Mortal Kombat 3: Zweiter Drehbuchentwurf ist fertig, doch das Sequel hat noch kein grünes Licht

Artikel enthält Spoiler zu Mortal Kombat II!

Seit drei Wochen wird Mortal Kombat, ein Kampfturnier auf Leben und Tod, das über das Schicksal unserer Welt entscheidet, auf den Kinoleinwänden ausgetragen. Mortal Kombat II löst das Versprechen des Reboots von 2021 ein und die meisten Fans der Videospielvorlage sind hellauf begeistert. Die im Vorfeld skeptisch beäugelte FSK-16-Freigabe steht knallharten Kämpfen und brutalen Fatalitys nicht im Weg, während Karl Urban Johnny Cage mit selbstironischer Coolness perfekt verkörpert und Adeline Rudolph als Kitana der eigentliche Star des neuen Films ist.

Eigentlich sollte Mortal Kombat II bereits letzten Herbst in die Kinos kommen. Trotz gemischter Reaktionen auf den letzten Film – hauptsächlich weil das titelgebende Turnier darin gar nicht vorkam und mit Cole Young (Lewis Tan) als Hauptfigur ein brandneuer Charakter unnötig erfunden wurde – war die Vorfreude auf den Film spürbar groß, vor allem dank Urbans Besetzung als Johnny Cage und dem Versprechen der Macher, aus ihren Fehlern gelernt zu haben. Der erste Trailer zum Film stellte letzten Sommer einen neuen Aufrufe-Rekord für Red-Band-Trailer auf. Weil das letzte Geschäftsjahr von Warner Bros. dank großer Überraschungserfolge wie Blood & Sinners, Minecraft, Final Destination 6: Bloodlines, Superman und Weapons – Die Stunde des Verschwindens sehr erfolgreich verlief und 2026 hingegen nur spärlich mit sicheren Hits besetzt war, verschob Warner den Kinostart von Mortal Kombat II kurzerhand bis Mai 2026, auch um den Film in der lukrativen Sommer-Blockbuster-Saison zu veröffentlichen.

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Nach positiven Testvorführungen war Warner sogar so fest davon überzeugt, einen großen Kinohit zu haben, dass im Oktober Mortal Kombat 3 angekündigt wurde. Der erste Film ist mitten während der Covid-Pandemie zeitgleich in den Kinos und im Streaming erschienen, spielte aber dennoch 84 Millionen US-Dollar weltweit ein und wurde zu einem der größten Streaming-Hits überhaupt bei HBO Max. Unter deutlich besseren Voraussetzungen, mit einem (scheinbar) besseren Film und einer exklusiven Kinoveröffentlichung sollte doch deutlich mehr herausspringen, dachte man sich.

Doch die Realität sah dann anders aus. Der Hype beschränkte sich offenbar auf die Fangemeinde der Spiele. Diese ist zwar recht groß – schließlich ist "Mortal Kombat" ja auch die meistverkaufte Kampfspielreihe aller Zeiten – doch auch nicht groß genug, um einen Film zum Blockbuster zu machen. Nach drei Wochen spielte Mortal Kombat II weltweit rund 120 Millionen US-Dollar ein und so, wie die Rückgänge von Woche zu Woche aussehen, wird nicht mehr viel dazukommen. Bei einem Produktionsbudget von 80 Millionen Dollar (plus Marketingkosten) ist das nicht genug, um die Ausgaben zu decken. Jetzt liegt es am Heimkino, den Film in die schwarzen Zahlen zu bringen. Noch ist der dritte Film im Gespräch, aber auch nicht garantiert.

