Blair Witch Sequel

© Artisan Entertainment

Quelle: Bloody Disgusting

Nicht viele Filmemacher können von sich behaupten, mit ihrem ersten Werk einen der profitabelsten Filme aller Zeiten produziert zu haben. Das ist Daniel Myrick und Eduardo Sánchez mit Blair Witch Project gelungen, der zudem den "Found Footage"-Hype im Horrorgenre losgetreten hat. Für knapp $60.000 produziert, spielte er weltweit etwa $250 Mio ein. Umso überraschender ist es eigentlich, dass die Karrieren der beiden danach nicht durchgestartet sind wie beispielsweise bei James Wan oder Wes Craven, deren Filmografien ebenfalls mit Horror-Überraschungshits begonnen haben. Weder Myrick noch Sánchez, die seitdem nicht mehr zusammen gedreht haben, haben auch nur Film nach ihrem Debüt inszeniert, der in die Kinos kam.

Dabei haben sich die beiden eine ganze Mythologie rund um die Hexe aus den Wäldern rund m Burkittsville überlegt, doch das Studio war an ihren Ideen scheinbar nicht interessiert. Sowohl die erste Fortsetzung Blair Witch 2 als auch das 2016 veröffentlichte, im Geheimen gedrehte Sequel Blair Witch sind ohne ihre kreative Beteiligung entstanden. Beide Filme enttäuschten an den Kinokassen und erreichten im Gegensatz zum ersten Film keinerlei Hype, nicht einmal unter Genrefans. Zuletzt plante Rechteinhalber Lionsgate eine Serie basierend auf der Blair-Witch-Mythologie, doch diese hat in den letzten zwei Jahren auch keine Fortschritte mehr gemacht.

Kürzlich verriet Daniel Myrick bei einem Podcast, dass Sánchez und er vor langer Zeit ein eigenes Drehbuch für ein Blair-Witch-Project-Sequel geschrieben haben, das von Lionsgate jedoch nie produziert wurde: (aus dem Englischen)

Lionsgate war an unseren Ideen nicht sonderlich interessiert, was ein wenig ironisch ist. Aber wann auch immer sie bereit sind, wir sind zu haben – wenn sie wollen, dass wir zurückkehren und es versuchen.

Ed und ich haben ein Sequel-Drehbuch geschrieben. [..] Es liegt immer noch irgendwo im Regal bei Lionsgate. Wir haben impliziert, dass die Mythologie noch in die Zeit vor Elly Kedward zurückgeht.

Myrick führte hinaus, dass Sánchez und er sogar Ideen für ein ganzes Filmuniversum aus ihrer Mythologie haben:

Ed und ich predigen das schon seit Jahren. Wir haben ein Universum erschaffen – ein Blair-Witch-Universum – das dazu gedacht ist, erforscht zu werden. Als ein kreativer Mensch liebe ich die Idee eines eigenständigen Films über Rustin Parr, oder einen Film, der sich anfühlt wie The Witch – ein historischer Film. Er muss auch nicht Blair Witch heißen, aber man weiß, dass er Teil des Blair-Universums ist. Es gibt also jede Menge zu erforschen in dem, was wir erschaffen haben und was bereits etabliert ist. Und alles, was man tun muss, ist anzudeuten, dass es Teil des Blair-Witch-Universums ist. Die Fans werden es wissen. Das war unser Vorschlag an Lionsgate seit Tag 1 – man hat all die Episoden, die startklar sind… lasst es uns auf eine coole Weise machen. Die Zeit ist reif. Und ich denke, dass es immer noch gemacht werden kann.

Wie cool wäre es, Rustin Parr als einen Schwarzweiß-Noir-Film zu drehen… Man könnte einen historischen Film über die Geschichte von Elly Kedward drehen. Man könnte vier oder fünf dieser Filme machen, die alle Teil des Blair-Witch-Kanons sind, aber auch für sich alleine stehen, mit ihrem eigenen Stil und Look. Ich denke, das wäre wirklich erfolgreich.

Ich bin nicht ganz sicher, was den letzten Teil seiner Aussage betrifft. Die Zuschauer zeigten schon bei Blair Witch vor dreieinhalb Jahren generelles Desinteresse an der Materie im Kino. Aber weitere Filme, die tiefer in die Mythologie eintauchen, fände ich jedenfalls deutlich interessanter als eine schlichte Wiederholung des ersten Films. Denn nichts Anderes war im Prinzip das letzte Sequel der Reihe.