Angelina Jolie Regie

Angelina Jolie am Set von Der weite Weg der Hoffnung © 2017 Netflix

Quelle: Deadline

Letztes Jahr kehrte Oscarpreisträgerin Angelina Jolie als Maleficent nach mehrjähriger Pause in die Kinos zurück. Ihr vorletzter Film, das 2015 veröffentlichte und von Jolie selbst inszenierte dröge Drama By the Sea mit ihrem damaligen Gatten Brad Pitt, gewissermaßen eine Vorschau auf den Zusammenbruch ihrer Ehe. In der Schauspielpause drehte Jolie ihren vierten Film als Regisseurin, das kambodschanische Drama Der weite Weg der Hoffnung, das u. a. für einen Golden Globe als "Bester fremdsprachiger Film" nominiert wurde.

Das Kino-Comeback ist Jolie mühelos gelungen. Maleficent: Mächte der Finsternis spielte weltweit fast eine halbe Milliarde US-Dollar ein und eine satte Gage für Marvels Eternals brachte sie dieses Jahr zurück unter die bestbezahlten Schauspielerinnen der Welt. Das Märchendrama Come Away mit Jolie in der Hauptrolle feierte beim letzten Sundance-Festival Premiere und wird hierzulande im Februar ohne Umweg über die Kinos von Splendid direkt auf DVD und Blu-ray veröffentlicht werden. Bereits abgedreht ist außerdem der Neo-Western Those Who Wish Me Dead von Taylor Sheridan (Wind River), in dem Jolie die Hauptrolle spielt. Fans der Schauspielerin werden also demnächst wieder viel von ihr sehen.

Doch auch hinter der Kamera hat Jolie ihr neustes Projekt gefunden. Unreasonable Behaviour, basierend auf Don McCullins gleichnamiger Autobiografie, wird Jolies fünfte Regiearbeit werden. Produziert wird sie von Tom Hardy (The Revenant) und seiner Produktionsfirma Hardy Son & Baker zusammen mit Working Title Films, der Produktionsfirma hinter prestigeträchtigen Filmen wie Die dunkelste Stunde, Rush, Baby Driver und Abbitte.

Der Film wird die Geschichte von Don McCullin erzählen, dem gefeierten britischen Kriegsfotografen, am besten bekannt für seine schonungslosen, eindringlichen Schwarzweiß-Aufnahmen aus Kriegsgebieten in Vietnam und Kambodscha, für die er immer wieder sein Leben aufs Spiel setzte. Der inzwischen 85-jährige McCullin hat die Wahl von Angelina Jolie als Regisseurin in höchsten Tönen gelobt: (aus dem Englischen)

Nachdem ich Angelinas letzten Film über Kambodscha gesehen (und selbst so viel während des Kriegs dort verbracht) habe, war ich von ihrer kraftvollen und akkuraten Darstellung des Ortes zu der Zeit sehr beeindruckt. Ich habe das Gefühl, dass ich bei ihr in sicheren, fähigen und professioneln Händen bin.

Jolie erklärte wiederum ihre Begeisterung für den Film und die Person, von der er handeln wird:

Es ehrt mich, die Chance zu bekommen, Don McCullins Leben zu verfilmen. Ich wurde von seiner einzigartigen Kombination aus Furchtlosigkeit und Menschlichkeit angezogen – seiner absoluten Hingabe, Zeuge der Kriegsrealität zu sein, und seiner Empathie und seines Respekts für diejenigen, die die Konsequenzen erleiden. Wir hoffen, einen Film zu machen, der so kompromisslos ist, wie Dons Fotografien, über die außerordentlichen Menschen und Ereignisse, deren Zeuge er wurde, und über den Aufstieg und Fall einer einzigartigen Ära des Journalismus.

Gregory Burke (7 Tage in Entebbe) schreibt das Drehbuch zu Unreasonable Behaviour. Besetzt wurde die Hauptrolle noch nicht. Da Hardy den Film produziert, wirft das natürlich die Frage auf, ob er nicht selbst McCullin spielen wird. Dazu gibt aber aktuell noch keine Infos. Auf jeden Fall ist es eine Rolle, die die Aufmerksamkeit der Oscar-Wähler auf sich ziehen könnte, wie der Film selbst natürlich auch.