Kristen Wiig in Der Marsianer (2015) © 20th Century Fox

Quelle: Deadline

Alexander Payne ist einer der besten Macher von ruhigen Dramen bzw. Dramödien unserer Zeit. Seine letzten drei Filme Sideways, The Descendants und Nebraska wurden nicht nur allesamt bei den Oscars in der Königsklasse nominiert und brachten Payne zwei Drehbuch-Oscars ein, sie waren auch tatsächlich durch und durch großartige Filme mit tollen Ensembles und einer feinfühligen Regie. Wenn ich eins an Payne auszusetzen habe, dann ist es die Unregelmäßigkeit, mit der er neue Filme in die Kinos bringt. In den 12 Jahren nach Sideways waren The Descendants und Nebraska seine einzigen Filme (und beide schafften es bei mir in die jeweiligen Top 10 ihrer Jahre). Mehr als zwei Jahre sind seit Nebraska nun vergangen und langsam rückt ein neuer Film von Payne in Aussicht. Downsizing ist ganz anders als alles, was er bislang gemacht hat. Die Geschichte zur Sci-Fi-Satire schrieb er während der siebenjährigen Pause zwischen Sideways und The Descendants. Der Titel, dessen sinngemäße Übersetzung Personalabbau bedeutet, legt einen Film à la Up in the Air nahe, führt aber in die Irre, denn er ist wörtlich zu nehmen. Der Film handelt von einer nahen Zukunft, in der sich manche Menschen auf eine winzige Größe verkleinern lassen und in Gemeinschaften von „verkleinerten Menschen“ rund um den Globus ziehen, um den unüberwindbaren Sorgen des Alltags zu entfliehen. Die beiden Protagonisten der Geschichte sind ein verarmtes Paar aus Omaha (wieder einmal in Nebraska!), das sich für diese Methode entscheidet. Doch nachdem der Mann sich verkleinern lässt, überlegt die Ehefrau es sich doch anders und er bleibt auf sich alleine gestellt.

Ursprünglich sollten Sideways-Star Paul Giamatti und Oscarpreisträgerin Reese Witherspoon die Hauptrollen spielen. Matt Damon kam jedoch an Giamattis Stelle und das Projekt besetzte außerdem Christoph Waltz (hoffentlich nicht als Bösewicht!), Neil Patrick Harris, Alec Baldwin und Jason Sudeikis in weiteren Rollen. Doch kurz bevor dieses Frühjahr die Dreharbeiten zum Film angelaufen sind, stieg Witherspoon aus terminlichen Gründen aus. Payne musste sich jedoch nicht lange umschauen und fand mit Damons Co-Star aus Der Marsianer, Kristen Wiig, Ersatz, sodass Downsizing wie geplant bald vor die Kameras gehen kann. Wiig kann in dem Film hoffentlich wieder einmal beweisen, dass sie mehr als nur Comedy kann.

Nächstes Jahr kommt Downsizing in die Kinos und angesichts von Paynes bisherigem Output gibt es keinen Grund etwas anderes als einen weiteren großartigen Film zu erwarten.