Box-Office Deutschland – Bad Grandpa gibt den Ton an

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Jackass Bad Grandpa Trailer

Quelle: Insidekino

Zwei attraktive Neustarts und Schulferien in sieben Bundesländern sorgten dafür, dass die Besucherzahlen am vergangenen Wochenende wieder in die Höhe schnellten. Alleine die zwei erfolgreichsten Newcomer lockten gemeinsam mehr als eine halbe Million Besucher in die deutschen Kinosäle. Die Gesamt-Top-10 kam auf 1,221,000 Zuschauer – etwa 27% mehr als in der Vorwoche. Gegenüber dem Vorjahr konnte das Wochenende schon wieder nicht gewinnen, allerdings lag die Top 10 diesmal nur noch 2% hinter dem gleichen Wochenende 2012.

Nach einem knappen Zweikampf über das gesamte Wochenende setzte sich Jackass: Bad Grandpa überraschend gegen Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen 2 durch und eroberte mit 267,000 Zuschauern von nur 283 Kinos am regulären Wochenende die Spitze der deutschen Kinocharts. Pro Kino legte er einen hervorragenden Schnitt von 944 Besuchern hin. Einschließlich der Previews lag der Film am Sonntag sogar schon bei 284,000 Besuchern. Das ist bei weitem das beste Startergebnis, das die Jackass-Truppe um Johnny Knoxville bislang in Deutschland hingelegt hat. Der bisherige Rekordhalter, Jackass 3D, startete 2010 mit 181,000 Zuschauern bis zu seinem ersten Sonntag, und das in 304 Kinos. Bad Grandpa übertraf dieses Startergebnis um tolle 57%. Der erfolgreiche Start ist drei Faktoren zu verdanken. Zunächst gab es bereits seit Prakti.com letzten Monat keine große Komödie mehr auf dem Markt. Zweitens half dem Film die FSK12-Freigabe sehr (die Jackass-Filme wurden stets mit einer FSK18-Freigabe abgestraft). Drittens appellierte der Film mit seiner Marketingkampagne nicht nur an die üblichen Fans der "Jackass"-Marke, sondern auch an die Zuschauer, die von Sacha Baron Cohens Borat begeistert waren. In  der Tat ist der Start von Bad Grandpa mit dem von Borat vergleichbar (321,000 Besucher von 234 Kinos am ersten Wochenende). Zwar wird Jackass: Bad Grandpa nicht annähernd die Ausdauer haben, um an dessen Gesamtbesucherzahl von 1,66 Mio heranzukommen, allerdings könnte er bereits nach seinem zweiten Wochenende das Gesamtergebnis des erfolgreichsten Jackass-Streifens (527,000 Besucher) übertreffen. Mindestens 800,000 Besucher sind dem Film sicher und sogar 1 Mio könnte er mit etwas Glück knacken.

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Obwohl Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen 2 den Kampf um die Spitze verlor, legte der Animationsstreifen dennoch ein tolles Startergebnis hin. Bis Sonntag lockte das Sequel 282,000 Zuschauer in die Kinos (einschließlich Previews); am "reinen" Wochenende waren es etwa 247,000 von 632 Locations. Das ist zwar kein grandioser Start für einen CG-Animationsfilm, doch der Vorgänger schlug hierzulande auch keine großen Wellen. Daher ist es bemerkenswert, dass Teil 2 52% über Teil 1 startete. Der erste Film kam 2010 in Deutschland auf 919,000 Zuschauer. Die Fortsetzung sollte keine Probleme haben, 1 Mio Zuschauer zu erreichen. Der Film wird stark von den Herbstferien profitieren und erhält erst am 7. November mit Der kleine Gespenst direkte Familienkonkurrenz. Mit ein wenig Glück könnten also sogar 1,2 Mio Besucher drin sein – je nachdem, wie lange Wolkig 2 seine Leinwände behalten kann.

Matthias Schweighöfers neuster Kinoerfolg Frau Ella gab um mickrige 9% am zweiten Wochenende nach und belegte Platz 3 mit fast 199,000 Zuschauern. Nach 11 Tagen hat der Film bereits 557,000 Zuschauer eingesammelt und befindet sich auf bestem Wege, Matthias Schweighöfer einen weiteren Millionenhit in Deutschland zu bescheren. Nach Rubbeldiekatz, Friendship!, What a Man, Der Schlussmacher und nun Frau Ella hat sich Schweighöfer endgültig als ein großer Kassenmagnet hierzulande etabliert und droht sogar Herrn Schweiger den Rang als der deutsche Nummer-1-Star abzulaufen. Bereits in zwei Wochen könnte der Film die 1-Mio-Besuchergrenze überqueren – als vierte rein deutsche Produktion dieses Jahr. Für die Zahlen von Der Schlussmacher (2,55 Mio) wird es zwar nicht reichen, doch der Film wird locker mindestens 1,2 Mio Zuschauer für sich verbuchen.

