Quelle: Corazón Films

Jeder Filmfan kennt es: sobald ein nicht-englischsprachiger Streifen große Wellen schlägt und für Aufmerksamkeit sorgt, schnappt sich Hollywood die Filmrechte und verfilmt das Ding neu. Meist (wenn auch nicht immer) ist das Ergebnis schlechter als das Original. Man kennt es und man kann dagegen auch nichts tun. So ist der Lauf der Dinge.

Doch nicht immer ist Hollywood der Remake-Übeltäter. Auch in anderen Filmindustrien werden Filme anderer Länder neu verfilmt. In Italien wurde der französische Megahit Willkommen bei den Sch’tis als Willkommen im Süden neu verfilmt, in Deutschland adaptierte man den französischen Mama gegen Papa als Schatz, nimmt du sie! und Russlands Version von Die zwölf Geschworenen, 12, wurde sogar für den Auslands-Oscar nominiert. Remakes sind eben überall gang und gäbe.

So kommt auch das Remake des französischen Horror-Schockers Inside nicht aus der Traumfabrik, sondern aus Spanien, allerdings produziert in englischer Sprache und mit US-Schauspielern, damit der Film weltweit vermarktbar ist. Inside gehört neben Frontier(s), High Tension und Martyrs zu den Heiligen Vier der französischen Horrorwelle der 2000er und ist jedem hartgesottenen Blood-’n'-Gore-Fan ein Begriff. Martyrs musste bereits ein minderwertiges Remake erleiden, High Tension und Frontier(s) wurden bislang verschont.

An sich liest sich das Team, das hinter dem Inside-Remake steckt, ganz vielversprechend. Regisseur Miguel Ángel Vivas inszenierte mit dem knallharten Kidnapped den vermutlich besten Home-Invasion-Film der letzten Jahre. Drehbuchautor Jaume Balagueró war Co-Regisseur bei den ersten beiden [REC]-Filmen und schrieb auch dessen Drehbücher. Außerdem inszenierte er alleine Sleep Tight und [REC] 4: Apocalypse. Sein Co-Autor ist Manu Díez, der auch an den Drehbüchern zum zweiten und vierten [REC]-Film mitgeschrieben hat. Bei jedem anderen Genrefilm-Projekt würden diese Namen bei mir große Hoffnungen wecken, doch auch mit ihnen, fällt es mir schwer, vorzustellen, wie Inside durch eine Neuadaption aufgebessert werden kann.

Den ersten Eindruck vom Film, der letztes Jahr das Filmfestival in Sitges eröffnete und im Juli in Spanien gestartet ist, könnt Ihr Euch mit dem Trailer unten verschaffen. Dieser ist ein einziges Déjà-Vu-Erlebnis.

In Inside spielt Rachel Nichols eine junge schwangere Witwe, die in ihrem Haus von einer unbekannten Frau (Laura Harring) terrorisiert wird, die es auf ihr Baby abgesehen hat. Nichols, die Horrorfans aus P2, Amityville Horror und, kürzlich, dem "Found Footage"-Zombiestreifen Pandemic kennen dürften, macht meist eine recht gute Figur, und Mulholland-Drive-Star Laura Harring ist sicherlich kein schlechter Ersatz für Béatrice Dalle. Dennoch erscheint mir der Film trotz seiner soliden Besetzung und der erprobten Genre-Filmemacher sehr überflüssig. Neugierig macht mich allenfalls noch die Frage, ob der neue Inside es genau so schwer bei den hiesigen Zensoren haben wird, wie seine Vorlage.

Inside Remake Trailer & Poster 1Inside Remake Trailer & Poster 2