Cloris Leachman tot

Cloris Leachman in Spanglish © 2004 Columbia Pictures Industries, Inc. All Rights Reserved.

Quelle: Deadline

Eine weitere Film- und Fernsehlegende hat uns leider verlassen. Oscargewinnerin Cloris Leachman, die jüngere Zuschauer vermutlich vor allem als Malcolms fiese Oma Ida Welker aus der Sitcom "Malcolm mittendrin" (OT: "Malcolm in the Middle") kennen, ist am Dienstag im Alter von 94 bei sich zu Hause in Encinitas, Kalifornien im Schlaf verstorben. Das hat ihre Managerin bestätigt.

Leachmans Karriere in Hollywood umspannte rund sieben Jahrzehnte und bis zu ihrem Tod stand sie unermüdlich vor der Kamera oder lieh ihre Stimme für Animationsfilme- und -serien, wie beispielsweise zuletzt für Die Croods – Alles auf Anfang.

In der Nachkriegszeit begann Leachmans Karriere auf den Bühnen Broadways. In den Fünfzigern ergatterte sie erste TV-Rollen, darunter in Serien-Dauerbrennern wie "Rauchende Colts" (OT: "Gunsmoke") und "Lassie". Zu ihren ersten großen Filmen gehörte der Western Zwei Banditen (OT: Butch Cassidy and the Sundance Kid) mit Robert Redford und Paul Newman aus dem Jahr 1969. In den Siebzigern kam ihre Karriere richtig in Fahrt. Für die Nebenrolle in der Comedyserie "Oh Mary" (OT: "The Mary Tyler Moore Show") erhielt sie ihre erste Emmy-Nominierung. Im Laufe ihrer Fernsehkarriere folgten 21 (!) weitere, darunter acht gewonnene Emmys. Jeweils zwei davon hat sie für "Oh Mary" und "Malcolm mittendrin" erhalten.

Für ihren Auftritt in Peter Bogdanovichs Die letzte Vorstellung (OT: The Last Picture Show) wurde Leachman 1972 als Nebendarstellerin mit einem Oscar ausgezeichnet. Den Golden Globe für die Rolle hat sie zwar an Ann-Margret für Die Kunst zu lieben verloren, gewann ihn aber vier Jahre später für die Sitcom "Phyllis". Insgesamt wurde Leachman viermal für einen Golden Globe nominiert.

In den Siebzigern begann auch Leachmans erfolgreiche Zusammenarbeit mit Comedy-Meister Mel Brooks. Einen unvergesslichen Auftritt hatte sie als Frau Blücher (siehe Video unten) in Brooks' Frankenstein Junior (OT: Young Frankenstein). Später spielte sie in der Hitchcock-Parodie Mel Brooks' Höhenkoller (OT: High Anxiety) und der Sketch-Komödie Mel Brooks – Die verrückte Geschichte der Welt (OT: History of the World, Part I) mit.

Ab 1986 übernahm Leachman die Hauptrolle in den letzten zwei Staffeln der Comedyserie "The Facts of Life", nachdem Charlotte Rae die Serie verlassen hatte.

In den letzten 20 Jahren war Leachman in zahlreichen Comedyserien in Neben- und Gastrollen zu sehen. Neben "Malcolm mittendrin" gehörten dazu u. a. "The Office", "Das Leben und Riley" (OT: "Girl Meets World"), "Die Millers", "Hot in Cleveland", "Two and a Half Men", das "Verrückt nach dir"-Revival (OT: "Mad About You") und "Raising Hope". Für letztere erhielt sie ihre finale 22. Emmy-Nominierung. Einen erinnerungswürdigen Auftritt hatte sie außerdem als Göttin Zorya Vechernyaya in der Serie "American Gods" nach einer Vorlage von Neil Gaiman.

Im Kino blieb Leachman auch sehr aktiv. Eine bemerkenswerte Rolle spielte sie in der Tragikomödie Spanglish neben Adam Sandler, für die sie eine Nominierung der Schauspielergewerkschaft SAG erhalten hat. Auch in Filmen wie Scary Movie 4, Gambit – Der Masterplan, Die Trauzeugen AG (OT: The Wedding Ringer) und The Comedian war sie in den letzten Jahren zu sehen.

Leachmans Beitrag zum Showgeschäft, insbesondere in Comedy, wird unvergessen bleiben. Zahlreiche von Leachmans Weggefährten, wie Mel Brooks, Ed Asner, Steve Martin und Ellen DeGeneres haben ihre Trauer über den Verlust der Entertainerin zum Ausdruck gebracht.