Walter Koenig, Darsteller des Fähnrichs Pavel Chekov aus "Raumschiff Enterprise" (OT: "Star Trek"), ist am Sonntag im Alter von 90 Jahren bei sich zu Hause in North Hollywood gestorben. Das teilte sein langjähriger Agent Zachery McGinnis am Montag über Facebook mit. Koenig war einer der letzten verbleibenden Originaldarsteller von "Raumschiff Enterprise". Nach seinem Tod sind George Takei (89) und William Shatner die einzigen noch lebenden Stars aus der Originalserie.
Im Gegensatz zu den anderen Originalstars von "Raumschiff Enterprise" wie Shatner, Takei, Leonard Nimoy, Nichelle Nichols, James Doohan oder DeForest Kelley war Koenig nicht von Anfang an Teil des Ensembles, sondern wurde erst in der zweiten Staffel besetzt, auf dem Höhepunkt der Spannungen zwischen den USA und der Sowjetunion. Koenig wurde in den USA geboren, seine Eltern waren jedoch russischsprachige Juden, die aus Litauen in die USA ausgewandert sind. Koenig war einer von nur zwei Schauspielern, die für die Rolle vorsprachen, und erhielt wenige Stunden nach dem Vorsprechen die Zusage. Es war sicherlich auch von Vorteil, dass er zuvor in "The Lieutenant" mitgewirkt hat, der allerersten Serie des "Star Trek"-Schöpfers Gene Roddenberry. Roddenberry bat Koenig um einen übertriebenen russischen Akzent in der Serie, für den sich Koenig von seinem Vater inspirieren ließ.
Aufgrund der Beliebtheit seiner Figur wurde Koenig überraschend ein Vertrag als Hauptdarsteller angeboten. Ursprünglich war seine Rolle auf gelegentliche Gastauftritte beschränkt. Nichtsdestotrotz war er der einzige "Raumschiff Enterprise"-Originalstar, der aus Kostengründen nicht als Sprecher der Animationsserie zurückgebracht wurde. Dafür durfte er das Drehbuch zu einer der Episoden der Serie beisteuern.
Als Chekov kehrte Koenig in den ersten sieben Star-Trek-Kinofilmen zurück. Es fiel ihm jedoch schwer, Erfolg außerhalb des Star-Trek-Universums zu finden. Neben seiner Tätigkeit als Schauspieler schrieb er Drehbücher für mehrere Filme und TV-Episoden sowie einige Bücher und Theaterstücke. Seine größte Rolle jenseits von Star Trek und zugleich seine persönliche Lieblingsrolle verkörperte er als antagonistischer Psi-Corps-Offizier Alfred Bester in der Sci-Fi-Kultserie "Babylon 5". Zu Star Trek kehrte er ein letztes Mal 2023 zurück, als er im Serienfinale von "Star Trek: Picard" ein Sprech-Cameo als Föderations-Präsident Anton Chekov absolvierte, Sohn seines Originalcharakters aus "Raumschiff Enterprise", dessen Vorname dem tragisch verstorbenen Chekov-Darsteller Anton Yelchin aus der Kelvin-Timeline von J.J. Abrams Tribut zollte.
Quelle: Deadline














