of the Galaxy mit $7,1 Mio anlief. In Großbrtiannen kamen für den Film bereits $41 Mio zusammen – mehr als für The Return of the First Avenger, The Amazing Spider-Man 2 und Thor – The Dark Kingdom insgesamt. Aus Australien stammen bislang $20,1 Mio. Dort kletterte der Film dank schwacher Konkurrenz in der vierten Woche auf Platz 1 zurück. Zwar ist der Film bereits in fast allein seinen Märkten angelaufen, jedoch stehen noch drei große bevor – Japan, China und Italien. Das sollte ein internationales Einspiel von mehr als $400 Mio ermöglichen. Es ist aber noch nicht abzusehen, ob der Film auch die $454 Mio von The Return of the First Avenger toppen kann. Wenn ja, dann wäre das eine sehr beachtliche Leistung!

Die Neuauflage von Teenage Mutant Ninja Turtles spülte letztes Wochenende weitere $13,8 Mio in die internationalen Kinokassen und hat bis dato $112,3 Mio außerhalb von Nordamerika erreicht. Dabei hat der Filme noch jede Menge potenziell starker Märkte vor sich, darunter Frankreich, Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien und Japan. Am Wochenende lief der Film in Südkorea mit enttäuschenden $2,6 Mio (inkl. Previews) auf Rang 5 an. Mit Abstand am besten läuft der Film in Russland, wo er mit $27,4 Mio bereits Rang 7 der umsatzstärksten Filme des Jahres erreicht hat und dabei sogar Planet der Affen – Revolution und den neuen X-Men-Film überholt hat. Da die meisten großen Märkte aber noch vor dem Film liegen, schließe ich ein internationales Einspiel von mehr als $250 Mio weiterhin nicht aus. Mindestens $400 Mio dürften der Michael-Bay-Produktion weltweit sicher sein.

Auch der "Found Footage"-Katastrophenfilm Storm Hunters kam am internationalen Wochenende auf $13,8 Mio und erhöhte sein Einspiel außerhalb von USA und Kanada auf $50,9 Mio. Wie erwartet, läuft der Film international deutlich besser als in den USA. In keinem Land lief der Film bislang jedoch besonders herausragend. Am besten sah es noch in Russland mit $6,3 Mio aus. Da in den kommenden Wochen noch China, Portugal, Australien und Mexiko dazukommen werden, denke ich, dass hier mehr als $100 Mio international drin sind. Für einen $50 Mio teueren Film, ist das keine schlechte Ausbeute, doch ich denke, dass dieser Film vor 7-8 Jahren noch deutlich besser gelaufen wäre.

Drachenzähmen leicht gemacht 2 setzte seinen internationalen Triumphzug mit $10,9 Mio am Wochenende fort und steht jetzt bei grandiosen $426,6 Mio. In den USA hat der Film auf jeden Fall an den Kinokassen enttäuscht, doch international könnte es kaum besser laufen. Das Animationssequel hat jetzt schon außerhalb von Nordamerika 54% mehr eingespielt als der erste Film und wird noch einiges drauflegen. Zu verdanken hat der Film es (wie meistens heutzutage) v. a. China, wo er mit $63,2 Mio in drei Wochen ein phänomenales Ergebnis hinlegte. Schon bald wird der Film zum umsatzstärksten Animationsfilm aller Zeiten in China. In Italien belegte der Film zum dritten Mal in Folge Platz 1 und ist mit $8,8 Mio bereits um 17% erfolgreicher als sein Vorgänger. In Großbritannien verbesserte sich der Streifen mit $40,1 Mio um 51% gegenüber Teil 1. Auch in Südkorea, Deutschland, Frankreich, Australien, Brasilien und Russland nahm er mehr als $20 Mio ein. Insgesamt sollte Drachenzähmen leicht gemacht 2 international an der $450-Mio-Marke kratzen.

