Quellen: Lionsgate, Concorde Filmverleih

The Huntsman & The Ice Queen ist nicht der einzige Fantasyfilm, der nächsten April in unsere Kinos kommt und zu dem kürzlich auch der erste Trailer veröffentlicht wurde. Doch abgesehen von diesen Gemeinsamkeiten, könnten die Streifen kaum unterschiedlicher aussehen. Während The Huntsman sich klassischer Märchenmotive aus dem europäischen Raum bedient, greift Gods of Egypt – Ihr habt’s erraten – auf die ägyptische Mythologie zurück und stellt gewissermaßen Lionsgates Antwort auf Fantasy-Epen Kampf der Titanen und Immortals dar, die sich die griechische Mythologie zunutze machten.

Der Film erzählt von einem gewöhnlichen Dieb (Brenton Thwaites), mit dessen Hilfe der ägyptische Lichtgott Horus (Nikolaj „Jaime Lannister“ Coster-Waldau) gegen den herrschsüchtigen Wüstengott Seth (Gerard „Das ist Spartaaaaa!“ Butler) um das Schicksal des alten Ägypten kämpft. In weiteren Rollen sind Chadwick Boseman als Thot, Elodie Yung als Liebesgöttin Hathor und Geoffrey Rush als Sonnengott Ra zu sehen. Bei dieser Besetzung ist es eigentlich kein Wunder, dass es, wie bereits bei Ridley Scotts Exodus, schnell Vorwürfe regnete, Hollywood würde wieder nur hauptsächlich weiße Schauspieler in den Rollen der Ägypter besetzen. Wenn das noch das größte Problem des Films wäre…

Gods of Egypt wurde bereits im Frühjahr und Sommer 2014 abgedreht, kommt aber erst am 28.04.2016 in unsere Kinos. Der Trailer (den es unten in deutscher und in der Originalfassung zu sehen gibt) verrät möglicherweise, was es mit der Verzögerung auf sich hat. Schaut rein und bestaunt die umwerfenden Effekte:

Deutscher Trailer

Originaltrailer

Okay, jeder weiß, dass sehr gute Effekte nicht unbedingt einen guten Film ausmachen, sonst würde Michael Bays Transformers-Reihe zu dem Meisterwerken der Filmkunst gehören. Heutzutage sind wir von großartigen, photorealistischen Effekten bereits so übersättigt, dass wir diese als gegeben wahrnehmen. Gute Effekte in großen Blockbusterfilmen sind kein ausreichendes Qualitätskriterium, doch sie sollten zumindest die Grundvoraussetzung sein und an dieser scheitert Gods of Egypt bereits. Nicht dass der Plot besonders interessant oder die gezeigte Action sehr aufregend wäre, doch es ist tatsächlich der visuelle Teil, der bei diesem Trailer sehr negativ ins Gewicht fällt und die Frage aufwirft wo denn das $140 Mio Budget hingeflossen ist. So viel kostete Gods of Egypt nämlich und dennoch sehen die Effekte teilweise aus wie in einem gehobenen TV-Film von SyFy (der Sender, der auch die Sharknado-Filme produzieren lässt). Die Schauspieler können nicht sonderlich teuer gewesen sein, schließlich ist Gerard Butler der bekannteste von ihnen und auch er ist kein bewährter Kassenmagnet. Wieso sehen die Effekte dann wie bei einem PS2-Spiel der Neunziger aus?! Ich habe in einigen neueren TV-Serien bessere Effekte gesehen…

Der Hauptgrund, weshalb ich mich auf Gods of Egypt ein wenig gefreut habe, war die Regie von Alex Proyas, der u. a. mit Dark City und The Crow in Vergangenheit einige sehr atmosphärische Filme erschaffen hat und leider viel zu selten Fime dreht. Doch nach diesem Trailer ist leider jedwedes Interesse verflogen. Ich betone erneut: dafür wurden $140 Mio ausgegeben – mehr als für jeden Herr-der-Ringe-Film oder das Effekte-Meisterwerk Gravity. Ein potenziell erfolgreicher Blockbuster sieht jedenfalls anders aus. Lionsgate sollte jedoch auf der sicheren Seite sein. Dank Steuererlässen in Australien, wo der Film gedreht wurde, und dem Verkauf der Vertriebsrechte außerhalb von Nordamerika hat das Studio fast das komplette Produktionsbudget bereits eingenommen und liegt weniger als $10 Mio im Minus vor dem Start des Films.

Lionsgate hat außerdem sechs kunterbunte Charakterplakate und zwei Teaser-Poster zum Film veröffentlicht. Der Film hat auf jeden Fall einen sehr eigenen Look, das muss man ihm lassen. Leider bedeutet „eigen“ diesmal nicht wirklich „gut“. Das ist sehr schade, denn die ägyptische Mythologie ist sehr reichhaltig und wurde im Gegensatz zur griechischen bzw. römischen noch nicht annähernd so häufig auf der Leinwand umgesetzt. Leider scheint dieser Versuch ein Reinfall zu sein, doch ich würde mich liebend gerne eines Besseren belehren lassen, wenn Gods of Egypt nächstes Jahr in unsere Kinos kommt (selbstverständlich in 3D).

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Was sagt Ihr zu dem Trailer und den Plakaten?