Tremors Serie Regie

Kevin Bacon und Fred Ward in Tremors – Im Land der Raketenwürmer (1990) © Universal Pictures

Quelle: Deadline

Als Kevin Bacon vor über 27 Jahren zugestimmt hat, die Hauptrolle in Tremors – Im Land der Raketenwürmer zu übernehmen, tat er dies nur widerwillig. Die Vorstellung, in einem Film über gigantische, menschenfressende Würmer zu spielen, wirkte auf ihn wie ein mögliches frühes Ende seiner noch so vielversprechenden Karriere als seriöser Darsteller. Doch nach dem Überraschungserfolg von Footloose 1984 hatte Bacon zunächst keine weiteren Hits an den Kinokassen und als Tremors ihm angeboten wurde, war er gerade frisch verheiratet und seine junge Frau war schwanger. Es war nicht der richtige Zeitpunkt, einen guten Gehaltsscheck abzulehnen, also ließ er sich zunächst skeptisch darauf ein. Niemals hätte er ahnen können, dass das Tremors-Franchise auch fast drei Jahrzehnte später noch laufen würde und noch weniger hätte er im Vorfeld gedacht, dass er nach einer so langen Zeit Interesse haben würde, wieder in die Rolle von Valentine McKee zu schlüpfen.

Im Kino ging Tremors zwar nicht weiter, doch 1996, 2001, 2004 und 2015 wurden jeweils direkt für den Heimkinomarkt Sequels produziert, deren Konstante stets Michael Gross als Waffennarr Burt Gummer war. Ein sechster Film mit ihm ist aktuell in Arbeit. Außerdem landete Tremors 2003 sogar im Fernsehen, wo die Serie (ebenfalls mit Michael Gross und späterem "Breaking Bad"-Star Dean Norris in Hauptrollen) es aber nur auf eine Staffel brachte.

Die Qualität aller Nachfolger schwankt von Film zu Film, doch das Original ist zu einem echten Kultklassiker unter Creature Features geworden. Mittlerweile blickt auch Kevin Bacon viel lieber auf den Film zurück, als er sich das hätte früher vorstellen können. Als Tremors 2015 sein 25-jähriges Jubiläum feierte, äußerte er sogar den Wunsch, seine Rolle aus dem ersten Film zu verkörpern. Der Wunsch blieb nicht lange unerfüllt, doch noch im selben Jahr wurde tatsächlich eine neue "Tremors"-Serie mit Bacon in der Hauptrolle angekündigt. Fans des Originals konnten es kaum glauben. Die Serie landete zuerst bei Amazon, wo aktuell auch die Kevin-Bacon-Serie "I Love Dick" produziert wird, doch lange Zeit hörte man nichts mehr von ihr. Diesen Sommer haben wir dann erfahren, dass SyFy die "Tremors"-Miniserie von Amazon übernommen hat. SyFy war auch der Sender, der die erste "Tremors"-Serie ausstrahlte. Ein Pilotfilm mit Kevin Bacon wurde im Juni in Auftrag gegeben und wenn er den Entscheidungsträgern des Senders gefällt, wird die Miniserie produziert werden.

Jetzt hat die "Tremors"-Miniserie einen weiteren Schritt zur Verwirklichung gemacht. Der amerikanisch-kanadische Genre-Regisseur Vincenzo Natali wurde verpflichtet, um bei der Pilotfolge Regie zu führen. Vincenzo machte vor 20 Jahren mit seinem Regiedebüt Cube Genrefans weltweit auf sich aufmerksam und hat seitdem einige weitere hoch interessante Filme inszeniert, darunter Splice – Das Genexperiment und den sträflich unterschätzten Thriller Cypher. Seit der Geistergeschichte Haunter vor vier Jahren hat er leider keinen weiteren Film mehr gedreht, war jedoch im Fernsehgeschäft fleißig. Er inszenierte u. a. Serienfolgen von "American Gods", "Westworld", "Hannibal", "Luke Cage" und "The Strain". "Tremors" wird allerdings sein erster Pilot sein. Ich habe Natali als Regisseur immer sehr geschätzt und seine Beteiligung an der "Tremors"-Serie steigert meine Vorfreude.

Natalis Mitwirkung ist vermutlich kein Zufall, denn entwickelt wurde die "Tremors"-Serie von seinem alten Schulfreund Andrew Miller, der auch in Natalis Cube und Nothing mitspielte. Miller, der auch als Showrunner der Serie fungieren soll, schrieb u. a. Folgen von "The Secret Circle".

Die Miniserie, sollte sie denn tatsächlich grünes Licht bekommen, spielt 25 Jahre nach den Ereignissen des Originalfilms. Nachdem die Graboiden nach Perfection zurückkehren, lastet die einzige Hoffnung des Städtchens auf Valentine "Val" McKee (Bacon), der sie schon einmal besiegt hat. Aber um es zu schaffen, muss er seinem Alter, dem Alkohol und dem wahnhaften Heldenkomplex trotzen.

 

Die einzige Hoffnung? Anscheinend haben die Einwohner von Perfection Burt vergessen.