Hercules startete letztes Wochenende mit $3,4 Mio erfolgreich in Frankreich und belegte dort die Chartspitze. Insgesamt hat das Actionabenteuer mit Dwayne Johnson international $9,3 Mio letztes Wochenende eingenommen und überquerte die internationale $100-Mio-Marke. Insgesamt hat der Film $103,3 Mio eingespielt. In Australien, Brasilien, Deutschland und Spanien lief er dieses Wochenende an, China, Japan und Venezuela kommen noch in den nächsten Wochen und Monaten. Ein Gesamtergebnis von $200 Mio ist durchaus möglich, je nachdem, wie gut er in China ankommt.

The Expendables 3 schwächelt weiterhin etwas und spielte etwa $8,8 Mio am Wochenende ein. Das führte zu einem vorläufigen internationalen Einspiel von $71,1 Mio. In keinem Markt kam der Film bislang sogar in die Nähe von $10 Mio und es liegen nur noch China, Japan und Italien vor dem Sequel. Teil 1 hat international $171,4 Mio eingespielt und Teil 2 sogar $220,4 Mio. Den letzten Film wird The Expendables 3 auf keinen Fall einholen, doch falls er es schafft, sich in China wieder stark zu verbessern (der zweite spielte dort $53,1 Mio ein, der erste $31,8 Mio), könnte das Sequel vielleicht noch die Zahlen von Teil 1 erreichen. Auf jeden Fal erwarte ich etwa $150-175 Mio international.

22 Jump Street baute seinen Vorsprung auf Teil 1 noch weiter aus und spielte am Wochenende $4,2 Mio von 31 Märkten ein. Jetzt steht das Comedy-Sequel bei $123,9 Mio. Das ist mehr als das Doppelte des internationalen Einspiels von Teil 1! Großbritannien führt mit $31,5 Mio alle Märkte an, doch auch Australien ist mit $21 Mio gut dabei (dort belegt die Komödie Platz 6 der Jahres-Charts). Der Film hat fast alle südamerikanischen Länder noch vor sich und sollte mit mindestens $145-150 Mio die Kinos verlassen. Teil 3 könnte sich weiter steigern und international sogar $200 Mio knacken.

Das Schicksal ist ein mieser Verräter spielte $3,7 Mio ein und brachte den Film auf $162,9 Mio. Für eine reine Teenie-Romanze ist das eine massive Zahl. Sogar Shailenes Woodleys Die Bestimmung – Divergent hat Das Schicksal ist ein mieser Verräter überholt. Dieses Wochenende erreichte der Film mit Italien seine Endstation. Kurioserweise ist ausgerechnet Brasilien der tragende Markt des Films. Er spielte dort $31,2 Mio ein, genug für Platz 2 der bisherigen Charts! Großbritannien hat derweil ebenfalls ansehnliche $19,4 Mio begeistert. Insgesamt sieht es nach etwa $175 Mio für die Jugendbuchverfilmung aus.

Transformers: Ära des Untergangs spielte zusätzliche $3,2 Mio ein und erreichte am Wochenende $828,8 Mio – eine schier unglaubliche Zahl. Unschlagbar und kaum zu glauben sind $301 Mio aus China – was ihn dort zum mit Abstand erfolgreichsten Film aller Zeiten macht. Ganz weit hinter kommt auf Platz 2 dann Russland mit $45,2 Mio und Südkorea mit $43,3 Mio. Transformers 4 hat jetzt schon 7% mehr eingenommen als der dritte Film und befindet sich aktuell auf Rang 6 der international erfolgreichsten Filme. Weiter wird er nicht vordringen, doch sein internationales Gesamteinspiel sollte sich am Ende auf etwa $840  Mio belaufen.

Die Erfolgskomödie Bad Neighbors hat ihr Einspiel international derweil auf $118 Mio gebracht. Das ist weniger, als ich nach dem starken Starts in Großbritannien und Deutschland erwartet habe, liegt aber trotzdem weit oberhalb von allen anderen Komödien mit Seth Rogen.