Das bestätigte auch Mortal-Kombat-II-Autor Jeremy Slater, der das Drehbuch zum dritten Film schreibt. Bereits im Februar enthüllte Franchise-Produzent Todd Garner, dass Slaters erster Drehbuchentwurf zu Mortal Kombat 3 fertig sei. Im Interview mit The Hollywood Reporter verriet Slater nun, dass er auch schon einen zweiten Entwurf fertiggestellt hat, das Sequel aber noch kein grünes Licht habe: (aus dem Englischen)

Wir haben noch kein grünes Licht für einen dritten Film. Als letztes Jahr die ersten Ergebnisse der Testvorführungen vorlagen und das Studio sah, wie die Fans auf Teil 2 reagierten, wurde ihnen wohl klar, dass hier das Potenzial für eine fortlaufende Filmreihe besteht. Also beauftragten sie mich mit dem Drehbuch für Teil 3, und gerade stelle ich den zweiten Entwurf fertig. Ich bin sehr, sehr zufrieden damit. Genauso wie wir aus dem ersten Teil gelernt und versucht haben, Teil 2 zu einem viel besseren Film zu machen, lassen wir uns jetzt von Teil 2 inspirieren.

Entsprechend der Natur des Mortal-Kombat-Turniers segnen zahlreiche Charaktere in Mortal Kombat II das Zeitliche, darunter auch der ungeliebte Protagonist des ersten Films, Cole Young, der von Shao Kahn im Kampf getötet wird. Slater bestätigte, dass dies seine Idee war und eine direkte Reaktion auf die Rezeption des Charakters im ersten Film:

Das habe ich bei der Roundtable-Sitzung vorgeschlagen, als sie eine Reihe von Autoren hinzugezogen haben, denn damals habe ich das Drehbuch noch nicht geschrieben. Das war das Problem von jemand anderem. Es ist sehr einfach, wenn man nur dasitzt und Ideen in den Raum wirft, zu sagen: "Ich würde den Typen umbringen." Es ist schwierig, denn ich mag Lewis Tan als Schauspieler wirklich sehr. Er ist ein phänomenaler Mensch und ein Weltklasse-Kampfkünstler. Die Realität ist, dass seine Einbindung beim ersten Film vom Studio vorgeschrieben war. Sie wollten diese Figur, durch deren Augen das Publikum die Handlung erlebt.

Aber die Fans sehen Cole Young an und denken sich: "Der passt hier nicht rein." Es ist wie in einem Avengers-Film, in dem Iron Man und Captain America mitspielen, und dann ist da noch Bob, und alle sagen: "Der gehört nicht zu den Avengers." Die Fans haben 30 Jahre darauf gewartet, Zeit mit diesen Charakteren zu verbringen, und wenn nicht einer dieser Charaktere die Screentime dominiert, sind sie verärgert. Das Einzige, was ich sagen werde, ist, dass der Tod im Mortal-Kombat-Universum niemals endgültig ist. Nur weil ich glaube, dass man Cole Young nie wieder sehen wird, heißt das nicht, dass man Lewis Tan in gewisser Hinsicht nicht wieder sehen wird. Selbst für die Todesfälle, bei denen es wirklich schwer war, den Abzug zu betätigen, haben wir langfristige Pläne für einige dieser Charaktere. Einige dieser Todesfälle sind notwendig, weil sie möglicherweise zukünftige Handlungsstränge vorbereiten.

Wer in der Welt von Mortal Kombat stirbt, bleibt nicht zwingend tot. Mortal Kombat II brachte mit Josh Charles’ Kano, Joe Taslims Bi-Han und Max Huangs Kung Lao drei tote Charaktere aus dem ersten Film zurück. In Mortal Kombat II sterben neben Cole Young u. a. auch Liu Kang und Jax. In den Spielen wird Liu Kang nach seinem Tod als Feuergott wiedergeboren und Slater deutete bereits an, dass Liu-Kang-Darsteller Ludi Lin in Mortal Kombat 3 zurückkehren würde. Zwar schließt Slater die Rückkehr von Cole Young aus, Lewis Tan könnte jedoch einen anderen Charakter aus dem MK-Universum verkörpern. Ob es weitere Filme überhaupt geben wird, steht jedoch leider in den Sternen.

Quellen: The Hollywood Reporter, Variety

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