Box-Office USA: Findet Dorie wehrt Tarzan und The Purge 3 ab

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Nach einem enttäuschenden Startwochenende fiel Independence Day: Wiederkehr in der zweiten Woche um drei Plätze und 59,3% und landete mit $16,7 Mio auf Rang 5. Bislang hat das $165 Mio teure Sequel nur $72,9 Mio in den USA und in Kanada eingespielt, eine geradezu peinliche Summe für die Fortsetzung zu einem der erfolgreichsten Filme der Neunziger. Independence Day 2 liegt jetzt schon knapp 46% hinter dem ersten Film im selben Zeitraum und das noch ungeachtet der Inflation oder des 3D-Zuschlags, von dem der neue Film profitiert. Der erste Independence Day spielte 1996 etwa $306 Mio in Nordamerika ein. Inflationsbereinigt sind es knapp $594 Mio heute. Das Sequel wird nicht einmal ein Viertel davon einnehmen. Der Kontrast zur letztjährigen Performance von Jurassic World ist groß. Während jener Film sehr stark on der Nostalgie und der Beliebtheit des Originals profitierte, sahen viele Kinogänger Independence Day: Wiederkehr als ein zu spätes und überflüssiges Sequel. Jetzt wurde dem Film die Rechnung präsentiert. Wäre da nicht Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln, dann wäre Independence Day 2 ganz klar die größte Box-Office-Enttäuschung des Jahres bisher und auch so ist es ein knapper Zweikampf. Mehr als $105-115 Mio wird der Streifen in Nordamerika nicht einspielen und muss sich auf Einnahmen aus der Übersee verlassen, um seine Ausgaben überhaupt wieder einzuspielen.

Blendend läuft es dafür für die Actionkomödie Central Intelligence mit Dwayne "The Rock" Johnson und Kevin Hart. Diese fiel zwar auch um drei Plätze auf Rang 6, baute dabei aber nur 31,4% ab und hatte so den besten Rückgang in der gesamten Top 10. Weitere $12,5 Mio brachten das vorläufige Gesamteinspiel des Films auf $91,9 Mio nach 17 Tagen. Der Film profitierte von einem Mangel an neuen Komödien in den Kinos sowie von seiner sehr positiven Mundpropaganda. Insgesamt sollte Central Intelligence etwa $125-130 Mio einnehmen, was bei einem Budget von $50 Mio sehr gut ist. Wer hätte gedacht, dass Central Intelligence mehr einspielen würde als der neue Independence Day?!

Der Frau-gegen-Hai-Survival-Film The Shallows mit Blake Lively belegte den 7.Platz der Charts mit $8,8 Mio (-47,8%) und steht bei $35 Mio nach nur zehn Tagen. Damit ist The Shallows jetzt schon der erfolgreichste Haifilm seit Deep Blue Sea vor 17 Jahren. Da The Shallows nur $17 Mio kostete, wird er auf jeden Fall guten Profit für das Studio abwerfen und sollte sich auch positiv auf die Kinokarriere von Lively auswirken, deren bislang erfolgreichster Film mit ihr in der alleinigen Hauptrolle Für immer Adaline mit $42,6 Mio war. The Shallows wird bereits kommendes Wochenende an dem Film vorbeiziehen und steuert auf ein Gesamtergebnis von etwa $60 Mio zu.

Weniger gut läuft es für den Bürgerkriegsfilm Free State of Jones mit Matthew McConaughey, der an seinem zweiten Wochenende um 45,3% auf $4,1 Mio fiel und den achten Platz der Wochenendcharts belegte. Mit nur $15,2 Mio auf der Bank und einem Produktionsbudget von $50 Mio hat der Film so gut wie keine Chance, auf schwarze Zahlen zu kommen, da er aufgrund seiner Thematik außerhalb der USA nicht auf viel Interesse stoßen sollte. Der Film wird die Kinos mit etwa $25 Mio verlassen.

Conjuring 2 verlor in der dritte Woche ein Drittel seiner Kinos und stürzte um vier Plätze und 50,2% auf Rang 9 und $3,8 Mio. Bislang hat das Horror-Sequel beachtliche $95,3 Mio in Nordamerika eingenommen. Aktuell liegt er 21% hinter dem ersten Conjuring und dieser Abstand wird sich noch weiter vergrößern. Nichtsdestotrotz ist es in einem Sommer, in dem Sequels wie Bad Neighbors 2, Alice im Wunderland 2 und X-Men: Apocalypse deutliche Rückgänge gegenüber ihren Vorgängern verbuchten, bemerkenswert, dass Conjuring 2 die $100-Mio-Marke erreichen wird – als erster Horrorfilm seit Teil 1! Insgesamt sollte Conjuring 2 $106 Mio in Nordamerika einspielen. Das ist mehr als genug, um ein weiteres Sequel zu rechtfertigen.

Die Unfassbaren 2 rundete mit $3 Mio (-47,1%) die Top 10 ab und ist ein weiteres Beispiel von einem Sequel, das weit hinter seinem Vorgänger landen wird. Bislang hat der Film $58,7 Mio in den USA und in Kanada in die Kassen gespült und wird sich am Ende mit $66 Mio zufrieden geben müssen, während der Vorgänger noch satte $117,7 Mio einnahm. Ein dritter Film ist dennoch nicht unwahrscheinlich, da Die Unfassbaren 2 sehr erfolgreich außerhalb von Nordamerika läuft.

Die schräge schwarze Komödie Swiss Army Man expandierte in der zweiten Woche in 633 neue Kinos und stieg mit $1,4 Mio auf Platz 11 der Charts auf. Bis dato hat der Film insgesamt $1,6 Mio eingenommen und könnte bis zu $5-6 Mio in Nordamerika einspielen.

Etwas enttäuschend war der Start der John-le-Carré-Verfilmung Verräter wie wir, die nur knapp $1 Mio von knapp 373 Kinos auf Rang 12 einspielte. So lief beispielsweise A Most Wanted Man vom gleichen Studio im Juli 2014 mit $2,7 Mio von nur 361 Kinos ein. Verräter wie wir fehlte offensichtlich die Starpower von Philip Seymour Hoffman und Rachel McAdams sowie dessen sehr starke Kritiken. Deshalb sollte er sich mit nicht mehr als $4 Mio aus den Kinos verabschieden.

The First Avenger: Civil War hat sein Einspiel außerhalb der Top 12 auf $405,4 Mio nach neun Wochen gebracht und es sieht immer unwahrscheinlicher aus, dass er noch Iron Man 3 ($409 Mio) überholen wird, obwohl er ein besseres Startwochenende und augenscheinlich auch bessere Mundpropaganda hatte. Nichtsdestotrotz wird vermutlich schon bei $408 Mio Schluss sein.