American Gods Start

Quellen: Starz, Amazon Prime

Dafür dass der Brite Neil Gaiman zu den besten und kreativsten lebenden Fantasyautoren unserer Zeit gehört, wurden bislang überraschend wenige seiner Werke fürs Kino oder Fernsehen adaptiert. Dabei wurden die zwei bisherigen Versuche, Coraline und Sternwanderer, von der Kritik gelobt und kamen bei den Zuschauern sehr gut an (Sternwanderer war tatsächlich mein Lieblingsfilm aus dem Jahr 2007).

Während die Adaption von Gaimans "Sandman"-Comics seit dem Ausstieg des Regisseurs Joseph Gordon-Levitt stagniert, erwacht sein Magnum Opus "American Gods" dieses Jahr zum neuen Leben in Form einer Fernsehserie des US-Kabelsenders Starz, der uns bereits Serien wie "Ash vs. Evil Dead", "Black Sails" und "Spartacus" schenkte. Ich bin verhältnismäßig spät zu den Fans von "American Gods" dazugestoßen und las den 2001 veröffentlichten und vielfach ausgezeichneten Roman erst letztes Jahr, doch auch mich zog Gaimans fantasievolle Verknüpfung von Mythen, gesellschaftlichen Beobachtungen, einem bizarren Road Trip und klassischer Americana sofort in ihren Bann und ließ bis zur letzten Seite nicht los. Angesichts der Komplexität der Geschichte wäre eine Kinoadaption von "American Gods" kaum vorstellbar und das Fernsehen von heute ist auf jeden Fall so weit, um der ambitionierten Vorlage gerecht zu werden. Als Kabelsender kann sich Starz in puncto Sex und Gewalt austoben, was definitiv zu den Gunsten der Adaption dieses sehr erwachsenen Fantasyromans ist.

Hinter "American Gods" steckt Bryan Fuller, der die Zuschauer bereits mit seiner "Hannibal"-Serie beeindruckte. Wie schon bei "Hannibal" inszenierte Regisseur David Slade (30 Days of Night) die Pilotfolge von "American Gods". Gaiman selbst ist auch direkt an der Entstehung der Serie beteiligt gewesen und erschuf sogar einen brandneuen Charakter für sie.

Doch was steckt eigentlich hinter dem Titel "American Gods"? Mein Ratschlag an alle, die die Vorlage nicht kennen, lautet, den nächsten Absatz zu überspringen, die Serie mit möglichst wenig Vorwissen anzugehen und sich überraschen zu lassen. Wer dennoch mehr wissen möchte, soll nun weiterlesen.

Im Mittelpunkt von "American Gods" steht der schweigsame Shadow Moon ("The 100"-Star Ricky Whittle), dessen Welt nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis auf den Kopf gestellt wird. Seine Frau Laura (Emily Brown) stirbt kurz vor seiner Rückkehr und auf dem Weg zu ihrer Beerdigung trifft er auf den mysteriösen Mr. Wednesday (Ian McShane), der ihn als Bodyguard engagiert. Langsam dämmert es Shadow, dass er in einen epischen Kampf zwischen "alten Göttern" (aus weltweiten Mythen und Sagen) und "neuen Göttern" (personifizierte Medien, Internet, Banken etc.) hineingezogen wurde. Darüber hinaus wird er von seltsamen Visionen geplagt und auch ihr Tod hindert seine Frau nicht daran, ihn gelegentlich zu besuchen.

Es klingt bizarr und das ist es auch, aber genau das macht den Reiz der Vorlage auch, genau so wie ihr Gespür für die Charaktere. "American Gods" befindet sich schon lange in der Produktion. Bereits bei der letzten Comic Con im Juli 2016 wurde der erste Trailer (unten) veröffentlicht, der meine Zuversicht bestärkte. Die Serie wird demnächst im Rahmen des SXSW-Festivals Premiere feiern. Jetzt gab Starz auch den offiziellen Starttermin bekannt: am 30. April beginnt die achtteilige erste Staffel. Noch relevanten für die deutschen Fans ist jedoch, dass Amazon Prime die Serie nach Deutschland bringen wird, und zwar jeweils nur einen Tag nach der US-Ausstrahlung in deutscher und englischer Sprachfassung. Am 1. Mai beginnen also auch bei uns die Abenteuer von Shadow Moon und Mr. Wednesday.

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Die erste Staffel der Serie umfasst acht Folgen und soll das erste Drittel des Romans abdecken. Sollte die Serie verlängert werden, wird die zweite Staffel von Shadows Zeit im verschlafenen Städtchen Lakeside handeln, in dem mysteriöse Dinge vor sich gehen. Neben den perfekt besetzten Whittle, McShane und Browning spielen in "American Gods" zahlreiche weitere bekannte Schauspieler mit, darunter Gillian Anderson, Peter Stormare, Orlando Jones, Crispin Glover und Cloris Leachman. Unten findet Ihr zwei Poster zur Serie, die deren Themen sehr gut einfangen:

American Gods Start & Poster 1American Gods Start & Poster 2

 

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