X-Men – Zukunft ist Vergangenheit erreichte mit $512,1 Mio das Ende seiner internationalen Laufzeit. Das Ergebnis ist sehr bemerkenswert, denn der Film hat außerhalb von USA/Kanada mehr eingespielt als alle bisherigen X-Men-Filme weltweit eingenommen haben. Weltweit (also einschließlich Nordamerika) hat das neuste X-Men-Kapitel $745,6 Mio eingespielt.

Ein internationaler Überraschungserfolg ist auch Grand Budapest Hotel von Wes Anderson. Der Film hat mittlerweile $113,6 Mio außerhalb von Nordamerika eingenommen.

Mandela: Der lange Weg zur Freiheit – Interview-Bloggerspecial zum Film

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Justin Chadwick Interview

Ab heute ist die Nelson-Mandela-Filmbiografie Mandela – Der lange Weg zur Freiheit in Deutschland auf DVD und BluRay zum Kaufen erhältlich. Nachdeam Clint Eastwood bereits 2009 in Invictus Morgan Freeman als Nelson Mandela in Szene gesetzt hat, wagte sich letztes Jahr Regisseur Justin Chadwick an die kürzlich verstorbene südafrikanische Friedenslegende. Im Gegensatz zu Eastwoods Film, der ein ganz bestimmtes Ereignis aus Mandelas Leben beleuchtet hat, umspannt Chadwicks Film einen Zeitraum von über 50 Jahren und erzähLt von Mandelas wilder junger Zeit, seinem Gefängnisaufenthalt auf Robben Island, seinem Aufstieg zum Präsidenten von Südafrika, aber auch seiner leidenschaftlichen Liebesgeschichte mit Winnie Mandela. Gespielt wird Nelson Mandela in dem Film vom grandiosen britischen Mimen Idris Elba ("Luther"), der die schwierige Aufgabe virtuos meistert.

Zum Heimkinostart des Films hatten wir und vier weitere Websites die einzigartige Gelegenheit ein interessantes 5-Fragen-Interview mit dem Regisseur Justin Chadwick zu führen. Unsere Frage und die Antwort darauf könnt Ihr unten lesen und dann geht es weiter zu den Fragen unserer Kollegen.

 

Teil 4

Der Film deckt mehr als 50 Jahre von Nelson Mandelas Leben ab – ein ehrgeiziges Unterfangen. Gab es irgendwelche bestimmten Ereignisse, die Du aus Gründen der Laufzeit komplett auslassen musstest?

Wir mussten unglaublich aufpassen, um die gesamte Geschichte zu erzählen, die nie das Tempo verlieren sollte. Es gab viele Dinge in seinem Leben, die wir aus Zeitgründen auslassen mussten – also taten wir das. Aber es war eins der größten Budgets aller Zeiten, das in Südafrika an einen Independent-Film vergeben wurde, weil die Finanzierung in Südafrika sichergestellt wurde. Also hatten wir diese große Verantwortung gegenüber den Zuschauern, einen tollen Film mit hochwertigen Schauwerten zu bieten; wir mussten sicherstellen, dass jeder ordentlich bezahlt wurde und dass der Film sich im Hinblick auf die Produktionswerte wie ein großes Erlebnis in der gleichen Liga mit den großen Hollywood-Blockbustern anfühlen könnte. Deshalb mussten wir auch dafür sorgen, dass man das ganze Geld auf der Leinwand auch sehen konnte. Natürlich mussten einige Szenen aus Zeitgründen geschnitten werden und wir wollen auch, dass der Film Mandels Leben gut repräsentiert. Wir wollten, dass der Film wirklich energisch ist, sodass man als Zuschauer wie eine Rakete darin eintauchen kann. Er führte einfach ein wirklich temporeiches Leben. Deshalb mussten wir überraschenderweise auf nur wenige Dinge verzichten. Ja, wir haben einige Szenen verloren, aber es gab nichts, das wir gedreht haben und später herausgeschnitten haben, das ich bereue. Natürlich gab es in seinem Leben Dinge, die ich liebend gerne noch erforscht hätte, wie seine Bemühungen, Bewusstsein für HIV und die Armut zu schaffen oder auch Dinge in seinem späteren Leben. Aber letztendlich haben wir uns auf seine eigene Biografie fokussiert.

