Alan Parker tot

Alan Parker am Set von Evita © 1996 Hollywood Pictures

Quelle: Deadline

Das britische Kino hat einen seiner besten Filmemacher verloren. Sir Alan Parker, am besten bekannt als Regisseur von Fame, Mississippi Burning und Angel Heart, ist im Alter von 76 nach einer langen Krankheit in London verstorben. Das teilte das British Film Institute mit, dessen Vorsitzender Parker einst war.

Wie Ridley Scott und Adrian Lyne, begann der gebürtige Londoner Alan Parker seine Karriere als Werbefilmer in den Sechzigern, bevor er in den Siebzigern zu Filmen wechselte. Seinen ersten Film The Evacuees drehte er 1974 für BBC. Sein erster Kinofilm, Bugsy Malone, erschien 1976. Der Film ist eine musikalische Parodie des US-amerikanischen Gangsterkinos, in der alle Rollen von Kindern gespielt wurden. Parkers zweiter Kinofilm hätte zu seinem Vorgänger kaum unterschiedlicher sein können. Mit 12 Uhr nachts – Midnight Express verfilmte er das autobiografische Buch des US-Amerikaners Billy Hayes, der beim versuchten Haschisch-Schmuggel in der Türkei verhaftet und zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Oliver Stone schrieb das oscarprämierte Drehbuch zum Film, der als einer der besten von Parkers Karriere gilt. Sowohl der Film als auch Parkers Regie wurden für einen Oscar nominiert.

Seine Vielseitigkeit als Filmemacher bewies Parker 1980 mit seinem dritten Film Fame – Der Weg zum Ruhm über das Leben und die Herausforderungen mehrerer Schüler an einer New Yorker Schule für darstellende Künste. Fame wurde für sechs Oscars nominiert, hat zwei gewonnen, und zog eine Fernsehserie und ein Remake nach sich.

1982 inszenierte Parker den surrealen Kultfilm Pink Floyd – The Wall sowie zwei Musikvideos der Band Pink Floyd. Für seinen nächsten Film, das Vietnam-Drama Birdy mit Matthew Modine und Nicolas Cage, gewann Parker den Großen Preis der Jury bei den internationalen Filmfestspielen von Cannes.

Parkers möglicherweise bekanntester und in meinen Augen bester Film kam 1987 in die Kinos, der Mystery-Horrorfilm Angel Heart mit Mickey Rourke und einem teuflisch guten Robert De Niro.

Seine zweite Nominierung für den Regie-Oscar erhielt Parker für sein Rassismus-Drama Mississippi Burning – Die Wurzel des Hasses, das für insgesamt sieben Oscars nominiert war. Auch wenn Parker selbst nie ein Goldjunge vergönnt war, haben seine Filme insgesamt sechs Oscars gewonnen.

In den Neunzigern setzte Parker sein Faible für musikalische Filmstoffe fort. Die Musik-Tragikomödie Die Commitments aus dem Jahr 1991 gilt als einer der besten irischen Filem aller Zeiten. 1996 adaptierte Parker Andrew Lloyd Webbers Konzeptalbum und Musical "Evita" über das Leben der argentinischen First Lady Eva Perón mit Madonna in der Hauptrolle. Für seine Arbeit erhielt er eine Golden-Globe-Nominierung als "Bester Regisseur".

Nach Evita inszenierte Parker nur noch zwei Filme, das stark unterschätzte Drama Die Asche meiner Mutter (OT: Angela’s Ashes) über die in Armut in Irland verbrachte Kindheit des amerikanischen Schriftstellers Frank McCourt, und Das Leben des David Gale (OT: The Life of David Gale), ein polarisierendes Plädoyer gegen die Todesstrafe mit Kevin Spacey und Kate Winslet in den Hauptrollen.