Jeremy Renner Bourne

Quelle: Screenrant

Nachdem Paul Greengrass und Matt Damon sich mit Das Bourne Ultimatum vom Action-Franchise über den an Gedächtnisschwund leidenden Super-Agenten verabschiedet haben, war man bei Universal trotzdem entschlossen, die Reihe weiterzumachen, ob nun mit oder ohne Matt Damon. Schließlich war der dritte Film nicht nur kommerziell der erfolgreichste, sondern gewann auch drei Oscars und erntete sehr viel Lob. Die Hauptrolle neu zu besetzen, kam zunächst einmal nicht in Frage, denn Matt Damon und Jason Bourne waren in den Köpfen der Kinogänger untrennbar miteinander verbunden. Also entschied man sich für den Weg eines Quasi-Sequels/Spin-Offs, das zwar in der gleichen Welt und sogar zur gleichen Zeit spielen würde, jedoch einem anderen Agenten folgen würde, der ebenfalls vor einer Geheimorganisation fliehen muss. Das Ergebnis war Das Bourne Vermächtnis mit Jeremy Renner als Aaron Cross. Der Film, der vom Bourne-Stammautor Tony Gilroy inszeniert wurde, kam 2012 in die Kinos und hinterließ einen eher gemischten Eindruck. Trotz bester Bemühungen, den Zuschauern weiszumachen, dass es sich hierbei um eine Fortsetzung aus der gleichen Welt mit einem neuen, nicht minder coolen Hauptcharakter handelt, fühlten sich viele angesichts des Titels und teilweise auch des Marketings betrogen, als Matt Damons Jason Bourne lediglich auf Bildern der Überwachungskameras auftauchte. So gut Jeremy Renner in Actionrollen auch ist, die Zuschauer vermissten Damon und auch Gilroys Regie konnte mit der Virtuosität on Greengrass' Actionszenen und Verfolgungsjagden nicht mithalten.

Nichtsdestotrotz war die Marke Bourne ein starkes Verkaufsargument und der Film lief gut genug an den Kinokassen, um Renner, der damit nach Avengers und Mission: Impossible bereits sein dritten Action-Franchise hatte, in die nächste Runde als nicht-Bourne zu schicken. Justin Lin (Fast & Furious) wurde als neuer Regisseur angeheuert, der Starttermin für Sommer 2015 festgesetzt (und später nach 2016 verschoben). Alles war startklar, doch dann überschlugen sich plötzlich die Ereignisse – Paul Greengrass willigte ein, einen weiteren Bourne-Film zu inszenieren und mit Greengrass an Bord, war auch Matt Damon wieder willig. Das Sequel zu Das Bourne Vermächtnis wurde kurzerhand verworfen und alles konzentrierte sich auf Bourne 5 mit Damon. Manch einer hoffte, dass die Wege von Bourne und Cross sich darin kreuzen würden, doch Produzent Frank Marshall hat dies ausgeschlossen und stattdessen erklärt, dass das Sequel mit Renner weiterhin in Entwicklung sei und unabhängig von Bourne 5 wäre. Allerdings fällt es mir gerade jetzt schwer, das zu glauben, denn Universal hat neben Bourne jetzt noch viele weitere sehr heiße Eisen im Feuer mit den Sequels zu Jurassic World, Pitch Perfect, Fast & Furious und Fifty Shades of Grey, sodass die Fortsetzung zum eher mäßig aufgenommenen vierten Bourne kaum eine hohe Priorität beim Studio haben dürfte.

Was Renner selbst betrifft, er wäre auf jeden Fall an einem weiteren Bourne-Film unter seiner Beteiligung interessiert. Als er kürzlich gefragt wurde, ob er Interesse hätte, den Charakter an Matt Damons Seite zu spielen, zögerte er nicht: (aus dem Englischen)

Ja, ich meine, ich würde keine Sekunde zögern. Ich liebe diese Welt. Ich liebe den Charakter. Wenn sie das machen wollen, bin ich dabei. Es gibt kein "nein" aus meiner Richtung, aber ich ziehe da nicht die Fäden…

Das tut er in der Tat nicht und ich denke, dass Universal höchstens zu seinem Charakter Aaron Cross noch zurückkehrt, wenn Greengrass und Damon nach Bourne 5 keine Lust mehr verspüren, weitere Filme zu machen. Solange sie aber dabei bleiben, wird man Renner bestenfalls in einer Nebenrolle in einem der künftigen Bourne-Abenteuer sehen, jedoch definitiv nicht im fünften, das nächsten August in die Kinos kommen wird. Doch ist es wirklich ein großer Verlust? Hättet Ihr gerne eine direkte Fortsetzung zu Das Bourne Vermächtnis gesehen?