Quellen: Sony Pictures Classics, 24 Bilder

Wenn man an US-amerikanische Remakes von ausländischen Filmen denkt, kommen einem in aller Regel massentaugliche Komödien, Horror-, Action- oder Krimifilme in den Sinn. Das trifft häufig auch zu, doch auch im Arthouse-Bereich gibt es immer wieder Neuadaptionen von Filmen für das englischsprachige Publikum. Dieses Jahr ist Julianne Moore gleich in zwei solchen Remakes zu sehen. Kommendes Wochenende startet in Deutschland die romantische Tragikomödie Gloria – Das Leben wartet nicht mit ihr in der Hauptrolle, Sebastián Lelios haargenaues Remake von seinem eigenen chilenischen Film Gloria aus dem Jahr 2013. Auch der zweite Anlauf der gleichen Thematik ist nicht zuletzt dank Moores Performance, gelungen und kam in er Kritik sehr gut weg.

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Am 17. Oktober startet hierzulande After the Wedding, Moores zweites Remake dieses Jahr. Die Vorlage bildete diesmal das oscarnominierte dänische Drama Nach der Hochzeit von Susanne Bier aus dem Jahr 2006. Während das Grundgerüst der Handlung im Remake unverändert bleibt, wurden im Gegensatz zu Gloria dennoch eine auffällige Veränderung vorgenommen: Die Geschlechter der Hautfiguren wurden getauscht. In Nach der Hochzeit spielte Mads Mikkelsen den Entwicklungshelfer Jacob, der in Indien ein Waisenhaus leidet. Als dieses aus Geldmangel kurz vor der Schließung steht, bekommt er überraschend ein sehr großzügiges Spendenangebot aus Dänemark. Die Voraussetzung ist jedoch, dass er beim Spender selbst vorstellig wird. Bei seiner Ankunft stellt er fest, dass der Geldgeber, gespielt von Rolf Lassgård, mit Helene (Sidse Babett Knudsen) verheiratet ist, der großen Liebe von Jacobs Leben, die ihn verlassen hat, nachdem er sie betrogen hat.

In After the Wedding spielt Michelle Williams (Blue Valentine) Mikkelsens Originalrolle und heißt Isabel. Oscargewinnerin Julianne Moore ist als Theresa in Lassgårds Rolle zu sehen. Billy Crudup (Alien: Covenant) spielt Theresas Ehemann und Isabels Verflossenen Oscar. Ansonsten bleibt die Handlung aber auf den ersten Blick unverändert, wie man im Trailer zum Remake sehen kann:

Deutscher Trailer

Originaltrailer

Inszeniert wurde After the Wedding von Julianne Moores Ehemann Bart Freundlich. Der Film feierte beim Sundance-Filmfestival im Januar seine Weltpremiere und wurde zwar nicht schlecht, aber auch deutlich verhaltener aufgenommen als der Originalfilm oder aber auch als Gloria. Immerhin kann man sich aber auf zuverlässig gute Performances von Moore und Williams verlassen, die eigentlich nie enttäuschen. Ansonsten sieht es aus, als sei der Griff zum Original in diesem Fall empfehlenswerter.

After the Wedding Trailer & PosterOffizieller Inhalt:

 

"Zwischen Isabel (Michelle Williams) und Theresa (Julianne Moore) liegen Welten. Während Isabel jeden Tag für den Erhalt eines Waisenhauses in Kalkutta kämpft, kennt die Multimillionärin Theresa solche Probleme nur aus der Zeitung. Trotzdem will sie Isabels Lebenswerk vor der Schließung retten und bietet ihr eine großzügige Summe Geld an. Einzige Bedingung ist ein persönliches Kennenlernen in New York. Nur widerwillig macht sich Isabel auf den Weg und trifft mitten in den Hochzeitsvorbereitungen von Theresas 21-jähriger Tochter Grace (Abby Quinn) in New York ein. Bevor sie sich versieht, ist sie nicht nur Teil der luxuriösen Hochzeitsgesellschaft, auch trifft sie dort auf ihre alte Liebe Oscar (Bill Crudup). Isabel erkennt, dass sie und ihr Projekt nicht zufällig ausgewählt wurden. Denn Theresa weiß um ihr so lang gehütetes Geheimnis und fordert einen weit höheren Preis von Isabel um das Waisenhaus zu retten…"