Was Justin Chadwick unseren Kollegen im Interview erzählt hat, könnt Ihr auf ihren Seiten erfahren:

Teil 1: (Unterschiede in der Herangehensweise, ob man eine wahre Geschichte oder fiktive Ereignisse verfimt)

Leselink.de

Teil 2: (Was hat Justin Chadwick Nelson Mandela bei seinem Treffen mit ihm gefragt)

Kino.tv

Teil 3:  (Mandela als Mensch, Politiker und Mythos – worauf lag der Fokus der Erzählung)

Zeilenkino.de

Teil 5: (Wie zeigt der Film den inneren Kampf Mandelas für eine gewalt- und hassfreie Lösung)

DieNachtderlebendenTexte

Viel Spaß beim Lesen!

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Filminhalt:

"Kaum ein anderer Mensch hat die Weltpolitik unserer Zeit so beeinflusst wie Nelson Mandela. Nun wird seine außergewöhnliche Lebensgeschichte mit dem Film MANDELA: Long Walk to Freedom (OT) zum ersten Mal auf die große Leinwand gebracht und spannt einen dramatischen Bogen von seiner Kindheit, der ersten großen Liebe und seinem beginnenden Kampf gegen die Apartheid bis zu seiner Amtseinführung als erster Präsident des demokratischen Südafrikas.

Bildgewaltig wird die zutiefst persönliche Geschichte eines Mannes porträtiert, der sich konsequent allen Widerständen entgegen stellt, um für ein besseres Leben in seinem Heimatland zu kämpfen. Noch während seiner 27-jährigen Haftstrafe auf der berüchtigten Gefängnisinsel Robben Island stieg Nelson Mandela zum charismatischen Führer der Anti-Apartheid-Bewegung auf und zum weltweiten Symbol für friedlichen Widerstand. MANDELA: Long Walk to Freedom (OT) beschreibt die Entstehung einer modernen Ikone, die die Aufhebung der Rassentrennung und damit eine langersehnte politische Wende in Südafrika herbeiführte und ist gleichzeitig eine Liebeserklärung an einen Menschen, der durch seinen unermüdlichen Kampf für Freiheit, Gleichheit und Unabhängigkeit die ganze Welt verändert hat."

Hercules (2014)

Hercules (2014) Filmkritik

Hercules, USA 2014 • 98 Min • Regie: Brett Ratner • Mit: Dwayne Johnson, Ian McShane, Rufus Sewell, Ingrid Bolsø Berdal, John Hurt, Aksel Hennie, Reece Ritchie, Rebecca Ferguson • FSK: ab 12 Jahren • Kinostart: 4.09.2014 • Deutsche Website

Handlung

Hercules (Dwayne Johnson) ist nicht der Held, für den ihn die Welt hält. Er ist ein gebrochener Mann, dessen Glanzzeiten hinter ihm liegen und der mit einer Truppe ihm treu ergebener Gefährten durchs antike Griechenland zieht und seine Dienste als Söldner dem meistbietenden zur Verfügung stellt. Seine glorreichen Kämpfe gegen mythische Kreaturen sind nichts anderes als eine Erfindung seines schmächtigen Neffen Iolaus (Reece Ritchie), die dazu genutzt werden, um Hercules’ Marktwert zu steigern. In Wahrheit ist es ein tragisches Ereignis, das ein dunkles Licht auf die Vergangenheit wirft, an die er sich lieber nicht erinnern würde. Sein neuster Auftraggeber ist der König von Thrakien (John Hurt), dessen hübsche Tochter Ergenia (Rebecca Ferguson) Hercules und seine Männer anheuert, um die gefürchteten Heerscharen des grausamen Rhesus (Tobias Santelmann) an ihrem Vordringen ins Land aufzuhalten. In Falle eines Erfolgs wird die Söldnertruppe so fürstlich entlohnt, dass Hercules sich endlich seinen Traum erfüllen und sich zur Ruhe setzen kann. Leichter gesagt als getan. Um zu triumphieren, muss Hercules erst seinen inneren Helden heraufbeschwören und sich seinen tiefsten Ängsten stellen.

