Quelle: Saban Films

Stirb langsam ist nicht nur einer der besten Actionfilme aller Zeiten, sondern vermutlich auch der meistkopierte. Das Konzept eines einsamen Kämpfers, der eine übermächtige Truppe von Gegnern einen nach dem anderen ausschaltet, wurde seit 1988 so häufig nachgemacht, dass man es fast als eigenes Action-Subgenre bezeichnen könnte. In den Jahren seit dem ersten Stirb langsam hatten wir Stirb langsam auf einem Schiff (Alarmstufe: Rot), Stirb langsam an Bord eines Zuges (Alarmstufe: Rot 2), Stirb langsam im Hockeystadion (Sudden Death), Stirb langsam im Fußballstadion (Final Score), Stirb langsam in einem Flugzeug (Passagier 57), Stirb langsam in den Bergen (Cliffhanger), Stirb langsam im Weißen Haus (Olympus Has Fallen) und, ähm, im selben Jahr noch einmal Stirb langsam im Weißen Haus (White House Down). Das sind auch nur einige der vielen Beispiele, wie Stirb langsam das Actiongenre nachhaltig geprägt hat, und zugegebenermaßen waren einige der Nachahmer auch sehr unterhaltsam.

Was viele Stirb-langsam-Kopien jedoch nicht verstanden haben, war der Reiz des Originalfilms. Der Film ist erschienen, als testosterongeladene Muskelprotze wie Arnie oder Stallone hoch im Kurs standen. Bruce Willis' John McClane war eine ganz andere Art Actionheld. Er war kein Elitesoldat, kein unverwundbarer Übermensch oder Superheld, sondern ein durchschnittlicher New Yorker Polizist mit Eheproblemen, der auch mal ordentlich auf die Fresse bekommt, und letztlich mit Köpfchen und etwas Glück triumphiert. Leider haben nicht nur diverse Nachahmer genau diesen Aspekt außer Acht gelassen, sondern auch die letzten Stirb-langsam-Sequels auch.

In diese Kerbe schlägt auch der neuste Beitrag zum ein-Mann-Armee-Subgenre. In Last Resort verkörpert Jon Foo, der in der gefloppten "Rush Hour"-Serie Jackie Chans Rolle aus den Filmen spielte, den ehemaligen Elitesoldaten Michael, dessen Frau und Tochter bei einem Banküberfall als Geiseln genommen werden. Anstatt die Angelegenheit den zuständigen Behörden überlassen wendet Michael sein Arsenal an tödlichen Fähigkeiten an, um seine Familie zu retten und stellt dabei fest, dass es den vermeintlichen Räubern gar nicht ums Geld geht, sondern um etwas viel Gefährlicheres und nicht nur das Leben seiner Liebsten auf dem Spiel steht.

In den USA wurde Last Resort am 6. Januar in ausgewählten Kinos und gestern auch digital veröffentlicht. Das Filmplakat und den Trailer mit halbwegs gut choreografierten Actionszenen könnt Ihr unten sehen. Es sieht alles sehr nach Schema F aus, aber wenn die Action stimmt, werden die Fans hinsichtlich mangelnder Originalität gerne beide Augen zudrücken. Einen deutschen Veröffentlichungstermin hat Last Resort leider noch nicht.

Last Resort Trailer & Poster