Quelle: Samuel Goldwyn Films

Eins der großen jährlichen Kinoevents ist für mich das Fantasy Filmfest. Seit 2004 habe ich keine Ausgabe des Genre-Filmfestivals verpasst und inzwischen hunderte Filme beim Festival gesehen. Einige waren moderne Meisterwerke wie District 9, Beasts of the Southern Wild oder So finster die Nacht, viele waren solide bis mittelprächtige Durchschnittsfilme, und natürlich gab es auch einige richtige Gurken. Einer der schlimmsten Filme, die ich in meinen 18 Jahren beim Fantasy Filmfest erlebt habe, war Revenge for Jolly!, ein gewollt, aber nicht gekonnt pseudocooler Rachestreifen mit grundlegend unsympathischen und uninteressanten Charakteren. Revenge for Jolly! stammte von Menschen, die offensichtlich die Filme von Tarantino und den Coens geschaut haben und sich dachten "Das können wir auch!" Nee, konnten sie nicht.

Auch fast zehn Jahre später hat Revenge for Jolly! immer noch einen bitteren Nachgeschmack bei mir hinterlassen als eineinhalb Stunden verschwendete Lebenszeit. Es ist deshalb nachvollziehbar, dass der kommende starbesetzte Genremix Big Gold Brick bei mir nicht auf Anhieb Vorfreude auslöst. Der Film ist das Regiedebüt von Brian Pestos, dem Autor und Hauptdarsteller von Revenge for Jolly!, der diesmal immerhin die Güte hatte, selbst nicht vor die Kamera zu treten. Stattdessen spielt die Hauptrolle Emory Cohen (Lords of Chaos) als aufstrebender und unglückseliger Schriftsteller Samuel Liston, der nach einem Autounfall vom Verursacher Floyd Deveraux, gespielt von Andy García (Ocean’s Eleven), angeheuert wird, um dessen Biografie zu schreiben. Was folgt ist ein exzentrischer, genreübergreifender Trip mit einigen bekannten Schauspielern wie Megan Fox (Transformers) als Floyds zweite Ehefrau Jacqueline, Lucy Hale ("Pretty Little Liars") als seine Tochter aus erster Ehe und Oscar Isaac, der schon in Revenge for Jolly! mitgespielt hat, als geheimnisvoller einäugiger Schurke mit Augenklappe.

Dem Trailer (unten) nach zu urteilen bezieht Big Gold Brick seine Inspiration von Richard Kelly (Donnie Darko), Wes Anderson (Grand Budapest Hotel) und den Coen-Brüdern (The Big Lebowski). Die namhafte Besetzung ist natürlich ansprechend, doch sie hatte Revenge for Jolly! auch (Ryan Phillippe, Elijah Wood, Oscar Isaac, Kristen Wiig, Adam Brody, Gillian Jacobs) und sie hat den Film auch nicht gerettet. Mit seiner Laufzeit von 132 Minuten ist Big Gold Brick kein Film, den man schnell zwischendurch "snackt". Bisherigen Rezensionen zufolge, lässt der Film zu wünschen übrig. In den USA ist der Film schon am 25. Februar in ausgewählten Kinos und über Video-On-Demand erschienen. Ein deutscher Releasetermin steht noch aus.

Big Gold Brick Megan Fox Poster