Kate McKinnon The Dropout

Kate McKinnon in Girls' Night Out © 2017 Sony Pictures

Quelle: Deadline

Hierzulande ist die Schauspielerin und Komikerin Kate McKinnon vor allem durch ihre Rollen in Girls' Night Out, Bad Spies und dem Ghostbusters-Reboot, in dem sie zu den Highlights der Besetzung gehörte, bekannt. In den USA basiert ihre Berühmtheit vor allem auf ihren Auftritten bei der legendären Comedy-Show "Saturday Night Live", die ihr bereits zwei Emmys einbrachten. U. a. stellte die darin die US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton dar.

Mit ihrer erstmaligen alleinigen und anspruchsvolleren Hauptrolle soll demnächst ihr schauspielerisches Talent mehr gefordert werden. In der Miniserie "The Dropout" der Streaming-Plattform Hulu wird sie den Aufstieg und Fall der jungen Seld-Made-Milliardärin Elizabeth Holmes darstellen. Die Geschichte der ambitionierten Unternehmerin und Hochstaplerin bietet sich perfekt für eine Adaption an. Mit nur 19 Jahren brach Holmes ihr Studium an der renommierten Stanford-Universität ab und gründete das Laborunternehmen Theranos zur Blutuntersuchung, an dem sie 50% der Anteile besaß. Mit Theranos warb sie für eine revolutionäre Methode der Blutuntersuchung, mit der angeblich bei Abnahme von nur wenigen Mikrolitern Blut zahlreiche Bluttests deutlich kostengünstiger als bei der Konkurrenz durchgeführt werden könnten.

Obwohl früh Zweifel an der Methode und den Testergebnissen von Theranos geäußert wurden, gewann Holmes zahlreiche Fürsprecher wie Bill Clinton und Henry Kissinger. Medien-Mogul Rupert Murdoch gehörte zu den Theranos-Investoren. Bei ihren öffentlichen Auftritten ahmte sie den Stil von Steve Jobs nach. 2015 wurde Holmes' Privatvermögen auf $3,5 Milliarden geschätzt und das Time-Magazine ernannte sie zu einem der 100 einflussreichsten Menschen der Welt. Sie war die jüngste Self-Made-Milliardärin der Geschichte. Nur ein Jahr später flogen Theranos' Methoden als Betrug auf. Die Firma wurde liquidiert und die US-Börsenaufsicht verhängte eine Strafe in Höhe von 500.000 US-Dollar sowie das Verbot, in den nächsten zehn Jahren ein börsennotiertes Unternehmen zu führen. Nun steht Holmes vor Gericht und bei Verurteilung drohen ihr bis zu 20 Jahre Gefängnis.

Diese faszinierende Geschichte wurde von der Journalistin Rebecca Jarvis in Zusammenarbeit mit ABC Radio und ABC Nightline in dem Podcast "The Dropout" verarbeitet. Auf der Basis des Podcasts entstand bereits ein zweistündiger Dokumentarfilm und nun soll er als Vorlage einer von Hulu produzierten Miniserie dienen, in der McKinnon die Hauptrolle als Holmes übernimmt. McKinnon produziert gemeinsam mit Jarvis die Miniserie, die sechs bis zehn Folgen umfassen soll.

Das ist allerdings nur eins von zwei Projekten über Elizabeth Holmes' Betrug im großen Stil. Parallel dazu plant der oscarprämierte Regisseur und Drehbuchautor Adam McKay (The Big Short, Vice – Der zweite Mann) eine Verfilmung des Sachbuchs "Bad Blood: Secrets and Lies in a Silicon Valley Startup" mit Jennifer Lawrence in der Hauptrolle als Holmes. Sowohl Lawrence als auch McKinnon sind meiner Ansicht nach sehr passende Besetzungen für den Part. Mal sehen, welches der Konkurrenzprojekte als erstes fertiggestellt werden wird.