Matthew Vaughn Kingsman 3

Taron Egerton in Kingsman: The Golden Circle (2017) © 20th Century Studios

Quelle: The Hollywood Reporter

Mit der Übernahme von 20th Century Fox hat Disney viele etablierte Franchises geerbt. Mehrere Sequels, die sich bei Fox zum Zeitpunkt des Studiokaufs in Entwicklung befanden, wurden von Disney aufgrund wenig vielversprechender kommerzieller Aussichten kurzerhand eingestampft, darunter Chronicle 2, Assassin’s Creed 2 und Stirb langsam 6. Andere angestaubte und zuletzt wenig erfolgreiche Franchises wie Predator und demnächst auch Alien wurden mit eigenständigen Filmen wiederbelebt, die an keinen der bisherigen Teile direkt anschließen, jedoch auch keine Reboots sind. Und manche lukrativen Filmreihen aus dem Hause Fox wurden unter Disneys Führung direkt fortgesetzt, wie Kenneth Branaghs Poirot-Krimis und Matthew Vaughn Kingsman-Comicadaptionen, wobei das R-Rating der letzteren zum Glück auch von Disney beibehalten wurde.

Der erste Kingsman-Film von 2014 war ein frischer Wind im ansonsten meist jugendfreien Superagenten-Genre und kombinierte die besten Elemente der klassischen James-Bond-Streifen mit der frechen, bösen Energie von Vaughns Kick-Ass mit dem Oscarpreisträger Colin Firth in einer überraschenden Actionrolle. Die Fortsetzung Kingsman: The Golden Circle war zwar nicht mehr so clever und erfrischend wie der Vorgänger, an den Kinokassen aber dank ihrem beliebten Vorgänger nahezu genauso erfolgreich. Zusammengerechnet spielten beide Filme mehr als $800 Mio ein und ein dritter und abschließender Teil mit Taron Egerton und Colin Firth wurde angekündigt.

Zunächst erhielt die Reihe jedoch 2021 das Prequel The King’s Man: The Beginning mit Ralph Fiennes und Daniel Brühl. Der Film deutlich weniger erfolgreich als die ersten beiden Teile und zeigte, dass das Publikum weniger an der Marke Kingsman und mehr an den Hauptdarstellern Egerton und Firth hängt. Wann der dritte Kingsman mit den beiden jedoch kommen soll, steht weiterhin in den Sternen. Vor vier Jahren lautete die Ansage, dass der Film 2021 kommen soll. Dann machte die Pandemie natürlich allen Plänen einen Strich durch die Rechnung. Anfang 2022, kurz nach dem Kinostart von The King’s Man, hat Vaughn angekündigt, den Film ab September desselben Jahres zu drehen. Auch dazu kam es nicht und im Sommer 2022 erklärte Egerton, dass der Film erst 2023 gedreht werden würde. Das Jahr neigt sich langsam dem Ende zu und angesichts des andauernden Schauspielerstreiks gibt es immer noch keine Pläne zum konkreten Drehbeginn.

Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Bei einem Panel im Rahmen der New York Comic-Con vergangenes Wochenende verriet Vaughn, dass er fest vorhabe, Kingsman 3 mit Firth und Egerton nächstes Jahr endlich in Angriff zu nehmen. Das Drehbuch sei laut Vaughn zu 90% fertig. Im besten Fall würde es einen Kinostart frühestens 2025 bedeuten, also sieben Jahre nach dem zweiten Film.

Auch wenn die Geschichte von Harry und Eggsy mit Kingsman 3 auserzählt werden soll, wird es noch lange nicht das Ende des Kingsman-Granchises sein. Tatsächlich sind noch mehrere weitere Filme sowie eine TV-Serie geplant. Ist es vielleicht zu viel des Guten?