Melissa Barrera von Scream 7 gefeuert!

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Scream 7 Melissa Barrera

Melissa Barrera in Scream VI © 2023 Paramount Pictures

Quelle: The Hollywood Reporter

Wieder einmal wurden Kommentare in den sozialen Medien einem Star zum Verhängnis.

In einem Twist, der schockierender ist als jede Enthüllung der Ghostface-Identität, wurde Melissa Barrera als Hauptdarstellerin von Scream 7 gefeuert. Grund dafür waren die kontroversen (und inzwischen gelöschten) Kommentare der Schauspielerin zur humanitären Katastrophe des Israel-Hamas-Kriegs. Barrera schrieb: (aus dem Englischen)

Gaza wird aktuell als Konzentrationslager genutzt. Alle werden ohne Ausweg zusammengepfercht, ohne Strom und ohne Wasser […] Die Menschen haben nichts aus unserer Geschichte gelernt. Und wie in Vergangenheit, schauen die Menschen schweigend zu, während es passiert. DAS IST GENOZID UND ETHNISCHE SÄUBERUNG.

In weiteren Postings bezeichnete sie Israel als kolonisiertes Land und warf den Medien einseitige pro-Israel-Darstellung des Konflikts vor. Zugleich ermahnte sie, dass der Hass sich nicht gegen jüdische Menschen oder die Bevölkerung Israels richten sollte, weil sie nicht die israelische Regierung seien, und betonte ihr Mitgefühl für jüdische Menschen in der aktuellen Situation.

Produktionsfirma Spyglass reichte das jedoch nicht aus und wegen des wahrgenommenen Antisemitismus ihrer Äußerungen wurde Barrera kurzerhand aus dem Cast des angekündigten Scream 7 entlassen. Genau genommen wurden bisher keine Rückkehrer:innen aus bisherigen Filmen für Teil 7 offiziell bestätigt, doch natürlich war geplant, das Kern-Quartett aus Barrera, Jenna Ortega, Jasmin Savoy Brown und Mason Gooding zurückzubringen.

Spyglass veröffentlichte die nachfolgende offizielle Pressemitteilung zur drastischen Entscheidung:

Die Haltung von Spyglass ist unmissverständlich: Wir haben null Toleranz für Antisemitismus oder Anstiftung zu Hass in jeder Form, einschließlich irreführender Referenzen zu Genozid, ethnischer Säuberung, Holocaust-Verzerrung oder allem anderen, was die Grenze zu Hassrede überschreitet.

Hier sind viele Screenshots von Barreras Postings zu finden, sodass Ihr Euch selbst ein Urteil bilden könnt.

Es ist der zweite schockierende Verlust einer Hauptdarstellerin der Scream-Reihe in Folge, nachdem Neve Campbell letztes Jahr auf ihre Rückkehr als Sidney Prescott aufgrund eines zu niedrigen Gagenangebots verzichtet hatte. In Scream VI wird Sidney zwar mehrfach erwähnt, aus dem Original-Trio hielt nur noch Courtney Cox als Gale Weathers die Stellung. Die Tür für Campbells Rückkehr wurde jedoch offengelassen und Franchise-Schöpfer Kevin Williamson plädierte kürzlich dafür, ihr das Geld zu zahlen, das sie verdient, damit sie im nächsten Film wieder dabei ist.

So bedauerlich ich es fand, dass Campbell in Scream VI nicht mitgespielt hat, der Verlust von Melissa Barrera wiegt diesmal deutlich schwerer. Der größte Triumph der beiden neuen Scream-Filme war, dass sie geschafft haben, eine neue Generation von Ghostface-Überlebenden einzuführen, mit denen das Publikum mitfiebert konnte. Als Billy Loomis' Tochter Sam Carpenter stand Barrera im Mittelpunkt der neuen Besetzung und hat sich erfolgreich als Sidneys würdige Nachfolgerin in der Rolle des Final Girls bewiesen. Sie komplett aus der Reihe zu entfernen oder neu zu besetzen erscheint mir absurd und wird sicherlich Millionen Scream-Fans sehr sauer aufstoßen. Gerade nachdem Scream VI sehr positiv angekommen ist und in den USA sogar zum kommerziell erfolgreichsten Teil der Slasherreihe wurde, ist es ein herber Verlust und Rückschlag.

Christopher Landon (Happy Deathday), der als Nachfolger von Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett im Regiestuhl von Scream 7 verpflichtet wurde, schrieb zu Barreras Entlassung über Twitter lediglich Folgendes:

“Das ist mein Statement: ? Alles ist scheiße. Hört auf zu schreien. Es oblag nicht mir, diese Entscheidung zu treffen.

Die Arbeit an Scream 7 hat sich wegen Doppelstreiks der Autoren und Schauspieler in Hollywood verzögert und es ist noch nicht klar, wann die Dreharbeiten beginnen werden. Einen Starttermin hat das Sequel auch noch nicht, wir können uns aber auf eine deutlich längere Wartezeit als zwischen dem fünften und dem sechsten Film einstellen, die im Abstand von nur 14 Monaten erschienen sind. Ich drücke die Daumen, dass die Situation wie bei James Gunns Entlassung und Wiedereinstellung als Guardians-of-the-Galaxy-Vol.-3-Regisseur ausgehen wird, doch das Israel-Palästina-Thema ist deutlich heikler als irgendwelche geschmacklosen, zehn Jahre alten Tweets.

Würdet Ihr Euch Scream 7 ohne Barrera als Sam anschauen?

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