Ein weiteres erfolgreiches Wochenende brachte auch Gravity hinter sich. Nur 31% der Zuschauer von der Vorwoche verlor der Film an seinem vierten Wochenende und rutschte dabei von Rang 2 auf Rang 4. Nach zusätzlichen 107,000 gelösten Tickets steht der Streifen mittlerweile bei knapp mehr als 1 Mio Besuchern. Er wurde damit zum 22. Film, der dieses Jahr die Besuchermillion erreicht hat. Letztes Jahr waren es insgesamt nur 27 Filme – eine Zahl, die 2013 noch vor Ende November übertreffen wird. Gravity leidet daran, dass der Streifen schnell seine Leinwände verliert im Angesicht der vielen Neustarts, die wöchentlich die Kinos stürmen. Deshalb wird er wohl leider sein volles Potenzial nicht ausschöpfen können und wahrscheinlich mit maximal 1,4 Mio Besuchern seien Laufzeit beenden. Bei der positiven Mundpropaganda wäre eigentlich deutlich mehr drin.

Platz 5 ging an Turbo – Kleine Schnecke, großer Traum mit 89,000 Zuschauern (-32%). Die Konkurrenz seitens Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen 2 hat ihm scheinbar nicht sonderlich geschadet. Der Streifen erreichte nach 25 Tagen 873,000 Besucher in Deutschland und wird höchstwahrscheinlich dieses Wochenende bereits die 1-Mio-Marke packen. Zwar ist Turbo kein Überflieger in Deutschland geworden, jedoch hat er bereits auf der Liste der erfolgreichsten CG-Animationsfilme aller Zeiten bereits Filme wie Monsters vs. Aliens, Planes und Rango hinter sich gelassen und wird auch Filme wie Ralph reicht’s oder Epic – Verborgenes Königreich bald überholen. Momentan sieht es nach einem Gesamtergebnis von etwa 1,2 Mio Besuchern aus.

Lediglich für Platz 6 reichten die 73,000 Besucher von Ender’s Game – Das große Spiel. In 409 Kinos legte der Neustart einen schwachen Schnitt von 179 Besuchern/Kino hin. Hier wird es sogar mit 200,000 Besuchern schwierig. Also wohl eher ein großer Flop!

Insidious: Chapter 2 hielt sich für einen Horrorfilm vorbildlich und baute lediglich 39% an seinem zweiten Wochenende ab. Knapp 64,000 weitere Zuschauer sahen den Film, sodass er nun bei 221,000 insgesamt steht – mehr als die Gesamtbesucherzahl seines Vorgängers. Hier bleiben 400,000 weiterhin in der Reichweite. Es ist wirklich ein gutes Jahr für die Horrorfilme in Deutschland. Auch Mama, Evil Dead und Conjuring – Die Heimsuchung liefen relativ erfolgreich und teilweise über den Erwartungen.

Auf Platz 8 legte Prisoners den zweitbesten Hold der Top 10 hin und gab um 23%. Weitere 61,000 Kinogänger sahen den Psychothriller in den deutschen Kinos am Wochenende, insgesamt sind es nach drei Wochen 316,000. Der Film steuert weiterhin auf eine halbe Million Besucher zu.

Caroline Links Exit Marrakech stieg mit 59,000 Besuchern von 176 Kinos auf Platz 9 ein und eroberte im Flug die Spitze der deutschen Arthouse-Charts. Bis Sonntag waren es inkl. Previews knapp 65,000 Besucher. Dem Film sollte noch eine lange Laufzeit in den Arthouse-Kinos bevorstehen und ich schließe ein Gesamtergebnis oberhalb von 300,000 Zuschauern nicht aus.

Abgerundet wurde die Top 10 von Runner Runner, der 38% verlor und auf 56,000 Besucher am Wochenende kam. Insgesamt wurde der von den Kritikern verrissene Thriller mit Justin Timberlake und Ben Affleck bereits von 175,000 Zuschauern gesehen und wird seinen Lauf mit etwa 300,000 Besuchern beenden.

Wir sind die Millers hat die Top 20 zwar verlassen, erreichte aber insgesamt schon 1,25 Mio Besucher. Bald schon wird der Film zum dritterfolgreichsten in Jennifer Anistons Karriere in Deutschland.

Ein Meilenstein erreichte der französische Arthouse-Hit Paulette. Der Film erreichte am Wochenende die 500,000-Besuchermarke und an ein Ende ist noch nicht zu denken.

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