Crank Jason Statham

Jason Statham in Crank (2006) © Lionsgate

Quelle: Deadspin

Guy Ritchies Bube, Dame, König, grAS und Snatch ermöglichten dem ehemaligen professionellen Wasserspringer Jason Statham einen erfolgreichen Einstieg ins Filmgeschäft. Doch es waren die Transporter-Filme, die aus dem körperlich sehr fitten Schauspieler einen modernen Actionstar gemacht haben, in einer Zeit, in der Achtziger-Giganten wie Sly und Arnie ihren Zenit langsam überschritten haben. Filme wie Death Race, War, Safe und Killer-Elite machten den Statham-Actioner fast zu einem eigenen Subgenre, in dem er stets ultracoole, Badass-Figuren gespielt hat. Während die meisten dieser Filme einen hohen Unterhaltungswert besitzen, ist mir jedoch keiner so sehr in Erinnerung geblieben wie der clevere, videospielartige Crank aus dem Jahr 2006 und seine noch verrücktere Fortsetzung. Die Grundprämisse: Der Auftragskiller Chev Chelios (Statham) wird vergiftet, und muss seinen Adrenalinspiegel möglichst hoch halten, um die Giftwirkung zu verlangsamen. Um jeden Preis. Das bedeutet jede Menge durchgeknallter Aktionen, wie Sex in der Öffentlichkeit, Drogen und provozierte Schlägereien.

Jason Statham war perfekt in der Hauptrolle, die deutlich schräger war als seine üblichen Figuren. Es ist rückblickend schwer, sich jemand anderen als ihn als Chev Chelios vorzustellen. Und doch war er, wie einer der beiden Crank-Regisseure, Mark Neveldine, jetzt enthüllt hat, nicht die erste (oder zweite oder dritte) Wahl für die Hauptrolle.

Es stellt sich heraus, dass Crank 2003 ursprünglich für Johnny Knoxville geschrieben wurde. Damals hat Knoxville ausschließlich "Jackass" und noch keine Filme gemacht. Wenn man sich Crank anschaut, kann man sich auch gut vorstellen, weshalb man an Knoxville, der für seine irrwitzigen Stunts bekannt ist, gedacht hat.

Doch an Knoxville ging das Filmangebot erst gar nicht, sondern an jemanden deutlich Hochkarätigeren. Neveldine erklärt: (aus dem Englischen)

Wir sahen ihn als diesen amerikanischen Outlaw… einen absolut fehlerhaften Charakter… und wir dachten an Knoxville, als wir den Film schrieben. Aber als wir das Angebot gemacht haben, weil (die Agentur) William Morris Independent es zuerst annahm, gingen wir zu Brad Pitt. Sein Team mochte es, aber letztlich haben sie gepasst.

Brad Pitt (Bild unten links aus War Machine) hat in seinen Filmen durchaus einen Hang zu Selbstironie gezeigt. Dennoch ist es irgendwie schwer, ihn sich in einem Film wie Crank vorzustellen. Doch das Casting-Karussell ging danach weiter.

Crank Jason Statham Alternativen

Zunächst ging das Rollenangebot noch an Gerard Butler (Bild oben Mitte aus Hunter Killer). Er hat zwar nicht mitgemacht, spielte jedoch später die Hauptrolle in Gamer, der von den Crank-Machern Neveldine und Brian Taylor inszeniert wurde. Butler hätte sich wiederum sicherlich ganz gut als Chev Chelios gemacht. Doch der finale Kandidat ist wohl der überraschendste, wie Neveldine verriet:

Lakeshore Entertainment hatte die Idee, zu dem Typen zu gehen, der durch Moderation und Standup-Comedy auf sich aufmerksam gemacht und einige Filme gedreht hat. Also schlugen wir die Rolle Chris Rock vor.

Ja, Chris Rock (Bild oben rechts aus Top Five), der Comedian aus Dogma, Kindsköpfe und Spiel ohne Regeln, war zwischenzeitlich im Gespräch für Crank. Das wäre dann vermutlich ein ganz anderer Film geworden.

Entweder Rock selbst oder sein Team lehnten den Film jedoch ab und daraufhin ruhte das Skript, bis Lakeshore Entertainment es wieder aufgegriffen hat. Die Regisseure trafen sich mit Jason Statham, tranken ein paar Heineken und überzeugten ihn davon, die Rolle anzunehmen, obwohl er sie warnte, er sei "nicht lustig". Wer Crank oder auch Spy mit Statham kennt, weiß natürlich, dass das nicht stimmt und er gerade durch seine Ernsthaftigkeit ein gutes Gespür für Humor hat.

Letztlich bin ich dankbar, dass Statham den Part bekommen hat, denn auch wenn ich alle genannten Darsteller mag, hätte ich ungerne auf diese Perle in Stathams meist doch eher eintöniger Filmografie ungerne verzichtet. Wie Crank mit Chris Rock ausgesehen hätte, macht mich dennoch ein klein wenig neugierig.

Jason Statham ist demnächst im Spin-off Fast & Furious: Hobbs & Shaw zu sehen, der am 1. August in unsere Kinos kommen solle.