Ari Aster Film

Jack Reynor, Ari Aster und Florence Pugh am Set von Midsommar © 2019 A24

Quelle: Daily Nexus

Midsommar war einer der faszinierendsten Filme aus dem letzten Jahr. Ein zweieinhalbstündiger (bzw. nahezu dreistündiger im Director’s Cut), nahezu komplett im Tageslicht gedrehter, genreübergreifender Fiebertraum mit pechschwarzem Humor, der Sektenhorror, Traumata, psychische Störungen und den Zerfall einer toxischen Beziehung unter einem Hut vereint – Midsommar gibt einem wirklich viel zum Verdauen mit. Auch nach vier Kinobesuchen (zweimal davon im Director’s Cut) und einer weiteren Sichtung daheim konnte ich immer mehr Details im komplexen Flickenteppich entdecken, der aus der Vorstellungskraft des jungen Regisseurs Ari Aster geboren war.

Aster landete gleich mit seinem gefeierten Debüt Hereditary – Das Vermächtnis mit einem Knall in der Arthouse-Horrorszene. Der Film ging zwar mehr in die Richtung des klassischen übernatürlichen Horrors als Midsommar, war aber auch viel komplexer und fordernder als jeder generische Geister- und Dämonenhorror der letzten Jahre. Doch während ich Hereditary zwar schätzte, auf den Hype-Zug jedoch nie ganz aufgesprungen bin, hat mich Midsommar in seinen Bann gezogen und nie losgelassen. Ob die Tour-de-Force-Performance der großartigen Florence Pugh, die plötzlichen, extremen Gewaltspitzen oder die zahlreichen bizarren Einlagen, Midsommar ist ein Erlebnis und ein Grund, auf Asters dritten Film sehr gespannt zu sein.

Dieser ist auch schon in Planung. Bei einer kürzlich stattgefundenen Frage-Antwort-Runde verriet er, dass sein nächster Streifen eine Albtraum-Komödie sein wird, und fügte hinzu, dass er lediglich weiß, dass der Film vier Stunden lang sein wird. Ob Letzteres ein Scherz war oder nicht, kann man bei Aster nie wissen. Schließlich war auch seine erste Schnittfassung von Hereditary drei Stunden lang.

Letztes Jahr erklärte Aster bereits, dass sein nächster Film entweder eine schräge Albtraum-Komödie oder ein großes, kränkliches, häusliches Melodram werden würde. Jetzt wissen wir, wofür er sich entschieden hat. Bei einer Sache bin ich mir jetzt schon sicher: Es wird wieder irgendeine seltsame, unangenehme Familiendynamik geben, denn kaputte Familien sind ein Thema, das sich durch Asters Arbeiten hindurchzieht, auch schon als er Kurzfilme gedreht hat. Schaut Euch als Beispiel unten The Strange Thing About the Johnsons an, einen Kurzfilm, der noch abgefuckter ist als Midsommar und Hereditary:

Midsommar könnt Ihr übrigens bei Amazon Prime sehen, wenn auch leider nicht im Director’s Cut.