Kritik

Hercules (2014) Filmbild 3Seit Dwayne Johnson sich vor mehr als einem Jahrzehnt von der Schauspielerei im Wrestling-Ring zur Schauspielerei im Kino wechselte, wurde er immer als ein würdiger Nachfolger von muskelbepackten Actionhelden wie Arnold Schwarzenegger gesehen. Er hat die Physis, die Ausstrahlung und dieses Augenzwinkern, die man für den Part benötigt. Das passende Vehikel für seine Talente hat Johnson aber leider nicht gefunden. In Filmen wie Fast & Furious Five, G.I. Joe – Die Abrechnung oder Pain & Gain ist er stets eine sehr willkommene Ergänzung im Cast und hat mehr als genug bewiesen, dass er mehr drauf hat, als nur seine Muskeln in der Sonne glänzen zu lassen. Immer wenn er aber in den Mittelpunkt eines Films gestellt wurde, war der Film um ihn herum seinen Talenten meist nicht ganz gewachsen, sei es denn Scorpion King, Welcome to the Jungle oder Snitch – Ein riskanter Deal. Leider gehört auch Hercules dazu. Hercules ist nicht Johnsons Terminator oder Predator, es ist bestenfalls Johnsons Running Man. Trotz der Rolle, die auf seinen muskulösen Leib wie maßgeschneidert ist, muss die Suche nach einem perfekten Film für sein Können weitergehen.

Hercules (2014) Filmbild 2Wie auch bei vielen anderen seiner Filme, ist es keinesfalls die Schuld des Mimen. Trotz der interessanten Besetzung, die Regisseur Brett Ratner um ihn herum im Film versammelt hat, steht und fällt Hercules mit seinem charismatischen Hauptdarsteller. Dwayne Johnson mag seinen Wrestler-Beinamen „The Rock“ in Filmen schon länger abgelegt haben, doch noch nie wurde seine Statur diesem so gerecht wie in Hercules. Sein Hercules mag kein Halbgott sein in dieser Mythos-Revision, doch er hat keine Schwierigkeiten damit, ein Pferd im Galopp mit bloßen Händen aufzuhalten. Wer braucht dann noch Superkräfte? Natürlich dürfen auch diesmal die Muskeln in der Sonne glänzen. Doch Johnson bringt nicht nur die physische Ausstrahlung zu der Rolle, auch die humorvollen und sogar die wenigen dramatischen Momente schultert er mit Leichtigkeit. Er gibt für die Rolle alles und hat wirklich bessere Filme verdient.

Hercules (2014) Filmbild 1Der Fokus auf Johnson war wahrscheinlich eine kluge Entscheidung, führte jedoch zwangsläufig auch dazu, dass seine Gefährten und die anderen Darsteller des Films kaum mehr als Schablonen sind. Das ist bei einem Schauspieler von Ian McShanes Kaliber besonders schade, der hier als hellseherischer Amphiaraus eine kaum nenneswerte Leistung abliefert. Auch Rufus Sewell, der mal ausnahmsweise in einem großen Film keinen Bösewicht spielt (auch wenn man allein durch seine Anwesenheit erwartet, dass er jederzeit Hercules in den Rücken fällt), hinter lässt keinen Eindruck. Ingrid Bolsø Berdal, die einzige Frau im Männerverband, darf ordentlich in den Arsch treten und beweist sich als eine sexy Amazone. Man wird aber nie das Gefühl los, dass sie eigentlich nur da ist, um mit ihrem bauchfreien Outfit für Augenschmaus zu sorgen. Noch mehr trifft das eigentlich auf Irina Shayk zu, die trotz starker Präsenz im Marketing im gesamten Film etwa so lange zu sehen ist, wie in dem Trailer und die Hälfte dieser kurzen Zeit spärlich bekleidet verbringt. Der einzige wirklich interessante Charakter neben Johnsons Hercules ist Aksel Hennies (Headhunters) Krieger Tydeus, der im ganzen Film nur ein einziges Wort von sich gibt und alleine durch seine wilde Mimik und seinen extrem enthusiastischen Einsatz in den Actionszenen in Erinnerung bleibt.

