Der Herr der Ringe Serie

© New Line Cinema

Quelle: Amazon

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Im September begann bei Amazon Video ein Paradigmenwechsel. Nicht länger damit zufrieden, die Nummer 2 auf dem Streaming-Markt hinter Netflix zu sein, machte es sich Amazon-Gründer und CEO Jeff Bezos zum erklärten Ziel, ein eigenes "Game of Thrones" zu finden. Damit meinte er natürlich einen Serienhit, der Amazon Prime einen größeren Alleinstellungsmerkmal verschaffen würde. Eine Serie, die, wie eben HBOs Adaption von George R. R. Martins Romanen, in aller Munde sein und die Serienlandschaft nachhaltig beeinflussen würde. Zwar hat natürlich auch Amazon schon mit "The Man in the High Castle" oder "Transparent" ambitionierte und erfolgreiche eigene Serien produziert, doch neben Netflix' "House of Cards", "Stranger Things" oder den Marvel-Kollaborationen hat der VOD-Anbieter bislang nur kleine Brötchen gebacken.

Damit soll jetzt Schluss sein. Eine auf Anhieb gehypte, "große" Serie wie "Game of Thrones" zu finden, ist natürlich leichter gesagt als getan, doch da es Bezos noch nie an Ambitionen mangelte, nahm er gleich die epischste aller Fantasy-Geschichten ins Visier. Als vor einigen erste Gerüchte auftauchten, Amazon würde sich um die Rechte an J.R.R. Tolkiens "Der Herr der Ringe" und seinen weiteren Werken bemühen, versetzte das die Film- und Serienfans in große Aufregung. Ist es denn nicht zu früh nach Peter Jacksons vielfach oscarprämierter Adaption, "Der Herr der Ringe" in Angriff zu nehmen? Und so groß wie Amazon auch ist, ist der Streaming-Dienst wirklich bereit für eine Serie von solchen epischen Ausmaßen?

Die Antworten darauf werden wir bald herausfinden, denn gestern hat Amazon offiziell bestätigt, dass das Unternehmen die weltweiten Serienrechte an Tolkiens Werken erworben hat. Die kommende Serie wird von Amazon Studios in Zusammenarbeit mit Tolkiens Nachlassverwaltung, HarperCollins und New Line Cinema, dem Studio hinter den bisherigen sechs Mittelerde-Kinofilmen, produziert werden.

Die geplante Serie wird nicht den üblichen Amazon-Prozess durchlaufen, bei dem zunächst nur Pilotfilme produziert werden und erst basierend auf der Reaktion der Zuschauer über eine Serie entschieden wird. Vielmehr hat sich Amazon direkt für mehrere Staffeln der Serie verpflichtet, mit Potenzial für mögliche Spin-Offs.

Die Serie wird (zumindest zu Beginn) zum Glück auch nicht einfach die gleiche Geschichte durchkauen wie Jacksons Filme und Frodo auf seinem Weg zum Schicksalsberg begleiten. Stattdessen soll die Serie neue Geschichten erzählen, die auf Tolkiens Werken basieren und vor dem ersten Roman, "Die Gefährten", spielen. Also wird demnächst vermutlich die Suche nach einem jungen Aragorn beginnen. Puristen können sich vielleicht sogar endlich auf eine Realversion von Tom Bombadil freuen, auf den Jackson in seinen Filmen verzichtete. Das bedeutet aber nicht, dass die Serie nicht irgendwann mit den Büchern aufholen und doch noch den finalen Kampf gegen Sauron erzählen wird.

Es ist zweifelsohne ein sehr ehrgeiziges Unterfangen und die Messlatte liegt nach Jacksons Filmen sehr hoch. Auch wenn die Serie ganz neue Geschichten erzählen wird, wird sie stilistisch und tonal zweifelsohne mit der Welt verglichen werden, die Jackson erschaffen hat.