James Marsden ist von der "Westworld"-Absetzung enttäuscht

James Marsden in "Westworld" © 2022 HBO

Quelle: Rolling Stone

Es ist immer frustrierend, wenn eine Serie, die man gerne schaut, unverrichteter Dinge mit einem offenen Ende abgesetzt wird. Es ist besonders frustrierend, wenn das passiert, nachdem man als Fan mehrere Jahre Lebenszeit in die Serie schon investiert hat, wie zuletzt bei "Batwoman" oder "DC’s Legends of Tomorrow" oder in Vergangenheit bei "Las Vegas" und "Last Man on Earth". Wenn man eine Serie seit drei, vier oder mehr Jahren schaut, fühlt man sich als Fan natürlich besonders verarscht, wenn es nicht einmal einen vernünftigen Abschluss gibt. Und entgegen dem weit verbreiteten Vorurteil macht das nicht nur Netflix, sondern betrifft eigentlich nahezu alle Sender und Streaming-Plattformen gleichermaßen.

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Doch es gibt einen Fall, der noch ärgerlicher ist als die genannten Beispiele: Wenn eine Serie nach mehreren Jahren kurz vor Schluss abgesetzt wird, obwohl den Machern nur noch eine Staffel fehlte, um ihre Geschichte, wie geplant, zu Ende zu erzählen. Das betraf leider Netflix' Frauen-Wrestling-Serie "GLOW" mit Alison Brie, die wegen der COVID-bedingten Einschränkungen die Dreharbeiten zur finalen vierten Season abbrechen musste und nie wieder aufgenommen hat.

Hingegen hatte HBO keine Pandemie-Ausrede, als der Sender die ambitionierte Sci-Fi-Serie "Westworld" von Jonathan Nolan und Lisa Joy abgesetzt hat. Die beiden Serienmacher hatten von Anfang an konkrete Pläne, wie sie ihre Geschichte der Androiden, die Bewusstsein und freien Willen erlangen, zu Ende erzählen wollten und brauchten dafür fünf Staffeln. Doch nach einer gefeierten ersten Season, hat die komplexe zweite Staffel viele Zuschauer verschreckt, die Quoten brachen ein und die Serie war einfach zu teuer, um sie trotz schlechter Zuschauerzahlen weiter zu produzieren. "Westworld" fiel den weitreichenden Sparmaßnahmen des HBO-Mutterkonzerns Warner Bros. Discovery zum Opfer. Zwar wurde den Serienmachern angeboten, eine finale fünfte Staffel mit deutlich niedrigerem Budget zu produzieren, sie lehnten diese Option jedoch ab.

Immerhin wird die Hauptbesetzung der Serie für die komplette fünfte Staffel bezahlt werden. Doch natürlich geht es den DarstellerInnen nicht nur ums Geld und James Marsden, der nach einer Auszeit in Staffel 3 in der vierten Season zurückgekehrt ist, äußerte kürzlich sein großes Bedauern darüber, dass "Westworld" nicht das verdiente und geplante Serienende bekommen wird: (aus dem Englischen)

Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass die Art, wie wir "Westworld" beendet haben, keine Enttäuschung war. Ich werde nie ohne Dankbarkeit über irgendwelche meiner Erfahrungen sprechen, aber es wäre schön gewesen, die Geschichte abzuschließen, die wir erzählen wollten.

Ich liebe diese "Westworld"-Familie. Es war eine dieser einzigartigen Gelegenheiten, Teil von etwas zu sein, bei dem ich selbst zu Hause als Fan der nächsten Folge entgegenfiebern würde. Ich kann absolut verstehen, dass es eine teure Serie ist und große Serien brauchen ein großes Publikum, um die Kosten zu rechtfertigen. Ich wünschte nur, es ginge um mehr als nur den finanziellen Erfolg.

Wer weiß, vielleicht gibt es eine Welt, in der es irgendwie abgeschlossen werden könnte. Vielleicht ist das einfach nur Wunschdenken, weil ich weiß, dass wir Pläne hatten, es so zu Ende zu bringen, wie wir wollten.

Ich würde mir zumindest wünschen, dass die Macher ihre Pläne für die fünfte Staffel und den Abschluss der Serie irgendwann öffentlich machen oder vielleicht in Buch- oder Comicform umsetzen, damit die Fans zumindest zum gewissen Grad das Gefühl eines Abschlusses bekommen.

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