Diese inszeniert Regisseur Brett Ratner ohne große Patzer, aber auch ohne viel Einfallsreichtum. Immerhin wird die Action nicht durch blitzschnelle Schnitte oder einen übermäßigen Einsatz an CGI-Effekten verunstaltet. Das 3D kommt leider selten gut zum Einsatz und wurde dieses Jahr in The Legend of Hercules überraschend besser umgesetzt (der einzige Aspekt, in dem jener Film diesem etwas voraushat). Wer jedoch nach dem Trailer mit der Erwartung eines Fantasyfilms in Hercules reingeht, wird sein blaues Wunder erleben. Seine Kämpfe gegen den nemëischen Löwen, den erymanthischen Eber und gegen die Hydra entstammen im Film lediglich ausgeschmückten Erzählungen, Träumen oder Halluzinationen und sind im Trailer bereits in nahezu ganzer Länge zu sehen.

Hercules ist ein Film, den ich mit 14 bestimmt für „hammergeil“ befunden hätte und wahrscheinlich werden die 12-16-jährigen von heute das auch tun. Doch mit meinen heutigen Augen sehe ich einen wirklich charismatischen Star in einem Film, der sich nur gelegentlich über den Durchschnitt erhebt.

Fazit

Flott erzählt, mit soliden Actionsequenzen versehen und von seinem imposanten Star souverän getragen, gelingt es Hercules trotzdem nicht, aus dem Gros von ähnlichen Filmen in irgendeiner Art und Weise herauszustechen oder sich als definitiver „Hercules“-Film zu etablieren. Es ist allerdings der bessere Hercules-Film, der dieses Jahr in die Kinos kommt.

Trailer

Fantasy Filmfest 2014 – Unsere große Freikarten-Verlosung!

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Fantasy Filmfest 2014 Freikarten

Liebe Filmfutter-Fans,

Seit dem 27. bzw. 28. August macht die 28. Ausgabe des Fantasy Filmfests die Leinwände in Berlin und Frankfurt unsicher, am 3. September gesellen sich Stuttgart und Nürnberg hinzu und eine Woche später dann auch Hamburg, München und Köln. Egal ob FFF-erfahren oder ein "Frischling" – der Besuch des Fantasy Filmfests ist dieses Jahr eigentlich für jeden Filmfan ein Muss, insbesondere bei dem tollen Programm, das dieses Jahr zusammengestellt wurde. Wer das Fantasy Filmfest noch nicht kennt und kein sonderliches Faible für das Fantasy-Genre hat, sollte sich von dem Namen keineswegs abschrecken lassen. Hier werden keine Elfen oder Zauberer geboten, stattdessen wird ein recht breites Geschmacks-Spektrum abgedeckt – Hauptsache es liegt meist (etwas) abseits des Mainstreams und wartet darauf, entdeckt zu werden. Seien es denn postapokalyptische Szenarien, Zombiekomödien, Werwolffilme, asiatische Action, pechschwarze Komödien,  beinharter Horror oder ein Horror-Musical (!) – hier wird einiges geboten! In unserer ausführlichen Vorschau haben wir diverse unserer persönlichen Highlights bereits vorgestellt.

Wie üblich werden mit Special-Kategorien einige der diesjährigen Highlights besonders hervorgehoben. Eine davon ist die 2009 ins Leben gerufene Kategorie Director’s Spotlight, die das neuste Werk  eines Regisseurs, der das Publikum des Fantasy Filmfests bereits in Vergangenheit begeisterte, hervorgehoben wird. Dieses Jahr ist es Alexandre Bustillos und Julien Maurys Among the Living (OT: Aux yeux des vivants). Das dynamische Regieduo war an der vordersten Front der blutigen Neuen Französischen Horrorwelle dabei und hat 2008 die Fantasy-Filmfest-Nights-Besucher (und die Genrefans weltweit) mit ihrem knallharter Horrorstreifen Inside schockiert. Etwas ruhiger ging es 2012 bei den Fantasy Filmfest Nights mit ihrer Gruselmär Livid weiter. Mit Among the Living (Inhaltsangabe unten) zollen sie den US-amerikanischen Coming-of-Age-Horrorfilmen Respekt, zeigen aber auch, dass sie es nicht verlernt haben, das Publikum so richtig durchzurütteln. Der Film gehört zweifelsohne zu den diesjährigen Highlights des Fantasy Filmfests und als besonderes Schmankerl, kommt Julien Maury, eine Hälfte des Regieduos, zu den Screenings des Films in München, Hamburg und Köln und steht zu seinem neusten Werk Rede und Antwort.

Doch nun zu dem besten Teil: mit freundlicher Unterstützung des Rosebud Entertainment-Teams verlosen wir für die Hauptvorstellung des Films in jeder Stadt jeweils zwei Freikarten! Es handelt sich dabei um diese Spielzeiten:

Berlin / 05 SEPT / 21.30 UHR / CINEMAXX 7
Frankfurt / 07 SEPT / 19.00 UHR / CINESTAR 9
Stuttgart / 06 SEPT / 21.45 UHR / METROPOL
Nürnberg / 06 SEPT / 21.45 UHR / CINECITTA' 4
München / 13 SEPT / 19.15 UHR / CINEMA
Hamburg / 12 SEPT / 19.30 UHR / SAVOY
Köln / 14 SEPT / 19.15 UHR / CINEDOM 9

Um am Gewinnspiel teilzunehmen, beantwortet einfach nachstehende Frage und hinterlegt bitte zwecks Zusendung der Gewinne eure Kontaktdaten. GEBT UNBEDINGT DIE STADT AN, IN DER IHR DEN FILM BESUCHEN WÜRDET! Eure Daten werden selbstverständlich streng vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Viel Glück!

Welcher dieser Regisseure ist ebenfalls mit der Neuen Französischen Horrorwelle assoziiert?

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Einsendeschluss:

Für die FFF-Besucher aus Berlin, Frankfurt, Stuttgart und Nürnberg am Mittwoch, den 3. September 2014.

Für die FFF-Besucher in München, Köln und Hamburg am Sonntag, den 7. September 2014.

Teilnahmeberechtigt sind nur volljährige Personen mit Wohnsitz in Deutschland. Es ist nur eine Teilnahme pro Person möglich. Unvollständige Bewerbungen können leider nicht berücksichtigt werden. Die Mitarbeiter von FILMFUTTER sind von der Verlosung ausgeschlossen.

Viel Glück!

Offizieller Filminhalt:

"Der letzte Sommertag vor den Ferien. Eigentlich wartet nun draußen vor dem Fenster das große Abenteuer auf Victor, Dan und Tom – zu dumm, dass die drei Freunde nicht gerade Musterschüler sind und ausgerechnet heute nachsitzen müssen. Flugs wird jedoch ein Fluchtplan geschmiedet, und nur wenig später sind die Jungs unterwegs über sonnenheiße Wiesen und Felder, hin zu dem alten verfallenen Studiogelände, dessen marode Attraktionen einen aufregenden Nachmittag versprechen. Ihr unbeschwertes Spiel findet ein jähes Ende, als die Drei plötzlich zu Zeugen eines grausamen Verbrechens werden. Im Schatten der verlassenen Bauten lauert etwas unsagbar Böses, ein unheimliches Phantom, das den Jungs auf ihrer panischen Flucht bis nach Hause folgt. Und hier erst, im vermeintlichen Schutz ihrer Familien, beginnt mit Einbruch der Nacht für Kinder und Eltern ein blutiger Kampf ums Überleben … "

https://youtu.be/kOgNx8GKRkc

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